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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 26.04.2016 um 10:20:16

Ideenschmiede und Manufaktur in Pouch

Handarbeit ist bis heute das A und O bei den Bootsbauern in Pouch. Ihr Motto: „Wo ein Doppelsteck-Paddel Platz findet, hat auch das Boot Platz“. Und in der Ideenschmiede wird immer wieder fleißig getüftelt. Handarbeit ist bis heute das A und O bei den Bootsbauern in Pouch. Ihr Motto: „Wo ein Doppelsteck-Paddel Platz findet, hat auch das Boot Platz“. Und in der Ideenschmiede wird immer wieder fleißig getüftelt.
Foto: Karin Schalow

Der RZ `85  ist eine Legende unter den Faltbooten! Ganze Generationen von Freizeitpaddlern hat der RZ `85 über Seen und Flüsse getragen, ziemlich oft in den Campingurlaub. Denn genau dafür wurde der Urlaubs-Klassiker entwickelt und gebaut, und das schon Anfang der 1950-er Jahre! Bis heute wird der Reisezweier, das „Schiff“ unter den Familienbooten, in der Manufaktur der Poucher Boote, GmbH gebaut.

Ein Boot mit Kultstatus! Schnell, wendig, robust: 5,50 Meter lang, 85 Zentimeter breit und gerade einmal 29 Kilogramm schwer, kann der RZ `85 bis zu 250 Kilogramm tragen und bietet dabei Platz für eine komplette Campingausrüstung. Und dabei hat er im Ernstfall, verpackt in Taschen, Platz zwischen Kleiderschrank und Zimmerdecke. Ein FZ 13, der Familienzweier für Touring auf Flüssen und Seen, ein schneller Einer CR 12, ein Phönix ’11, der sich mit wenigen Handgriffen von einem sportlichen Zweier in einen rasanten Einer verwandeln lässt oder der RZ `96, die Weiterentwicklung des RZ `85, ein vor allem extrem sicheres Familienboot - bis zu 1.000 Einzelteile werden in einem solchen Boot verbaut, erklärt Ingolf Nitschke.

Dabei werden die Einzelteile in der kleinen Manufaktur an der Goitzsche aus Esche und finnischer, wasserfest verleimter Birke mit handwerklichem Können selber hergestellt. Leicht und extrem widerstandsfähig sind die Stoffe, aus denen die Bootshäute genäht werden und, erklärt Nitschke, ein Faltboot findet in zwei Packtaschen Platz, die nicht länger als 1,20 Meter sind. Getreu dem Motto: „Wo ein Doppelsteck-Paddel Platz findet, hat auch das Boot Platz“. Auch deshalb sind die Wasssport begeisterten Kunden der Poucher Bootsbauer vor allem in den Großstädten der Republik zu finden.

Ingolf Nitschke, einst Technischer Leiter, des „VEB Favorit Taucha Werk 1 Pouch“, das 1953 mit der Herstellung von Wander-Einern - und Zweiern begann, erinnert sich. 7.000 Boote jährlich wurden damals gebaut, echte Export-Schlager, die jenseits der deutschen Grenze „weit unter Wert“ verkauft wurden.

Und auch der Neubeginn nach der Wende ist noch präsent. Sieben Mitarbeiter wagten 1990 mit der Poucher Boote GmbH den Neuanfang. Damals war es die Tischlerei, die das junge Unternehmen am Leben hielt. Denn noch mussten die Faltboote unter Wert verkauft werden. Bis heute bewähren sich die Tischler nicht nur als Spezialisten im Bootsbau, sondern auch für Neubau und Sanierung von Treppen oder bei Spezialanfertigungen von Möbeln.

Ersatzteile und Reparatur von Faltbooten (nicht nur aus der eigenen Miniwerft) sind heute ein weiteres Standbein, Pool- und Beschattungsanlagen, Planen für Biogasanlagen, Lkws und Transporter - die Poucher Manufaktur hat sich breit aufgestellt.

Kerngeschäft aber bleibt das Faltboot. 300 Boote jährlich baut das derzeit 10-köpfige Team der Mini-Werft. Und die werden nicht nur nach Österreich, Belgien oder Luxemburg, sondern bis in die USA verkauft.

Die Poucher setzen mit ihrer Erfahrung nicht nur auf Traditionen und Legenden.

Vom kombinierbaren Fahrrad zum Faltboot und einem in Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz entwickelten Carbon-Faltboot über die „Garage“ für eine Kanalsystem-Drohne (entwickelt mit dem Fraunhofer Institut) bis zum Faltschlitten als give away für einen großen Autohersteller (eine Kooperation mit der Uni Magdeburg) - die Ideen gehen den Pouchern nicht aus. Auch nicht für neue Boote, wie der Langeiner LE´14 beweist, ein Touringboot , das mit kleinem Packmaß großzügig Platz bietet, mit Komforteinstieg punktet und sowohl auf Flüssen und Seen, als auch auf dem Meer fahren kann.

Zur Zeit befindet sich das Unternehmen noch in Insolvenz. Es sieht aber gut aus, denn fünf potenzielle Interessenten stehen nach dem Insolvenzverfahren, laut Insolvenzverwalter Nikolaus M. Schmidt, bei dem Unternehmen vor der Tür. Die potentiellen Investoren seien zum Teil aus der Region. Einige von ihnen sind sogar in den Bereichen Tourismus und Wassersport/Bootsbau oder im Handwerk tätig.

Da die momentane Auftragslage sehr zufrieden stellend ist und die Firma wirtschaftlich gesund arbeitet, steht man bei der Entscheidung für den Investor nicht unter Zeitdruck und kann sich für einen entscheiden, der die Arbeitsplätze und die Tradition der  Faltbootwerft an der Goitzsche  weiterführen will.

Info:
Poucher Boote GmbH
Poucher Hauptstr. 105
06774 Muldenstausee OT Pouch
Tel. (0 34 93) 5 52 93
info@poucher-boote.de
www.poucher-boote.de
 

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