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Wochenspiegel > Wittenberg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Dörfler kämpft für die Elbe >
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aktualisiert am 25.03.2014 um 20:10:55

Dörfler kämpft für die Elbe

Ernst Paul Dörfler kämpft seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt einer natürlichen Elbe. Ernst Paul Dörfler kämpft seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt einer natürlichen Elbe.
Foto: Antje Weiß Galerie (1 Bild)
Für den Naturschutz leben - Typisch Sachsen-Anhalt

Wirtschaftsfaktor Natur: Sanfter Tourismus als Chance. 

Wittenberg (aw)
. Ruhig fließt die Elbe dahin. Die Strömung setzt die letzte Gierseilfähre in Bewegung. Radtouristen genießen den Ausblick auf den Sonnenuntergang und die verträumte Landschaft ebenso wie Ernst Paul Dörfler: „Es könnte bald grün werden“, sagt der Leiter des BUND-Elbeprojekts und schaut zufrieden auf „seinen“ Fluss. Stare trällern in den noch kahlen Baumkronen. „Diese Vögel können Stimmen imitieren, damit wollen sie die paarungsbereiten Weibchen beeindrucken“, weiß Dörfler. So oft es geht, fährt Dörfler, der sich auch als Buchautor einen Namen gemacht hat, an die Elbe: „Wenn andere noch schlafen, beobachte ich die Vögel. Hier gibt es 310 Vogelarten, das ist einsame Spitze.“

In diesem Jahr sei das Frühjahr für die Störche viel zu trocken, die beliebten Vögel brauchen feuchte Wiesen und Tümpel. Finden sie kein Futter, bleibt der Nachwuchs aus. „Noch nie war der Pegelstand im März so niedrig“, sagt Dörfel. Die Wassertiefen variieren stark: Mal kommen die Schiffe bei Niedrigwasser nicht weiter, mal sind die Auenwälder überflutet – und auch bei Hochwasser können die Schiffe nicht fahren.  Weil das ganz natürlich und regelmäßig so ist, hat Dörfler für die Förderung der Binnenschifffahrt auf der Elbe kein Verständnis: „Millionen von Euro werden für den Ausbau der Wasserstraße ausgegeben, obwohl nur wenige Schiffe fahren können. 

Über das Jahr gesehen ist die Elbe nicht schiffbar und wird es auch in Zukunft nicht sein“, sagt der Experte. Deshalb protestiert er gemeinsam mit anderen Naturschützern in der Bürgerinitiative Pro Elbe regelmäßig gegen die Baumaßnahmen im Fluss. 
Doch es gibt gute Nachrichten: Nach 20 Jahren heftiger Auseinandersetzungen soll die Lage am Fluss analysiert und ein Gesamtkonzept erarbeitet werden. Die Flusslandschaft ist UNESCO-Biosphärenreservat, auf etwa 600 Kilometern fließt der Strom noch frei, es gibt hier keine Kanalisierung, keine Staumauern. 

Doch die Meinungen sind weiterhin konträr: „Die einen wollen, dass die Elbe ganzjährig befahrbar ist, wir wollen, dass die Elbe so bleibt wie sie ist und noch schöner und sauberer wird; auch Lachse und Störe sollen wieder laichen.“ Freuen kann sich Dörfler über eine aktuelle Nachricht. „Der ADFC hat den Elberadweg zum zehnten Mal in Folge zum beliebtesten Radweg in Deutschland gewählt.“

Tourismus als Chance 

„Am schönsten ist die Elbe in Sachsen-Anhalt“, meint Dörfler. In Wittenberg, Dessau, Barby gibt es die letzte urwüchsige Auenlandschaft in Mitteleuropa. Nördlich von Magdeburg gibt es große Wiesenlandschaften mit vielen Gewässern. „Dort brüten gleich drei Storchenpaare auf einem Dach. Das gibt es kein zweites Mal in Deutschland.“ Zahlreiche Touristen hätten dieses Naturparadies entdeckt, kommen gern – und jeder Gast lässt pro Tag etwa 70 Euro hier. „Diesen Schatz gilt es zu bewahren, im Tourismus liegt die Chance für Sachsen-Anhalt“, mein Dörfler.

Leben für den Naturschutz
 
Ernst Paul Dörfler wurde 1950 in Kemberg geboren und wuchs in Meuro auf. „In den Dabruner Weinbergen habe ich an einem alten Elbarm das Schwimmen gelernt.“ Gern erinnert er sich an seine kleine Schule in Pretzsch: „Ich habe meine Biologielehrerin verehrt, sie war der Anlass, mich um die Natur zu kümmern.“ Zu DDR-Zeiten hat er Flusswasser auf Belastungen untersucht. 1975 bis 1982 war er Ökochemiker am Institut für Wasserwirtschaft in Berlin und Magdeburg - mit strengem Redeverbot: „Umweltdaten sammeln war in der DDR strafbar.“ 1982 kündigte er aus Gewissensgründen und ist seitdem freiberuflicher Schriftsteller. Um sein erstes Buch „Zurück zur Natur“ zu veröffentlichen, musste er drei Jahre kämpfen. Von der Stasi überwacht, hielt er Vorträge über Umweltprobleme. 

1989 waren er und seine Frau Marianne Mitbegründer der Grünen Partei und arbeiteten am Runden Tisch in Berlin mit. Heute wohnt er in Zerbst an der Elbe und arbeitet weiter an seinem Motto: „Die Natur bewahren, so wie sie ist, das ist die Lebensgrundlage für alles.“ Für seine Visionen will er kämpfen solange er lebt: „Ich gehe nicht in Rente, jetzt geht’s erst richtig los.“ Über den Reichtum an Natur und Kultur entlang der Elbe schreibt er an einem Reiseführer, sein elftes Buch: „Von Wittenberg nach Wittenberge“. Ab Mai lädt er wieder in Wittenberg, Dessau, Coswig und Bernbug zu Nachtigallkonzerten an der Elbe ein. „Mensch und Natur müssen zusammengefügt werden. Jeder soll rausgehen und die Natur begreifen lernen. Natur macht Spaß und ist gut für unsere Seele.“




 

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