Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Unser Land > Geboren, um zu schmecken >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 02.09.2016 um 15:21:47

Geboren, um zu schmecken

Die Weihnachtsgans auf unserem Teller ist ca. sechs Monate alt und schmeckt am besten vom Bauern aus der Region. Die Weihnachtsgans auf unserem Teller ist ca. sechs Monate alt und schmeckt am besten vom Bauern aus der Region.
Foto: Sonja Richter Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)

Fünfzehn bis zwanzig Jahre alt kann eine Gans werden, weiß Heiko Bauermann, Mitinhaber des Hühnerhofes in Steuden (Foto). „Aber keine Angst, die Martinsgans oder Weihnachtsgans, die es zum Jahresende in unsere Filialen zu kaufen gibt, ist viel, viel jünger.“ Denn die Gänse, die auf unserem Teller landen, werden nach fünf bis sechs Monaten geschlachtet.

Ob der Gänsebraten dann auch wirklich lecker schmeckt, ist allerdings nicht nur vom Koch, der ihn zubereitet, abhängig. Wächst eine Gans langsam, hat ihr Fleisch eine bessere Qualität. Doch der Mensch hat inzwischen viel in die Natur eingegriffen und Gänse gezüchtet. Und da gibt es die – billige – Mastgans genauso wie die – etwas teuere, dafür aber qualitativ bessere – Weidegans. Und außerhalb von Deutschland werden Gänse immer noch gestopft, um viel Gänseleber als Delikatesse zu erhalten.

„Wir bieten in unseren Filialen die schwere deutsche Weidegans an“, so Heiko Bau­­ermann. Die lebt ihr ganzes Leben lang draußen, frisst viel Grünfutter und Getreide und wächst langsam. Gänse sind ein Saisongeflügel. Deshalb ist es schwierig, mit ihrer Aufzucht allein den Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Hühnerhof Steuden werden deshalb auch keine Gänse selbst groß gezogen, sondern bei vertrauensvollen Gänsezüchtern angekauft. Und da holt sich der Ge­­flügelfachmann nicht nur die ausgewachsenen Tiere für den Verkauf, sondern auch hin und wieder Jungtiere, die dann bei Freunden aufwachsen.
Gänse legen das ganze Jahr über ihre Eier, aber zur Brutzeit – vom Frühjahr bis zum Herbst – ist ihre Hochzeit im Eierlegen. Dann kön­nen es 40 bis 80 Stück werden. Da der gewerbliche Handel mit Gänseeiern (übrigens auch mit Enteneiern) in Deutschland verboten ist, wird man die, die nicht zur Zucht gebraucht werden, bei uns auch in keinem Geschäft finden. Früher, als fast jeder auf dem Dorf noch seine eigene Gänseschar auf dem Hof hatte, sind die überzähligen Eier schon mal im Kuchen gelandet.

Mit der Brut ist es so eine Sache. Damit das Ei ringsherum gleichmäßig ausgebrütet wird und nach 28 Tagen die Gössel schlüpfen können, müssen die Eier gewendet werden. Das macht die Gän­­semama ganz
automatisch bei einer Naturbrut, im Brutkasten sorgt dafür eine Maschine. Da Gänse Nestflüchter sind, können sie auch ohne Mutter ganz gut leben. Aber man kann Gänse prägen. Wer als Erster nach dem Schlupf da ist, wird als Mutter akzeptiert. Da erinnert man sich doch an das Bild vom Gänselieschen, dem die Tiere auf Schritt und Tritt folgen. Und weil Gänse von Natur aus auch Herdentiere sind, bleiben sie in ihrer Gruppe zusammen.

Die Natur hat übrigens für noch viel mehr Eigenschaften gesorgt. So sind Gänse Wassergeflügel, brauchen aber nicht unbedingt einen Teich oder See in ihrer Nähe. Vom Körperaufbau her kann eine Gans nicht untergehen. Schwimmen gehört zu ihrer Natur.

Und auch das Fliegen ist eigentlich an­­­­geboren. Aller­­dings haben das viele der gezüchteten Arten inzwischen „verlernt“. Was es den Züch­­tern einfacher macht.

Die Wiesen oder Höfe, auf denen die Gänse aufwachsen, brauchen deshalb nur einen Schutz zur Seite und nicht unbedingt nach oben. Dabei muss man den Schutz gar nicht so sehr auf das Ausbrechen, sondern eher auf das Einbrechen ausrichten. Wilfried Ritter aus Teutschenthal, der zur Eigenversorgung einige Gänse hält, weiß ein Lied davon zu singen. Sind die Tiere noch sehr klein, sind sie oft Opfer von Raubvögeln. Ausgewachsene Gänse lassen sich dann Fuchs oder Waschbär gern schmecken.

Wenn Fuchs, Waschbär oder anderes Getier es nicht geschafft haben, die Gänse zu holen, dann landen sie zum Martinstag oder Weihnachten knusprig gebraten auf unserem Teller. Lecker, allerdings nicht ganz kalorienarm ist auch das Gänsefett. In Betten mit Gänsefedern (da müssen aber noch die Kiele entfernt werden) lässt es sich himmlisch schlafen. Und was für uns Abfall ist, nämlich Füße und Zunge von Gans (und Ente), zählt im asiatischen Raum als leckere Spezialität.
Und wenn die Gans nicht geschlachtet wird? Dann kann sie über 15 Jahre alt werden, versichert Heiko Bauermann und fragt sicherheitshalber bei einem seiner Freunde nach. Der hatte vor vielen Jahren eine junge Gans von ihm erhalten und die lebt immer noch und beschützt Haus und Hof. Denn Gänse sind auch sehr wachsam. Nicht umsonst hatten die alten Römer sie deshalb schon als Torwächter eingesetzt.

INFO:
www.huehnerhof-steuden.de

 

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Spargel küsst Erdbeere Spargel küsst Erdbeere Ob weiß oder grün: Von April bis 24. Juni (Johannistag) ist Spargel der unbestrittene Spitzenreiter unter den Gemüsen. Sein aromatischer...
Anzeige
Unser Land
Aus dem Wasser auf den Tisch Aus dem Wasser auf den Tisch Fisch ist gesund, das weiß jeder. Unter der Leitung von Meisterkoch und Berufsschullehrer Bernd Lücke kochen zukünftige Köche einige...
Anzeige
In Schleckweda wird viel gemeckert In Schleckweda wird viel gemeckert Wenn abends die Sonne in einem spektakulären Rot hinter dem Ziegenhof in Schleckweda untergeht, wissen Astrid und Igor Blume, dass sie alles richtig...
Anzeige
Sag Ja!