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Nadine Rößler Nadine Rößler
aktualisiert am 28.05.2020 um 16:27:45

Landfrauen wollten im Rosarium feiern

Mitglieder des Landfrauenverbandes Sachsen-Anhalt e.V. im Landtag Sachsen-Anhalt vor Cororna. Mitglieder des Landfrauenverbandes Sachsen-Anhalt e.V. im Landtag Sachsen-Anhalt vor Cororna.
Foto: Anna Leky, Landfrauenverband Sachsen-Anhalt e.V.
Die Feier wird im Juni 2021 im Rosarium in Sangerhausen nachgeholt.

Sangerhausen (red).
Am 6. Juni sollte die große Jubiläumsfeier steigen. „Wir wollten zusammen mit 200 Landfrauen und Gästen unser 30-jähriges Jubiläum gebührend mit einer großen Veranstaltung im Rosarium Sangerhausen feiern“, sagt Sibylle Klug aus Volgfelde, Vorsitzende des Landfrauenverbandes Sachsen-Anhalt e.V..

 Doch die Coronavirus-Pandemie machte auch den eifrigen Landfrauen Sachsen-Anhalts einen gehörigen Strich durch die Rechnung.  „Wir hatten viel vor und alles war bereits vorbereitet, aber schweren Herzens haben wir uns entschieden, die Feier abzusagen und im Juni 2021 nachzuholen“, sagt die Altmärkerin, die aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements zur Landfrau 2018 gekürt wurde. Unterdessen musste sie als Mitglied im Bundesvorstand auch die Absage des Deutschen Landfrauentages mit über 5000 Gästen mittragen. Dessen nächste Auflage ist erst für 2022 geplant.

Seit mittlerweile 30 Jahren engagieren sich die Landfrauen in Sachsen-Anhalt ehrenamtlich für Frauen und ihre Interessen im ländlichen Raum. Mit ihrer Arbeit fördern sie das Miteinander und setzen sich aktiv dafür ein, die Dorfgemeinschaften zu beleben und das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten. Sie bringen die Menschen zusammen und fördern auf vielfältige Weise den Austausch und den Erhalt von Traditionen. 

Noch im Februar empfing Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch zahlreiche Landfrauen zur politischen Diskussionsrunde zu aktuellen Themen im Plenarsaal des Landtages. Mit Sorge habe Sibylle Klug die Entwicklungen betrachtet, denn für die Landfrauen Sachsen-Anhalts gehe es nicht nur um das große Jubiläum. Alle für Frühjahr und Sommer geplanten Termine können nicht stattfinden. „Das ist bitter, schließlich lebt unser Verband von den vielfältigen Veranstaltungen und Projekten“, sagt die Agraringenieurin. Doch wie viele andere, müssen auch sie mit der Situation umgehen. „Und das können wir, schließlich sind wir Macherinnen. Wir haben abgesagt, um unsere Mitglieder und deren Angehörige zu schützen und weil wir die besondere Verantwortung, die wir alle derzeit haben, sehr ernst nehmen“, betont die Altmärkerin, die sich 1991, nur wenige Monate nach der Gründung des Landfrauenverbandes Sachsen-Anhalt e.V., der neuen Landfrauenbewegung in Ostdeutschland anschloss. Sie gründete damals den Kreisverein Stendal, deren Vorsitzende sie bis 2019 war. 

Der Landfrauenverband Sachsen-Anhalt e.V. tritt für die Interessen von Frauen und Familien auf dem Land ein. Als eines der stärksten Frauennetzwerke in Sachsen-Anhalt hat der Verband rund 1000 Mitglieder in fünf Kreisverbänden und 44 Ortsgruppen. Der Landfrauenverband Sachsen-Anhalt e.V. war der erste Verband, der vom Deutschen Landfrauenverband (DLV) im Juli 1991 aufgenommen wurde, somit haben die Landfrauen aus Sachsen-Anhalt schon damals die Bedeutung des Netzwerkes erkannt, dass heute 500.000 Mitglieder deutschlandweit zählt.

Durch die zurückliegenden Wochen der Pandemie geht es auch bei den Landfrauen nicht selten um Existenzen. „Es gab vorher nichts Vergleichbares“, sagt Klug. Sie bewirtschaftet mit ihrer Familie und GbR-Partnern einen Milchviehbetrieb in der Altmark und hat viele Herausforderungen bereits gemeistert. So brachen über Sachsen-Anhalts Landwirte die beiden Dürrejahre herein, die neben den Wasserreserven oft auch die finanziellen Reserven aufbrauchten. Dazu kamen in der Vergangenheit politische Vorgaben zu Gülle- und Düngeverordnungen, die es zu erfüllen galt oder es hakte bei der Saisonarbeit in den Landwirtschaftsbetrieben. „Wichtig sind verlässliche Richtlinien und beispielsweise ein stabiler Milchpreis, um eine planbare Zukunft für die Landwirte zu sichern“, sagt Klug.
 
Das betrifft das gesamte ländliche Leben, angefangen von Zimmervermietungen, Ferien auf dem Bauernhof, kleinen Geschäften und Dienstleistungen wie mobile Friseure etc., die vor allem für ältere Menschen Lebensqualität in die Häuser gebracht haben. Auch das von den Landfrauen durchgeführte Projekt Bauernpaten mit Hofführungen für Grundschulkinder findet aktuell nicht statt. 

Der Vorteil der leeren Kalender: Es schafft Platz. Platz, den Blick auf das Wesentliche zu lenken und Platz für Initiativen, wie die Aktion „Landfrauen nähen!“. Es ist beeindruckend mit wie viel Bereitschaft und Einsatz die zahlreichen Helferinnen, die dringend benötigten Schutzmasken nähen. Die Dynamik, die sich daraufhin landauf und landab entwickelt hat, zeigt einmal mehr das großartige Engagement der Landfrauen. 

„Klar sind uns aktuell die Hände gebunden, aber wir richten den Blick auf die Zukunft. Wir überlegen uns, was wir Neues initiieren können und stellen Altes auf den Prüfstand, damit wir auch in den nächsten 30 Jahren die Menschen zusammenbringen und somit weiterhin als gesellschaftliche Kraft in Sachsen-Anhalt präsent sind“, betont Sibylle Klug. Beispielsweise wird das bereits begonnene Verbandsthema „Nachhaltigkeit“ weiter ausgebaut. 

Vor allem gehe es jetzt darum, trotz Distanz miteinander in Kontakt zu bleiben und achtsam mit sich und anderen umzugehen. „Und wenn es ist, mit einem Glas Marmelade oder einem Stück Kuchen nebenan zu klingeln und zu fragen, wie es geht“, sagt die Landesvorsitzende. „Die Gemeinschaft der Landfrauen wird sich nicht verändern, denn von Gemeinschaft hat die Landfrauenarbeit immer gelebt. Die Frauen bringen sich ein, fördern das Miteinander und beleben die Dorfgemeinschaften weiterhin. Unsere Motivation bei allem ist, zu zeigen, dass Ehrenamt sich lohnt.“

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