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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.04.2017 um 11:34:54

Ein Amerikaner in Sachsen-Anhalt

„Wir reiten keine Reitweisen, wir reiten Pferde“ – könnte als Lebensmaxime von Christin und Yves Keppe aus Könnern stehen. Auf ihrem Reiterhof Horses4us leben sie ihren Traum vom pferdefreundlichen Reiten … und züchten Pferde, wie sie die Cowboys reiten.

So ein bisschen fängt der Wilde Westen gleich hinter Könnern an. Zumindest, wenn man den Reiterhof Horses4us von Yves und Christin Keppe mit ihren wunderbaren und artigen Quarter Horses betritt. Zehn Jahre harte Arbeit, Kraft, Energie und Geld stecken in der liebevoll und mit eigenen Händen aufgebauten Reitanlage. Sieben Tage in der Woche Arbeit, rund um die Uhr alles zum Wohl der Pferde. Wochenende? Urlaub? – Gibt es nicht! Feiertage? – Ein Pferd braucht immer Futter, immer Pflege. Pferde kennen keinen Feiertag.

Worauf sie sich da einlassen, wussten sie von Anfang an. „Ich kann mir das gar nicht anders vorstellen, das ist mein Leben“, erzählt Christin Keppe, für die schon in der 1. Klasse feststand, dass sie „mal was mit Pferden“ machen möchte. Seit ihrer Kindheit bestreitet sie erfolgreich Turniere, u.a. im Westernreiten. In Stangerode hat sie zunächst Pferdewirtin, Richtung „Zucht- und Ausbildung“ gelernt, die Ausbildung mit Bravour und der Georg-Graf-von-Lehndorff-Plakette abgeschlossen. Danach hat sie als Trainerin gearbeitet. 2006 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Jetzt oder nie“, dachte sie sich. Und „nie“ war keine Option. Je nach Zeit und finanziellen Möglichkeiten wuchs der Reiterhof der Keppes, wuchs auch ihre Bekanntheit, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Turniere selbst reitet sie nicht mehr. Das kostet zu viel Geld – und dieses wird lieber in den Reiterhof investiert. Kein Pferd – zu Deckzeiten fast 40 Tiere – steht hier im Schlamm, mittlerweile sind alle Paddocks mit Matten ausgelegt.

Es hat sich rumgesprochen, dass Christin und ihr Mann Yves (auch er reitet seit seiner Kindheit) „Problempferde wieder hinbekommen“ – er vom Boden aus und sie dann aus dem Sattel – ein perfektes Team. Oftmals, erzählte die ausgebildete FN-Trainerin und Berittführerin, ist gar nicht das Pferd das eigentliche Problem, sondern, wie so oft im Leben, der Mensch, in diesem Falle der Reiter. Christins Schwerpunkt ist deshalb die Ausbildung der Reiter. Die Ausbildung des Pferdes – die ihr Mann übernimmt – kann nämlich nur funktionieren, wenn der Halter „mitzieht“, bereit ist, sich auch schulen zu lassen. Mangelndes Wissen führt zu Problemen. Und da fängt die Arbeit der Keppes an. Sie setzen auf Ganzheitlichkeit, haben sich auf Sitzschulungen spezialisiert. Im hauseigenen Schulungsraum finden hierzu, aber auch zu anderen, pferdespezifischen Themen, wie „Erste-Hilfe-Kurse“ für Reiter und Pferd, Fütterungskurse und Reitabzeichenlehrgänge, statt.

„Wir setzen beim Reiter an“, beschreibt Christin ihre Ausbildungsarbeit, „wir gehen auf den Menschen ein und berücksichtigen dabei die natürlichen Neigungen und Eigenschaften des Pferdes. Ich habe einen Weg gesucht, pferdefreundlich zu reiten, und das geht in jeder Reitweise.“ Dass sie dabei oftmals mehr Therapeut als Reitlehrer ist – kein Problem. Gerade das Familiäre schätzen ihre „Schüler“, schätzen auch die Einsteller, darunter auch welche aus dem Leipziger Umland. Und das soll auch so bleiben. Deshalb soll der Reiterhof auch „nur“ noch in der Qualität wachsen. Nicht größer werden. Dass sie auf der Anlage bisher aus baurechtlichen Gründen keine Reithalle bauen konnte, sieht Christin Keppe inzwischen gelassen.

Das nahe gelegene, malerische und landschaftlich reizvolle Saale-Tal bietet tolle Geländemöglichkeiten für ausgedehnte Ausritte. Regelmäßig werden in Kooperation mit Sandra Gräske aus Leipzig Wanderreitveranstaltungen angeboten. Eine Sandgrube in unmittelbarer Nähe zum Reiterhof ist ein prima „Winterreitspielplatz“. Die Reitschüler, für die es übrigens keine Altersbegrenzung gibt, vermissen nichts. Zweimal in der Woche gibt es Kinderreitgruppen. In der hiesigen Voltigiergruppe sind sogar vier Jungen – hier lernen die Kleinen ganz viel von den Großen. Auch einen Verein – Kids aufs Pferd – hat Christin Keppe gegründet. Dieser liegt in der Regie einiger Eltern von teilnehmenden Kindern und Reiterfreunden.

Neben der Ausbildung und Korrektur von Pferden, der Kinder- und Jugendarbeit und der Therapieangebote hat sich Familie Keppe mit der Zucht von „Westernpferden“ – Foundation Quarter und American Paint Horses – einen ausgezeichneten Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus erarbeitet. Wer ein echtes „Cowboypferd“ sucht, wird hier fündig. Jedes Jahr kommen auf dem Reiterhof vier Fohlen zur Welt, 2016 waren es sogar sechs.

Unter den alljährlichen Fohlen sind immer auch Fohlenschausieger und Prämienfohlen. Kein Wunder, die beiden Deckhengste sind Körungssieger. Deckhengst Tru Docscherokee (Buckskin Tobiano) wurde direkt aus New Mexico importiert. „Er stammt aus einer reinen Worldchampion-Familie“, gerät Christin Keppe ins Schwärmen. Sie ist mächtig stolz auf ihren äußerst erfolgreichen und auffallend ausgeglichenen und lieben Hengst. Ist es ein Wunder? Beide Deckhengste führen ein „Wonneleben“ hier in Könnern, stehen gemeinsam mit ihren Stuten (insgesamt sind es vier Zuchtstuten) und dem Nachwuchs auf der Koppel. Artgerechte Haltung in Perfektion. Auch das ist für Christin Keppe selbstverständlich. Die 32-jährige Mutter von drei Kindern hat den Kopf voller Ziele und Pläne, arbeitet „nebenbei“ als Referendarin an einer Gesamtschule und möchte eigentlich noch gerne ihren Pferdewirtschaftsmeister machen. Eigentlich, wenn die Zeit es zulässt.

Info:
www.horses4us.de

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