Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Wittenberg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Lebensretter brauchen Hilfe >
Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 06.03.2014 um 09:00:19

Lebensretter brauchen Hilfe

Die DLRG-Ortsgruppe Wittenberg beim Einsatz im Juni 2013. Die DLRG-Ortsgruppe Wittenberg beim Einsatz im Juni 2013.
Foto: Wolfgang Gorsboth Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
DLRG-Ortsgruppe Wittenberg leistet vorbildliche Arbeit

Vereinsdomizil Hochwasser, Ersatzneubau kostet 1,1 Millionen Euro.

Wittenberg (wg).
Beim Juni-Hochwasser waren die Helfer der Ortsgruppe Wittenberg der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) pausenlos im Einsatz: „Wasserrettung ist im Katastrophenfall unsere Kernaufgabe, die DLRG hat dafür ausgebildetes Personal und Material“, erklärt Alexander Kölling, Vorsitzender der Ortsgruppe. Während die Helfer eine Woche lang rund um die Uhr im Einsatz waren, wurde das DLRG-Domizil in der Dresdener Straße zum Opfer des Hochwassers: Heute benötigen die engagierten Helfer selber Hilfe. 

„Das ganze Objekt wurde unterspült, es hat sich abgesenkt und im Fundament haben sich Risse gebildet“, berichtet Kölling, „weil es im Uferbereich keine Spuntwände gibt, konnte man sehen, wie Muttererde unter dem Fundament herausgespült wurde.“ Eine Sanierung kommt nicht mehr in Frage, sie wäre unwirtschaftlich, zumal das in den 1930er Jahren gebaute Objekt nicht den heutigen Standards entspricht. Ein Ersatzneubau kostet 1,1 Millionen Euro, davon entfallen 40.000 Euro auf den Abriss und 120.000 Euro auf den Einbau der Spuntwände.

Weil das Hochwasser aber nicht ins Objekt reingeflossen ist, zahlt keine Versicherung. Da die DLRG aber auch eine Sportstätte ist, kann die Investitionsbank des Landes bis zu 100 Prozent fördern, das Problem: Die Bank fördert nur einen Ersatzneubau, der eins zu eins dem Vorgängerbau entspricht. „Wir haben 2003 dieses Objekt übernommen, damals hatten wir 30 Mitglieder, ein Hartschalenboot, ein Gummirettungsboot und zwei Fahrzeuge“, rechnet Kölling vor, „heute haben wir aber 135 Mitglieder, drei Rettungsboote und drei Fahrzeuge.“

Die Anschaffung des dritten Bootes und des dritten Fahrzeuges ergaben sich aus dem Katastrophenschutzgesetz. Die Garage für Fahrzeuge und Boote ist inzwischen viel zu klein. Die Tauchkompressoren müssten separat untergebracht werden, allein, es fehlt der Platz. In der DLRG-Ortsgruppe werden auch Strömungsretter ausgebildet, die Neoprenanzüge müssen nach dem Einsatz getrocknet werden, auch hierzu fehlt der Platz. Trotz der vielen Mitglieder verfügt der Sanitärtrakt nur über je eine Toilette und eine Dusche für Männer und Frauen, gesetzlich vorgeschrieben wären je drei.

„Wir wissen, dass der Ersatzneubau teuer ist und haben uns nach alternativen Objekten umgesehen“, so Kölling. „Es gibt aber keinen besseren Standort als direkt an der Elbe, wir brauchen für die Tauchausbildung und das Training mit den Rettungsbooten Wasser, üben auf dem Trockenen funktioniert nicht.“ Wegen der guten Bedingungen vor Ort kommen Einsatzkräfte aus ganz Sachsen-Anhalt zum Training hierhin. Vom DLRG-Bundesverband hat die Ortsgruppe 30.000 Euro erhalten, um damit das Baugutachten und weitere Planungen finanzieren zu können. 

„Wir wollen keinen Palast, aber wir brauchen einen Ersatzneubau, der größer ist als der Vorgängerbau“, sagt der Vereinsvorsitzende. Derzeit prüft die Investitionsbank des Landes die Förderfähigkeit des Vorhabens, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der die DLRG-Ortsgruppe vor drei Wochen besuchte, hat seine Unterstützung zugesagt. Auch die Aufgabenfelder wachsen: So beginnt im März eine Ausbildung zum Rettungsbootführer. „Die DLRG arbeitet mit anderen Helfern zusammen, von der Feuerwehr über das THW bis hin zur Bundeswehr“, erklärt Kölling. Gemeinsam mit dem DRK gibt es eine Ausbildung im BOS-Funk.

Groß geschrieben wird die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Jeden Montag üben sie den Umgang mit Rettungsgeräten, Erste Hilfe, Trailern und vieles mehr, angeleitet werden sie von sechs Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren. „Bei uns übernimmt man schon früh Verantwortung, denn man wächst mit seinen Aufgaben“, betont der Vorsitzende. „Wir stehen früher auf“: Samstagmorgen zum Training in der Piesteritzer Schwimmhalle kommen 120 Mitglieder, keine Selbstverständlichkeit, aber typisch Sachsen-Anhalt. Im vergangenen Jahr wurden ehrenamtlich 20.000 Stunden geleistet. Jeden Tag gibt es Trainings-, Ausbildungsprogramme oder Einsätze. Kölling: „Bei uns ist immer was los, wir sind jeden Tag einsatzbereit!“

Info:

Für 2014 sucht die DLRG-Ortsgruppe Wittenberg vier Bundesfreiwilligendienstler, das Alter spielt keine Rolle. Sie sollen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, bereit sein, an Kindergärten und Schulen über Baderegeln und das Verhalten auf Eisflächen zu informieren und auch den Badebetrieb im Strandbad Reinsdorf abzusichern. Die dazu erforderliche Ausbildung zum Rettungsschwimmer erfolgt kostenlos durch die DLRG. „Wir suchen zuverlässige Leiter, die teamfähig sind, aber auch selbstständig arbeiten können“, so Kölling.

Interessenten melden sich unter Tel.: 03491/45 96 71.



Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Boten für den Kirchentag Boten für den Kirchentag   Laufaktion der Wittenberger Botenläufer vom 10. bis 14. April. Auf dem Weg zum Evangelischen Kirchentag und zur Weltausstellung ...
Anzeige
Trauerportal
Wittenberg zählt die Tage Wittenberg zählt die Tage In einem Jahr wird die Weltausstellung eröffnet. ...
Anzeige
Vereinbarkeit von „Beruf und Familie" Vereinbarkeit von „Beruf und Familie Sandersdorf-Brehna als "Kinderfreundliche Kommune" im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ausgezeichnet. Wettbewerb des Landkreises Anhalt-Bitterfeld:...
Anzeige
Trauerportal