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Wochenspiegel > Wittenberg > Aktionsjahr: Typisch Sachsen-Anhalt > Brett’l-Keller im Schmetterlingspark >
Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 02.05.2014 um 13:14:41

Brett’l-Keller im Schmetterlingspark

Der Alaris Schmetterlingspark ist mit seinen rund 1.000 Quadratmetern der zweitgrößte in Deutschland, aber wohl der einzige, der regelmäßig Kleinkunst mit eigenem Ensemble auf der Brett’l-Bühne anbietet. Der Alaris Schmetterlingspark ist mit seinen rund 1.000 Quadratmetern der zweitgrößte in Deutschland, aber wohl der einzige, der regelmäßig Kleinkunst mit eigenem Ensemble auf der Brett’l-Bühne anbietet.
Foto: Wolfgang Gorsboth Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Kleinkunst vor der faszinierenden Kulisse eines Tropenparadieses

Hier kommen Naturfreunde und Kleinkunstliebhaber voll auf ihre Kosten.

Wittenberg (wg)
. Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür, wer trotzdem noch keine Schmetterlinge im Bauch verspürt, ist im Alaris Schmetterlingspark genau richtig, denn hier schwirren sie einem zumindest um denselben. Und beim anschließenden Besuch des Brett’l-Kellers kann man noch etwas für seinen Kopf tun und gleichzeitig das Zwerchfell strapazieren lassen, denn dort wird Kleinkunst vom Feinsten geboten, eine Kombination, die nicht nur in Sachsen-Anhalt einmalig sein dürfte.

Das Tropenparadies, das im Sommer 1998 eröffnet wurde und die Kleinkunst-Bühne, die vor zehn Jahren ihren Spielbetrieb im Schmetterlingspark aufnahm, haben dabei keineswegs zufällig zusammengefunden: „Wir haben mit dem Ensemble des zum Mitteldeutschen Landestheaters gehörenden Brett’l-Keller in Uslar ein Gastspiel gegeben und das dortige Schmetterlingshaus besichtigt“, erinnert sich Georg Kersten Liebold, von Hause aus Opernsänger, der an der Mehrspartenbühne aber auch im Kabarett eingesetzt wurde.

Schon damals stand die einige Jahre später vollzogene Schließung des Wittenberger Theaters auf der Tagesordnung, Liebold wollte nicht tatenlos zusehen, bis er entlassen wird und suchte und fand eine neue Perspektive: „Ich habe mich bewusst für das Alaris-Konzept von Uslar entschieden, weil man dort auf Naturnähe setzt und auf Kauf-Schmetterlinge verzichtet.“ Das Betreiber-Ehepaar der Anlage in Uslar war bereit, sein Know-how zur Verfügung zu stellen, es wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, woraus sich „eine tolle Freundschaft entwickelt hat.“ 

Seit der Eröffnung hat sich einiges geändert, vor allem die Artenfülle hat erheblich zugenommen. Im Wittenberger Schmetterlingspark flattern rund 140 Arten, die Hälfte der Insekten wird hier vor Ort gezüchtet, die anderen stammen von Vertragspartnern in Peru, Philippinen, Costa Rica und Surinam. Inzwischen läuft der Import für alle vier Alaris-Häuser in Deutschland über die Lutherstadt, wo man auch besondere Zuchterfolge zu vermelden weiß: Nur hier wird in Europa eine seltene Vogelflüglerart aus der indoaustralischen Region gezüchtet.

Die Lebensdauer der tropischen Falter ist recht kurz, deshalb schlüpfen jeden Tag neue. Nicht nur die farbenprächtigen Falter, sondern auch alle Entwicklungsstadien vom Ei über Raupe und Puppe können beobachtet werden. Jeden Monat bietet sich ein anderes Artenspektrum und mithin ein anderes Bild, wozu auch die sich stetig wandelnde Vegetation mit Orchideen, Bromelien, Palmen, Bananenstauden und vielen anderen exotischen Pflanzen beiträgt. Bewirtschaftet wird dieses (sub-)tropische Paradies ohne jeglichen Einsatz von Gift: Die empfindlichen Schmetterlinge würden als erste eingehen, deshalb werden Ameisen von Wachteln und Spinnen von australischen Prachtfinken vertilgt, Marienkäfer gegen Blattläuse eingesetzt.

Schmetterlinge und Kleinkunst

Weder Netze noch Glas trennen Mensch und Schmetterling voneinander, und wenn sich der Besucher in der üppigen Pflanzenwelt bewegt, kann es ihm passieren, dass ein Falter sich auf die mit einer großen Blüte verwechselten bunten Kleidung setzt. „Schmetterlinge betrachten den Menschen nicht als Feind und flattern deshalb zutraulich auf ihn zu, nur anfassen sollte man diese filigranen Tiere nicht“, sagt Liebold.

Der Opernsänger mit dem Faible für Kleinkunst stand parallel auf der Bühne des bis 2004 im Schlosshof untergebrachten und von Carola Bläss zehn Jahre lang geleiteten Brett’l-Kellers. Doch dann wurden die Amtshäuser zur Jugendherberge umgebaut, die Kleinkunst musste sich ein neues Domizil suchen und fand dieses in der großzügig angelegten Cafeteria des Schmetterlingsparks. „Durch die Kleinkunst bin ich zu den Schmetterlingen gekommen, nun fand das Kabarett im Tropenparadies seine neue Heimat“, beschreibt der oberste Hüter der Falter, wie eine ungewöhnliche Entwicklung zu einem glücklichen Abschluss kam.

Bläss spielt auch in Halle

Vorstellungen gibt es freitags und samstags, Beginn 20 Uhr, außerdem gehen Liebold und seine kabarettistische Mitstreiterin Carola Bläss, Tochter des langjährigen Wittenberger Intendanten Helmut Bläss auch auf Abstecher – von der Ostsee bis zum Allgäu. Mit den Aufführungen in Wittenberg und auf den Abstechern erreichen die Kabarettisten jährlich mehr als 3.000 Zuschauer. Bläss ist auch Schauspielerin und Sängerin und war als solche über 20 Jahre im Wittenberger Theater sowie nach Schließung der Spielstätte einige Jahre als Mitglied der „Kiebitzensteiner“ in Halle engagiert. Zu ihren besonders populären Rollen gehört Klofrau Klothilde, eine volkstümliche Frau, die aus dem Blickwinkel der Männertoilette von nebenan dem Publikum die Welt erklärt.

Neben Bläss und Liebold als festem Stamm gastieren zur Verstärkung auch Andrea Schilling und Karin Hoßfeld sowie Heinz Klever, künstlerischer Leiter des Spandauer Volkstheaters Varianta, außerdem gibt es musikalische Unterhaltung, flott und frech mit Regina Thoss sowie die Märchengrotte für die jüngsten Zuschauer. Einen Großteil der Texte schreibt Carola Bläss selbst, andere stammen von Inge Ristock, Lothar Bölck, Heinz Klever und weiteren Autoren. „Wir verzeichnen viele alte Besucher, die früher treue Gäste des Mitteldeutschen Landestheaters waren, aber auch viele junge Leute, das stimmt uns hoffnungsvoll für die Zukunft des Kabaretts in der Lutherstadt“, betont Bläss.

 

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