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Wochenspiegel > Unser Land > Von der Schnapsidee zur Whisky-Brennerei >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 19.04.2017 um 17:03:59

Von der Schnapsidee zur Whisky-Brennerei

In Zeitz wird ein altschottisches Brennverfahren zu neuem Leben erweckt. 
Über ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die Lomond Still als unwirtschaftlich und 
zeitaufwendig aus den Brennereien verbannt wurde. In der Zeitzer Whisky-Manufaktur scheut 
man den Aufwand zur Liebe am Genuss nicht. In Zeitz wird ein altschottisches Brennverfahren zu neuem Leben erweckt. Über ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die Lomond Still als unwirtschaftlich und zeitaufwendig aus den Brennereien verbannt wurde. In der Zeitzer Whisky-Manufaktur scheut man den Aufwand zur Liebe am Genuss nicht.
Foto: Cord Gebert Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Sechs Jahre ist es her, als Daniel Rost (Foto) einen Freund und gleichzeitig Inhaber vom Zeitzer Green Island Pub auf eine Whiskyreise nach Schottland begleitete. Die Reise führte Rost in eine besondere Welt und endete in einer Schnaps-idee, die immer weiter wachsen sollte.

Der 33-Jährige arbeitet hauptberuflich in der Forschung. Noch. Denn als Rost vor sechs Jahren aus Schottland zurück kam hatte er eine Idee im Gepäck. Eine eigene Brennerei im Miniaturformat, nur so als Hobby. Der junge Zeitzer erkundigte sich und stellte schnell fest, dass Brennen als Hobby nicht funktionieren würde. Dazu ist in Deutschland zwingend ein Gewerbe nötig. Ein Gewerbe, strenge Zollkontrollen und viele Auflagen, die niemand kannte. „Was die Ämter nicht kennen, geht nicht“, scherzt Rost. Zweieinhalb Jahre dauerte die Planung der Brennerei in der Garage des Elternhauses. Aus der ursprünglichen Miniaturplanung sind größere Geräte geworden, aus einer Schnaps-idee ein marktreifes Konzept mit einem ganz besonderem Highlight.

Lomond Still

Herzstück der Brennerei ist die Brennblase. Denn wenn das Gerstenmalz nach zwei Wochen im Wasser ausgegoren ist, enthält die entstandene Maische gerade 12 Prozent Alkohol. Und hier kommt die Brennblase zum Einsatz. Die Maische wird darin erhitzt, der Alkohol trennt sich vom Wasser. Beim ersten Brenndurchgang erhält Rost rund 46-prozentigen Alkohol, beim zweiten Durchgang 84-prozentigen. „Es gibt verschieden Arten von Brennblasen“, erklärt der Zeitzer. „Ich war schon lange vom Mythos der Lomond Still fasziniert. In Schottland erfuhr ich, dass durch diese Technik verschiedenste Alkoholsorten gebrannt werden können. Von fruchtig bis ölig sind kaum Grenzen gesetzt. Doch obwohl die Einflussmöglichkeiten für das Destillat mit der Lomond Still so groß waren, erfuhr ich in Schottland, dass diese Brennblasen nicht mehr im Einsatz sind. Zu unwirtschaftlich, zu zeitaufwendig.“   

Ein Unikat. Deutschlandweit. Schottlandweit. Weltweit?

Im Inneren der Blase befinden sich drei parallel angeordnete Kupferplatten, deren Neigung von außen verändert werden kann. Zusätzlich können diese Platten noch gekühlt werden. Dadurch entstehen die verschiedenen Geschmacksrichtungen. Jedoch gab es große Probleme mit den Kupferplatten, die sehr schnell verschmutzten und nur schwierig zu reinigen waren. Das Aus für die Lomond Still war besiegelt. Bis jetzt. Denn Rost war von der Idee, verschiedene Ge­­schmacksrichtungen in der kleinen Brennerei herzustellen so begeistert, dass er alte Pläne der Lomond Still modifizierte, verbesserte und ein Unikat in einer schwäbischen Kupferschmiede herstellen lies.

Wenn Whisky zu Whisky wird

Das rund 84-prozentige Destillat wird auf 63,5 Prozent Alkoholgehalt verdünnt und in Fässer gefüllt. „Eiche, aus der Normandie, von einem Nordhang, schief Richtung Osten gewachsen“, Rost grinst. Er hat lange gesucht bis er einen Küfer gefunden hat, der die Hölzer eines Fasses und die Wirkung des Holzes auf den Geschmack des Inhaltes kennt. Denn im Fass reift der Whisky und bildet seinen Geschmack. Mindestens drei Jahre und einen Tag. Erst dann darf Whisky wirklich als Whisky bezeichnet werden. „Im Herbst 2017 ist es soweit“, erklärt Rost voller Vorfreude. Dann ist das erste Fass 1 096 Tage gereift. Der erste „echte“ Whisky aus der Zeitzer Whisky-Manufaktur.

Schon jetzt hält die Zeit-zer Whisky-Manufaktur ein breites Angebot bereit.   Aus eigener Herstellung können Frucht- und Cremeliköre, Whisky-Fassprojekte und Edelbrände auf www.whisky-zeitz.de bestellt werden.

Vor ein paar Wochen hat die Zeitzer Whisky-Manufaktur ein Geschäft in der Wendischen Straße 4 in Zeitz eröffnet. Hier kann man die edlen Getränke begutachten, probieren und sich über das vielfältige Angebot informieren.
Die Öffnungszeiten sind: Mi. 10 – 13 Uhr, Do. und Fr. 14 – 17 Uhr. Auch zum Schaubrennen steht die kleine Brennerei bereit.

Info:
Zeitzer Whisky-Manufaktur
Platanenweg 55, 06712 Zeitz
Tel.: 0176/24 93 93 94
E-Mail: info@whisky-zeitz.de
Web: www.whisky-zeitz.de

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