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Wochenspiegel > Merseburg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Bischof Thilo von Trotha - Legendärer Kirchenfürst >
Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 05.03.2014 um 08:16:29

Bischof Thilo von Trotha - Legendärer Kirchenfürst

Im Bild sieht man Thilos Epitaph  aus der Bischofskapelle, das ebenso wie seine Grabtumba aus der berühmten Nürnberger Gießerei von Peter Vischer dem Älteren stammt. Im Bild sieht man Thilos Epitaph aus der Bischofskapelle, das ebenso wie seine Grabtumba aus der berühmten Nürnberger Gießerei von Peter Vischer dem Älteren stammt.
Foto: R. Penske Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Merseburg (WS). Sachsen-Anhalt ist reich an wehrhaften Burgen, herrlichen Domen, Klöstern und Kirchen aus der Zeit von der Mitte des 10. bis Mitte des 13. Jahrhundert. Sie sind Zeugnisse der Zeit der Christianisierung mit Kreuz und Schwert. Allein entlang der bekannten Tourismusroute „Straße der Romanik“ begegnet man erlebbarer Geschichte in 60 Städten und Dörfern, in denen bereits vor 1 000 Jahren europäische Politik gemacht wurde - Merseburg ist darunter. Die Stadt an der Saale gilt als eine der schönsten Domstädte Sachsen-Anhalts.

Dieses Jahr gibt es einen Grund mehr, um diesem Ort mit seiner abwechslungsreichen Umgebung einen Besuch abzustatten, denn 500 Jahre nach seinem Tod am 5. März 1514 lenkt ein legendärer Kirchenfürst, exzellenter Staatsmann, Kunstfreund und Gelehrter den Blick auf Stadt und Dom.

Thilo von Trotha wird 2014 von den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz eine große Sonderausstellung gewidmet. Diese Ausstellung bildet den Auftakt für eine ganze Reihe bedeutungsvoller 500- und 1 000-jähriger Jubiläen, die der Merseburger Dom bis zum Jahr 2021 feiern kann.

Der 500. Todestag ist Anlass für eine einzigartige kulturhistorische Ausstellung über den Merseburger Bischof Thilo von Trotha (1466  bis 1514), einen der wichtigsten Kirchenfürsten am Vorabend der Reformation.

Eine geistliche Laufbahn an der Wende zur Neuzeit

Aufgewachsen auf der Burg Krosigk, schlug der Spross einer mitteldeutschen Adelsfamilie die kirchliche Laufbahn ein.
Dem Studium in Leipzig und Perugia folgten die Aufnahme in die Domkapitel von Magdeburg, Merseburg, Naumburg und Halberstadt. 1466 wurde Thilo von Trotha zum Merseburger Bischof gewählt und war damit auch Kanzler der Universität Leipzig.
Bischof Thilo setzte in geistlicher Hinsicht Maßstäbe: So nutzte er als einer der ersten Kirchenfürsten das neue Medium des Buchdrucks. Er förderte geistliche Bruderschaften und Formen der modernen Frömmigkeit. Persönlich verehrte er vor allem die Gottesmutter Maria, die Heilige Anna und Kaiser Heinrich II., den Wiederbegründer des Merseburger Bistums.

Bauherr und Kunstmäzen

Bischof Thilo wetteiferte bei der Errichtung zeitgemäßer Residenz- und Repräsentationsbauten mit den Herzögen und Kurfürsten von Sachsen sowie Erzbischof Ernst von Magdeburg. Davon zeugt bis heute das ab den 1470er Jahren entstandene eindrucksvolle Ensemble von Schloss, Dom und Kapitelhaus am westlichen Steilufer der Saale. Es sichert Merseburg einen prominenten Rang im Reigen der frühen Residenzbauten im Reich und war architektonisch hervorragend konzipiert.
Mit Bastian Binder konnte dafür ein bedeutender Baumeister gewonnen werden, der auch an den Domkirchen von Magdeburg und Halle sowie am Dessauer Schloss gewirkt hat. Für die Ausgestaltung seiner Grablege, der Bischofskapelle im Nordquerhaus des Merseburger Doms, beauftragte Bischof Thilo hochrangige Künstler. So stammen seine Tumba und sein Epitaph aus der weltberühmten Nürnberger Gießerei Peter Vischer d. Ä. Als Bischof Thilo 1514 starb, hatte er beinahe ein halbes Jahrhundert regiert - so lange wie kein anderer Bischof seiner Zeit.

Der erfolgreiche Landesherr

Obwohl Merseburg eine der kleinsten Diözesen im Reich war, gelang es Bischof Thilo, durch geschicktes Agieren zwischen Kaiser, Papst und den weltlichen und geistlichen Herrschaftsträgern, seiner Region den Status des Bistums zu wahren.
Gestärkt wurde seine Position als Landesherr  durch seine konsequente und systematisch betriebene Wirtschaftspolitik. Besonders enge, aber ebenso zwiespältige Beziehungen ging der Merseburger Bischof zu den benachbarten wettinischen Reichsfürsten ein. So trat er mit Kurfürst Ernst von Sachsen 1480 eine Pilgerreise nach Rom an, wo sie auf den für seinen Kunstsinn berühmten Papst Sixtus IV. trafen. Auf seinen Reisen, die ihn auch an den Königshof in Kopenhagen führten, empfing der Bischof zahlreiche Anregungen für seine Ambitionen als Bauherr und Kunstmäzen.

Sagenhaftes Nachleben

Thilo von Trotha ist im kollektiven Gedächtnis durch sein Wappen und die daran geknüpfte Rabensage bekannt. Zur ewigen Mahnung für sein vorschnelles Todesurteil über einen Diener, den der Bischof des Raubs verdächtigte, soll Thilo die Aufnahme des Raben in sein Wappen sowie die Gefangenhaltung eines Raben im Merseburger Schloss verfügt haben. Diese Sage tauchte erstmals 1688 auf und ist offenbar bewusst politisch gefördert worden, um die Eigenständigkeit Merseburgs gegenüber den kursächsischen Administratoren zu betonen.

Pracht und Glanz an authentischen Orten

Am 10. August wird die Ausstellung „Thilo von Trotha - Merseburgs legendärer Kirchenfürst“ eröffnet. Zu sehen gibt es bis 2. November ganz hervorragende Ausstellungsstücke. Der Ausstellungsrundgang verbindet die Räume im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg mit dem Dom, der Klausur und dem Kapitelhaus. Damit werden auf anschauliche Weise originale Wohn-, Verwaltungs- und liturgische Wirkungsorte Bischof Thilos und seines Hofes inszeniert.

Die Bischofskapelle ist das Hauptexponat. Sie beeindruckt durch ihre herausragende Ausstattung und erstrahlt im neuen Glanz. Prächtige Kunst- und Kirchenschätze wie Altäre, Tafelbilder, liturgische Geräte, Paramente, kostbare illuminierte Handschriften sowie historische Dokumente und frühe mitteldeutsche Druckwerke bilden hier eine wahre Schatzkammer auf Zeit. Ihre internationale Herkunft dokumentiert die europäische Bedeutung des Bischofs Thilo von Trotha. Ein umfangreiches Rahmenprogramm wird die Ausstellung von August bis November begleiten.

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