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Wochenspiegel > Merseburg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Wo müde Pilger rasten >
Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 13.03.2014 um 10:24:53

Wo müde Pilger rasten

Merseburg (WS). Der Ökumenische Pilgerweg Görlitz-Vacha besteht 2014 in seinem elften Jahr. Er führt durch fünf  Bundesländer - auch durch Sachsen-Anhalt. In Merseburg gibt es sogar eine Besonderheit: Hier dient eine Kirche selbst als Herberge für die Pilger.

Auf der mittelalterlichen Handelsstraße Via Regia zogen nicht nur Könige, Krieger und Händler, auch Pilger folgten ihr. Sie durchreisten das Abendland mit dem Wissen um Heilige Ziele und schufen so ein Geflecht von geheiligten Wegen.
Der Ökumenische Pilgerweg orientiert sich am historischen Verlauf der Via Regia und knüpft an die Geschichte der Pilger vergangener Jahrhunderte an. Nach Santiago de Compostela weist die gelbe Muschel auf blauem Grund und dient somit als Markierung des 450 Kilometer langen Weges von Görlitz bis Vacha.
In alter christlicher Tradition haben sich Menschen am Weg bereit erklärt, Pilger aufzunehmen. Die Herbergen stehen in gut erreichbaren Abständen entlang des gesamten Weges für Pilger ganzjährig offen und bieten einfaches Nachtlager.
Am 6. Juli 2003 wurde der Ökumenische Pilgerweg Görlitz-Vacha, der Teil des Netzes europäischer Jakobswege ist, in Königsbrück eröffnet.

Merseburg, auch eine Etappe an diesem Pilgerweg, war damals sogar etwas schneller: Bereits am Vortag wurde hier die Pilgerherberge Neumarktkirche im Rahmen eines Kirchgemeinde- und Straßenfestes auf dem Neumarkt eröffnet. Der Ökumenische Pilgerweg Görlitz-Vacha war der erste Pilgerweg, der in den fünf neuen Bundesländern entstand.
Das besondere Merkmal des Ökumenischen Pilgerweges ist sein eigenes Herbergssystem, das erstmals so in Deutschland  aufgebaut wurde. Entlang des Weges bieten Privatpersonen, Kirch- und politische Gemeinden, Vereine, kommerzielle Beherbergungsbetriebe etc. einfache und preiswerte Herbergen (oft gegen eine Spende), die in der Regel von einer aus christlichen Wurzeln, Nächstenliebe und tiefer Menschlichkeit getragenen Gastfreundschaft getragen sind. Dieses Herbergssystem gilt heute deutschlandweit als Vorbild für Pilgerwege.

Die Herberge in der Merseburger Neumarktkirche St. Thomae hat dabei noch etwas Eigenes zu bieten: Erstmals seit dem Mittelalter wurde in Europa eine Kirche wieder auch Pilgerherberge. Im Mittelalter war es oft üblich, dass Pilger in Kirchen übernachteten. Bald kamen auch auf dem Ökumenischen Pilgerweg weitere Kirchen als Herbergen hinzu.
Allerdings, Übernachtung direkt im Kirchenschiff, wie es in der Neumarktkirche üblich ist, bleibt immer noch etwas Besonderes. Zwischen 200 und 300 Pilger übernachten jedes Jahr in der Neumarktkirche. Den Schlüssel für ihre Übernachtungsmöglichkeit holen sich die müden Pilger übrigens in der nahen Bäckerei von Thomas Rahaus ab. Danach können sie ihr Bett für eine Nacht auf der Empore von St. Thomae beziehen.

2003 war die Neumarkkirche einzige Pilgerherberge auf dem Pilgerweg zwischen Leipzig und Freyburg. Heute sind eine ganze Reihe von Herbergen dazugekommen, unter anderem in Kleinliebenau an der Kirche, in Löpitz, in Frankleben im Schloss, in Mücheln im „KEEKs“ oder auch in einer privaten Herberge in Roßbach.

Seit 2003 entstand eine Reihe weiterer Pilgerwege - auch im mitteldeutschen Raum. So treffen seit 2005 der St. Jakobus-Pilgerweg Sachsen-Anhalt und der Ökumenische Pilgerweg in Mücheln aufeinander. Dort, wo sich beide Wege begegnen, auf dem Weinberg am Geiseltalsee, entsteht seit dem letzten Jahr die „Europäische Begegnungsstätte der Kulturen“. Sie soll im Mai 2014 eröffnet werden und jedermann zum Verweilen, zum Innehalten und für Informationen offen stehen.
Im Norden des Saalekreises wurde 2008 der Lutherweg eröffnet, der auch zum Pilgern genutzt wird.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet auf www.oekumenischerpilgerweg.de!

 

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