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Wochenspiegel > Unser Land > Wo der Wein neben Obstbäumen reift & schmeckt >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 02.09.2016 um 15:14:20

Wo der Wein neben Obstbäumen reift & schmeckt

Höhnstedter Kelterberg im Saalekreis wurde in die nationale Liste der 
„Schönsten Weinsichten Deutschlands“ aufgenommen. Höhnstedter Kelterberg im Saalekreis wurde in die nationale Liste der „Schönsten Weinsichten Deutschlands“ aufgenommen.
Foto: Susanne Christmann Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)

Schöne Aussicht gefällig? Dann nichts wie hin auf den Kelterberg nach Höhnstedt im Saalekreis – Gemeinde Salzatal! Denn genau der Blick,     den man von dort oben auf die Hänge des Kreisberges werfen kann, ist jüngst im August berechtigterweise offiziell in die nationale Liste der „Schönsten Weinsichten Deutschlands“ aufgenommen worden. Hier finden nur Aussichtspunkte Aufnahme, die besonders spektakuläre Ausblicke in die deutschen Weinlandschaften bieten.

Was man von dort oben auch gut sehen kann, ist, dass die Weinhänge rund um Höhnstedt seit jeher eine wunderbare „Partnerschaft“ mit Obstbäumen, insbesondere Aprikosen,  eingegangen sind. Das, so Marion Krüger, die die Frau im Hause der Wein- & Touristikinformation „VinoInfo“ in Höhnstedt ist, überrasche die Weinlandschaften-Kenner unter den Touristen immer wieder. Die meisten kennen „nur“ die oft schnurgeraden Rebenreihen eine neben der anderen den Hang hinunter angelegt. Aber in Höhnstedt ist diese „Wuchsgemeinschaft“ von Weinreben und Obstbäumen natürlich  gewachsen und das mache eben den besonderen Reiz aus.

Seit über 1.000 Jahren wird rund um Höhnstedt Wein angebaut – auf einer Urkunde von Kaiser Otto ist das verbürgt. Angebaut werden vor allem die Rebsorten Müller-Thurgau, Silvaner und Gutedel − letztere Sorte gehört zu den ältesten Rebsorten überhaupt und gilt als „Zechwein“, der sich, so Marion Krüger schmunzelnd, eben „einfach so weg trinke“. Aber auch Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling und Portugieser gedeihen hier. Alles in allem aber überwiegend Weißwein (80 Prozent), der Rotwein verbucht die restlichen 20 Prozent.  Dass hier so weit nördlich überhaupt Wein gedeiht, verdankt das Weinbaugebiet einmal der Tatsache, dass es im Regenschatten des Harzes liegt und zum anderen dem hier herrschenden besonderen  Mikroklima.  
 
Was den Reiz der Weinlage „Höhnstedter Kelterberg“ noch ausmache, ist die Kleinteiligkeit. Im Weinbauverein Höhnstedt e.V. haben sich derzeit 120 Nebenerwerbswinzer und ein Obstbaubetrieb zusammengeschlossen. Winzer, die ihre eigene kleine Hanglage bewirtschaften. Sie pflegen nicht nur ihre Rebstöcke, sondern kümmern sich auch oft um eine der hier typischen, meist aus Backstein zusammengefügten, Weinberghütten sowie um die Erhaltung der Terrassenlagen. Sie öffnen zu bestimmten Zeiten im Jahr ihre Straußwirtschaft, um den Freunden des Rebensaftes ihren selbst erzeugten Wein zu kredenzen. Der Name „Straußwirtschaft“ entstammt übrigens dem Brauch, zum Zeichen, dass der Gastbetrieb geöffnet hat, einen Strauß, zum Teil auch mit bunten Bändern geschmückt, an den Eingang zu hängen.

In der „VinoInfo“ hält man für die Weinfreunde nicht nur eine Vielzahl von Prospektmaterialien und Wanderkarten bereit, sondern man kann hier auch Weine aller Weingüter aus dem gesamten Mansfelder Seengebiet erwerben, als Geschenk verpacken lassen oder in gepflegter Atmosphäre probieren. Natürlich berät man beim Weineinkauf und hilft bei der Planung und Durchführung der ganz persönlichen Wein-  erlebnisse: Weinproben aller Art, Weinbergführungen mit Besuch von alten Weinkellern, Weinwanderungen zwischen Händel und Luther, kulinarische Weinproben oder Weinseminare, romantischen Glühweinwanderungen bei Fackelschein sowie Natur- und Kräuterführungen mit der Kräuterhexe.

Info:
www.vino-info.com

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