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Wochenspiegel > Unser Land > Auf eine Bemme: Schatzsuche mit Alex >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 10.08.2016 um 12:04:58

Auf eine Bemme: Schatzsuche mit Alex

Reporter Volker Schwenke ist in den Sommermonaten interessanten Geschichten auf der Spur. Reporter Volker Schwenke ist in den Sommermonaten interessanten Geschichten auf der Spur.
Foto: Volker Schwenke Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Bei den Menschen von nebenan in den Fuhnedörfern. Geschichten aus der Heimat - Reporter Volker Schwenke entdeckt:

Gröbzig (vs).
Es gibt wohl keinen schöneren Fleck mit Blick auf die Fuhneaue und den Petersberg in weiter Ferne, als den Akazienberg in Gröbzig. Wer hier oben sitzt, hat eine kilometerweite Aussicht. Natürlich nur bei bestem Wetter.

In einer schönen Pausen-Raufe können sich Wanderer, Radfahrer oder Besucher ein Vesperbrot schmecken lassen.

Als ich an einem schönen Abend gegen 19.30 Uhr dort oben ankam, war die Vesperzeit zwar schon vorbei, trotzdem saß ein Radfahrer da und schaute in die Ferne. „Darf ich sie in ein kleines Gespräch verwickeln?“, frage ich.

Seine Zustimmung kommt sofort. „Ich heiße Alex Alex und komme aus Bernburg“, sagt er. „Alex Alex?“, dachte ich mir, „wie soll das gemeint sein?“

Der junge Mann merkt, dass ich zum Namen Fragen habe, und zieht gleich seinen Ausweis heraus. Da sehe ich, dass er Alexander Alex heißt. „Meine Freunde nennen mich aber nur Alex, deswegen Alex Alex.“

Dann fängt er an zu erzählen. Er sei 32 Jahre und habe zwei Hobbys, welche er gut miteinander verbinden kann. Einmal sei es das Radfahren. Das wurde ihm aber vor einiger Zeit sehr Nahe gelegt. Durch eine psychische Erkrankung habe es ihm sein Arzt empfohlen. Das soll den Kopf freimachen und ihn auf positive Gedanken bringen.

„Ich habe in meinem Leben schon viel Mist gemacht, doch das möchte ich mit dem Radfahren im wahrsten Sinne des Wortes hinter mir lassen“, berichtet er. So fährt er fast täglich an die 30 Kilometer um seinen Heimatort Bernburg herum. Er habe sich ein Ziel gesetzt. In den nächsten drei Jahren möchte er 10.000 Kilometer schaffen. „Ich bin optimistisch und liege gut in den Kilometern.“

Hier oben auf dem Berg sei er das erste Mal und genieße die Aussicht.

Sein zweites Hobby sei das allseits beliebte Geocaching, informiert der Radfahrer. Weil es hier rund um Gröbzig einige „Schätze“ zu finden gebe, habe ihm sein Navi hier hingeschickt.

Dass ihm das Geocaching viel Spaß bereitet, verraten seine Augen, die plötzlich zu Leuchten beginnen. So erklärt er mir, dass es dabei um von anderen Leuten versteckte kleine oder große Dosen mit Inhalt gehe. In seinem Rucksack hatte er dann auch einige Kleinigkeiten zum Tauschen. Doch das Wichtigere sei, seinen Namen in ein kleines Heft oder Zettel einzutragen.
Die Verstecke sind nicht leicht zu finden. „Ich stand schon mit einer Leiter in einem Bach unter einer Brücke und suchte in fast vier Meter Höhe nach einem Schatz“, sagt er stolz.

Auch auf Bäumen oder in Mauerwerken werde gerne etwas versteckt. Wo verrät ihm das Internet mit den fast genauen Koordinaten. Auch gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, welche durch verschiedene Farbtöne (blau, grün, gelb) zu erkennen sind. Wenn er dann Geocaches gefunden hat, trägt er sie in eine Internetkarte ein. Hier gibt es richtige Ranglisten. „Momentan habe ich 921 Punkte.“

Ein sehr schwierig zu findender Schatz befand sich bei Köthen in einem Waldstück. Hier war der Schatz in einem Baum versteckt. In Könnern hat er mal mit einer Taschenlampe bis tief in die Nacht gesucht. Da bekam er sogar Angst, sich zu verlaufen.

Dass der junge Mann krank ist, fiel mir am dynamischen Erzählen und dem Gestikulieren mit den Armen und gleichzeitigen Ruhephasen mitten im Erzählen auf. „Heute bin ich allein unterwegs, weil es weiter weg von zu Hause ist. Bei kürzeren Touren nehme ich meine kleine achtjährige Tochter auch mit. Da macht das Ganze noch mehr Spaß.“

Das Gedicht auf dem Schild hier oben über „Unse Linne“ (Gröbziger Mundart: Unsere Linde) würde seiner Tochter auch gut gefallen, obwohl selbst er nicht alles versteht, was da in Mundart vom Gröbziger Heimatdichter Leo Löwenthal geschrieben steht.
So langsam setzt die Dämmerung ein und Alex, ob nun der Vor- oder Familienname gemeint ist, schwingt sich auf sein neues Rad, um noch einen Geocache unten an der Fuhne zu suchen. „Ich hoffe, ich finde ihn schnell - und dann aber direkt und zügig nach Hause“, ruft er und verabschiedet sich. Ab ging es den steinigen, holprigen Weg runter zur Fuhne.

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