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Wochenspiegel > Wittenberg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Im kleinsten Zoo des Landes >
Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 26.02.2014 um 08:06:39

Im kleinsten Zoo des Landes

Tierparkleiter Mario Lindemann vor der fast fertigen neuen Anlage für Klippschliefer und Gundis Tierparkleiter Mario Lindemann vor der fast fertigen neuen Anlage für Klippschliefer und Gundis
Foto: Wolfgang Gorsboth Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Ehrgeizige Zuchtprogramme und seltene tierische Attraktionen

Klippschliefer und Gundis werden zum ersten Mal vergesellschaftet.

Wittenberg (wg).
„Wir sind mit rund 5.000 Quadratmetern der kleinste Zoo in Sachsen-Anhalt“, erklärt Tierpark-Chef Mario Lindemann. Klein, aber fein, denn demnächst verfügt Wittenberg über eine weitere und höchst seltene tierische Attraktion: Gundis. „Auf der Welt gibt es nur zehn Zoos, die Gundis halten, in Deutschland nur drei.“ Die vier Gundis kommen aus dem Aqua-Zoo Düsseldorf. Die auch Kammfinger genannten Nagetiere ähneln südamerikanischen Meerschweinchen und leben am Nord- und Südrand der Sahara. 

„Gundis sind tagaktiv und sehr agil, außerdem geschickte Kletterer“, beschreibt Lindemann Eigenschaften, die auch auf die beiden Klippschliefer zutreffen, die vom Stuttgarter Zoo Wilhelma kommen. Klippschliefer und Gundis werden zusammen in der fast fertig gestellten neuen Afrika-Anlage gehalten: „Wir sind weltweit der erste Zoo, der diese Vergesellschaftung in Freilandhaltung erprobt“, sagt Lindemann. Man habe das Experiment sorgfältig mit Fachleuten besprochen. Die Eröffnung der neuen Anlage ist für den 17. Mai vorgesehen, die Tiere kommen bereits in der letzten Aprilwoche, damit sie sich in ihrer neuen Umgebung einleben können.

Finanziert wurde die 180.000 Euro teure Anlage von einem gebürtigen Wittenberger, der ungenannt bleiben möchte. „Ein derart großzügiger Förderer ist ein absoluter Glücksfall für uns“, freut sich Lindemann, zumal der spendable Tierparkfreund auch das nächste große Vorhaben finanzieren will: Den Neubau des alten, aus den 60er Jahren stammenden Krallenaffenhauses, das nicht mehr heutigen Standards entspricht. Der Abriss soll bereits im Mai erfolgen, auch mit Blick auf die bevorstehende Verschärfung der Zoo-Richtlinien für die Haltung von Säugetieren durch die EU.

Volles Programm für jeden Zoo

„Wir wollen uns den neuen Anforderungen nach einer artgerechteren Haltung stellen, um den Zoo-Status nicht zu verlieren“, berichtet Lindemann. Jede Einrichtung mit mehr als fünf nicht einheimischen Tierarten muss sich diesen Richtlinien unterwerfen, und diese sind streng, einmal im Jahr erfolgt eine Kontrolle. Dabei müssen nachgewiesen werden: Tierbestands- und Gehegeplan, Programm zur tiermedizinischen Versorgung für alle Arten, Programm für artgerechte Ernährung und Pflege sowie der Nachweis, dass alle Tiere optimal untergebracht sind, anerkannte Auffang- und Pflegestation für verletze und vom Aussterben bedrohte einheimische Wildtierarten, die Vermittlung von Lehr- und Bildungsinhalten für Zoobesucher sowie die Qualifizierung der Mitarbeiter.

„Wir erfüllen das volle Programm wie die großen Zoos“, betont der Tierpark-Chef. Das gilt insbesondere für die Richtlinie, dass sich Sachsen-Anhalts kleinster Zoo auch an Forschungs- und Aufzucht-Programmen beteiligt. „Mit dem europäischen Nerz, den Bolivianischen Totenkopfaffen sowie den Spring- und Rotbauchtamarinen sind wir gleich viermal im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm vertreten“, zählt Lindemann auf. Für den kleinen Zoo eine tolle Sache, zumal er gute Zuchterfolge verzeichnet.

Kleine Tierarten, hoher Schauwert

Wittenbergs Zoo ist zwar klein, trotzdem attraktiv für Besucher, weil abwechslungsreich: Hier leben 130 Tiere in drei Arten, dazu kommt das neu eingerichtete Aquarium mit 150 Individuen in 50 Arten. „Wir können keine großen Tiere zeigen und setzen daher auf kleine Tierarten mit hohem Schauwert“, so Lindemann. Affen bilden einen besonderen Schwerpunkt: Im Tierpark findet der Besucher Kattas, Brazza-Meerkatzen, Rotbauchtamarine, Lisztaffen, Gelbkopflöwenaffen, Zwergseidenäffchen, Springtamarine und Bolivianische Totenkopfäffchen.

Überaus putzige und muntere Kleinsäuger findet der Besucher auch im Erdmännchen-Gehege, einem Publikums-Magneten. Beliebt bei Kindern ist überdies der Streichelzoo. Auch die neue Anlage mit Klippschliefern und Gundis dürfte sich schnell zu einem Publikumsrenner entwickeln, ist sich der Tierpark-Chef sicher.

Info:

Ab 1. März hat der Tierpark von 9.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, ab 1. April bis 19 Uhr. Eintrittsgeld wird nicht erhoben, aber Sachsen-Anhalts kleinster Zoo freut sich über jede Spende. Träger des Tierparks ist der Förderverein mit 17 Mitgliedern. Jederzeit können sich Interessenten melden, die eine Tierpatenschaft übernehmen wollen.



Leserkommentare:


Thomas Schwab , Lutherstadt Wittenberg :
"Schön wäre es, wenn Unterhaltung und artgerechte Pflege ähnlich streng auch bei Menschen kontrolliert werden würde!"

Sven, Herborn:
"Das ist doch Quatsch. Es gibt zig Gundis in Deutschland, in den Zoos Cottbus, Düsseldorf, Frankfurt, Halle, Herborn, Münster, Neunkirchen, Rostock und Stuttgart. Siehe Zootierliste.de. Allein in Europa neun weitere. Lindemann hätte nur im Aquazoo fragen müssen, die sind ja der Zuchtbuchführer. Auch die Erklärungen zur EU-Richtlinie sind, gelinde gesagt, sehr fragwürdig. Ich sage nur "optimale Unterbringung". Ich hoffe, Herr Lindemann hat in der praktischen täglichen Arbeit mehr Fachverstand als im Interview."


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