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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 26.04.2016 um 10:28:57

Anspannen zum Ausspannen - eine Fahrt im Planwagen

Wenn gutmütige altmärkische Kaltblutpferde Urlauber im Planwagen mit rund fünf Kilometern in der Stunde durch eine weitgehend unberührte Natur ziehen, lässt man den Alltag automatisch hinter sich. Wenn gutmütige altmärkische Kaltblutpferde Urlauber im Planwagen mit rund fünf Kilometern in der Stunde durch eine weitgehend unberührte Natur ziehen, lässt man den Alltag automatisch hinter sich.
Foto: Antje Weiß
Das Glück dieser Erde muss nicht alleine auf dem Rücken der Pferde liegen, es  kann auch eine Fahrt im Planwagen glücklich machen.

So jedenfalls die Erfahrung von Peggy und Andreas Guszahn (Foto) aus Seegrehna, einem Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg. Dort hat sich das Ehepaar 2008 mit einem Planwagen-Unternehmen selbst­­ständig gemacht. „Anspannen zum Ausspannen“, lautet das Motto der kleinen Firma. Die Geschäftsidee: Gestresste Zeitgenossen zuckeln im Planwagen, gezogen von einem gut­­mütigen altmärkischen Kalt­­­­blutpferd, mit rund fünf Kilometern in der Stunde durch weitgehend unberührte Natur und lassen dabei den Alltag hinter sich. Erholung pur, die immer mehr Freunde findet.

„2015 war unsere bisher erfolgreichste Saison“, sagt Andreas Guszahn. Im verflixten siebten Jahr des Unternehmens gab es einen Buchungsrekord. Erfolgreich soll es auch für das Unternehmen weitergehen. Die kalte Jahreszeit wird von Peggy und Andreas Guszahn genutzt, um ihre drei Planwagen wieder auf Vordermann zu bringen. Kleine Reparaturen werden erledigt und ein neuer Anstrich ist fällig.

Besondere Aufmerksamkeit er­­­­halten in der kalten Jahreszeit auch die tierischen Mitarbeiter des Unternehmens. Vier ausgebildete Kaltblüter gehören mittlerweile dazu. Mit den gutmütigen und intelligenten Pferden wird im Winter „Korrektur gefahren“. Das heißt, die Tiere müssen sich von so mancher liebgewordenen Sommer-Angewohnheit verabschieden, denn in der neuen Saison, die Anfang April beginnt, sollen sie die Erholungssuchenden wieder langsam und sicher durch die Natur kutschieren.

Die Urlauber müssen den Pferden vertrauen und die Tiere den Menschen. Beide Parteien sind mindestens drei Tage und drei Nächte lang aufeinander angewiesen. Die Tiere müssen sich immer wieder innerhalb kurzer Zeit auf andere Kutscher einstellen, das kann nicht jedes Pferd. Training ist deshalb sehr wichtig für die Vierbeiner.

Auch die Gäste werden vor jeder Tour gründlich eingewiesen. Zunächst theoretisch. „Einen halben Tag lang erklären wir die Grundlagen“, sagt Peggy Guszahn. Dann gilt es, das Gelernte von einem der Urlauber in der Praxis anzuwenden. Auf den ersten Kilometern wird der Planwagen noch von einem der Guszahns begleitet. Läuft alles glatt, werden die Erholungssuchenden mit ihrer mobilen Herberge, ihrem Pferd und der Natur alleingelassen.

Das Erholen kann beginnen. Die Urlauber haben vor der Abreise eine detaillierte Reisebeschreibung ihrer Wunschroute erhalten. Im Schnitt werden von ihnen am Tag 15 Kilometer zurückgelegt. Die Entscheidung, wo es lang gehen soll, ist jedoch nicht immer einfach.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe, die Dübener Heide oder das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehören zu den beliebtesten Zielen der Planwagenfahrer, die aus ganz Deutschland und halb Europa nach Seegrehna kommen. Die Touren führen fast ausschließlich über Feld- und Waldwege. Von den Grundstückseigentümern  hat das Ehepaar Guszahn im Vorfeld die Genehmigungen dafür eingeholt. Übernachtungsplätze gibt es auf Bauern- und Pferdehöfen. Auch mit deren Eigentümern wird kooperiert. Auf manchen Wiesen dürfen die Planwagenfahrer auf Zeit eine Wanderkoppel einrichten. Mitunter lockt ein idyllisch gelegener See zum Baden. Übernachtungsplätze sind allerdings festgeschrieben. Zur Pflicht für die Zivilisationsflüchtlinge gehört auch die tägliche Versorgung des Pferdes.

„Den Gästen gefällt es, im Einklang mit der Natur zu leben“, sagt Peggy Guszahn. Zu den Pferden entwickelt sich mitunter eine besondere Beziehung. „Gerade in der Weihnachtszeit erhalten wir zahlreiche Futterpakete für unsere Tiere“, berichtet die 50-Jährige.

Ganz die Zivilisation hinter sich lassen, müssen die Planwagen-Urlauber jedoch nicht. Ein Handy ist mit an Bord. Damit können die Urlauber im Notfall die Unternehmer anrufen. Regenfeste Bekleidung und ausreichend Mückenschutz sollte der Planwagen-Urlauber im Sommer mitbringen, empfiehlt Peggy Guszahn. Die Einrichtung der mobilen Herberge ist zweckmäßig. Viel Luxus ist naturgemäß allerdings nicht zu erwarten. Die Planwagen sind mit Schlaf- und Sitzmöglichkeiten, Schränken, einem Tisch, Geschirr sowie einer kleinen Küchenzeile mit gasbetriebenem Herd und Kühlschrank ausgestattet. Mehr muss für einen erholsamen Urlaub in der Natur wohl auch nicht sein.


Info:
Die Planwagen bieten Schlafmöglichkeiten für je vier bis fünf Personen. Man sollte wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, Handtücher, Taschenlampe, Mückenspray und Sonnenschutz, Reiseapotheke, Einweggrill und natürlich Verpflegung mitbringen. Ein Verpflegungskorb mit regionalen Produkten kann auf Wunsch bereitgestellt werden.

Mindestbuchung: 3 Nächte

Drei Planwagen und vier ausgebildete Kaltblutpferde stehen in dem Seegrehnaer Unternehmen zur Verfügung.

Saison: 1. April-31. Oktober

Auf Wunsch kann auf dem Planwagen-Hof in Seegrehna im Tippi übernachtet werden. 

Kontakt:
„Der Planwagen – natürlich Reisen mit Pferd und Wagen“
Mühlstraße 2a, 06888 Lutherstadt Wittenberg/OT Seegrehna
Alle Informationen zum Planwagen-Urlaub gibt es im Internet unter www.der-planwagen.de.
 

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