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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.04.2017 um 14:08:06

Wiege der Homöopathie

Etliche Umzüge und Wirkungsstätten umfassen das unstete Leben des Arztes und 
Wegbereiters der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann. Mehrere Umstände brachten ihn 
schließlich 1821 nach Köthen. Etliche Umzüge und Wirkungsstätten umfassen das unstete Leben des Arztes und Wegbereiters der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann. Mehrere Umstände brachten ihn schließlich 1821 nach Köthen.
Foto: Sebastian Köhler Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
In Köthen konnte Samuel Hahnemann mit der ausdrücklichen Genehmigung Herzog Friedrich Ferdinands von Anhalt-Köthen praktizieren und vor allem im Gegensatz zu seinem vorherigen Wohnort Leipzig auch dispensieren, also die zu verabreichenden Medikamente selbst herstellen.

Die Ernennung zum Hofrat schützte ihn zudem vor weiteren Angriffen, denen er sich seiner neuen Lehren wegen oft ausgesetzt sah.Dem Herzog empfohlen hatten ihn wohl sowohl der am Köthener Hof sehr angesehene österreichische Generalkonsul für den norddeutschen Raum, Adam Müller, ein großer Förderer der Homöopathie, als auch der Köthener Oberhofmeister Joseph Günther Freiherr von Sternegg, dessen Kinder nachweislich in Leipzig bei Hahnemann in Behandlung waren. Am 2. April 1821 stellt der Herzog mit seiner schriftlichen Erlaubnis die Weichen für Hahnemanns Umzug nach Köthen, der bereits drei Wochen darauf in der Presse vermeldet wird. Und noch im gleichen Monat behandelt der frisch eingetroffene Arzt den Herzog, wie die Eintragungen im Krankenjournal beweisen.

Hahnemanns Wahl bezüglich eines Domizils fiel auf das Haus in der Wallstraße mit der nach der alten durchgehenden Zählung versehenen Nummer 270. Heute ist es die 47. Das sicherlich bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute Eckhaus hatte vorher schon einem Arzt, Dr. Benedict Heinrich, gehört und befand sich in der „Promenade auf dem Walle“ in einer der besten Wohngegenden Köthens.

Angelegt wurde die Straße in der Regierungszeit des Bach­­fürsten Leo­­­­pold nach 1719, dem schnurgeraden Verlauf des ehe­­maligen und der Straße den Namen gebenden Stadtwalles folgend. Wie viele Häuser war das Haus mit einem Laubengang im ersten Geschoss auf der Hofseite versehen, heute fehlende Nebengebäude gehörten ebenso dazu wie ein mit dem Nachbargrundstück geteilter Brunnen und natürlich der noch vorhandene Garten, in welchem sich weniger Heilkräuter sondern eher Gemüse und Obst für die von Hahnemann sehr geliebte Hausmannskost befunden haben dürften.Abgegrenzt nach Osten hin wurde das Grundstück durch die mittelalterliche Stadtmauer, an diese angelehnt befand sich eine unter Homöopathen geradezu berühmte kleine, mit Efeu umflorte, Laube, in die sich der Arzt und Forscher sehr gern zurückgezogen haben soll, in schönen Sommernächten angeblich bis weit nach Mitternacht. Reiseberichte warten hier zudem mit so manchem Detail auf – inklusive der Tatsache, dass drei Wachhunde das Domizil schützten.

Bereits im Juni 1821 ist Samuel Hahnemann in das Bürgerbuch eingetragen, als Luthera- ner gehört er zur Gemeinde St. Agnus, wo sich auch die relevanten Einträge zur Familie finden. Das Wohnhaus war nicht nur für private Zwecke gedacht. Links neben dem Eingang lag das Sprechzimmer der florierenden Praxis. Auf der rechten Seite gab es zwei Wartezimmer. Und auch eine sehr umfangreiche Bibliothek gehörte zum Hausstand. Gewohnt wurde vornehmlich im Obergeschoss.

Wie berichtet wird, war der Tagesablauf in Köthen sehr streng geregelt: So stand Hahnemann sommers um 6 und winters um 7 Uhr auf, trank zum Frühstück warme Kuhmilch, empfing dann bis zum Mittag Patienten. Pünktlich um 12 Uhr fand er sich zum familiären Mittagsmahl ein, zubereitet am Herd unter genau dem gleichen Rauchfang, welcher heute noch zu sehen ist. Der Nachmittag gehörte dann wieder den Patienten, um 19 Uhr war dann Zeit für ein leichteres Abendessen. Der Abend und die Nacht gehörten der Forschung. In Köthen fallen dabei unter anderem die Veröffentlichung der „Chronischen Krankheiten“ und Abhandlungen zur Bekämpfung der Cholera.

Hier im Haus fiel auch anlässlich der Feier des 50. Doktorjubiläums Hahnemanns 1829 der Entschluss zur Gründung der Vereinigung homöopathischer Ärzte, die als Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte bis heute äußerst aktiv ist und viel dazu beigetragen hat, den Namen Köthen in aller Welt bekannt zu machen.

Im privaten Leben hatte Hahnemann 1830 den Tod seiner Frau Henriette zu verkraften, die ihr Grab im heutigen Friedenspark fand. Gegenstand vieler Geschichten war die Ankunft Mélanie d´Hervilliy-Gohiers aus Paris, die als Patientin ins kaum 6 000 Seelen zählende Köthen kam und in ihrem sehr viel älteren Arzt die Liebe ihres Lebens fand. Auch wenn vor allem die Töchter Hahnemanns über die junge Stiefmutter wohl weniger begeistert waren, wurde am 18. Januar 1835 in Köthen geheiratet. Im Juni brachen die Beiden die Zelte in Köthen ab und zogen nach Paris um. Das Haus verblieb zunächst bei den Töchtern Hahnemanns, danach verwaltete es der in London ansässige Hahnemann-Enkel Leopold Süß-Hahnemann etliche Jahre. Leider ist das ursprünglich erhaltene Inventar später in einer Homöopathischen Poliklinik in Leipzig ausgestellt und durch Kriegseinwirkung zerstört worden.

Seit 1955 steht das Haus unter Denkmalschutz, an die Hahnemann-Zeit gemahnt zu dieser Zeit lediglich eine am Haus angebrachte Gedenktafel, wofür Paul Lutze, ein Sohn des Homöopathen Arthur Lutze, verantwortlich zeichnete. Heute gehört es dem Verein zur Förderung der Homöopathie in Karlsruhe und ist umfassend saniert worden. Besucher aus aller Welt können hier originale Einrichtungsgegenstände von Dr. Hahnemann persönlich bestaunen, so seine immer noch mit den originalen Arzneien bestückte Reiseapotheke sowie einen Lehnstuhl und Schreibtisch aus seiner Pariser Praxis.

Ebenso praktiziert dort im Haus nach wie vor ein homöopathischer Arzt. Große mediale Aufmerksamkeit erlangte das Haus im Jahr 2013, als die Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI), der Weltverband der homöopathischen Ärzte mit Mitgliedern in mehr als 70 Ländern, seinen Sitz in das Hahnemann-Haus verlegte. Immer wieder fällt der damals von der Presse geprägte Begriff „Welthauptstadt der Homöopathie“ für Köthen. Derlei Attribute hin oder her, das Hahnemann-Haus ist in jedem Fall mehr denn je ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Immer wieder erstaunt und begeistert die Verehrung und Dankbarkeit, die Homöopathen und ihre Patienten dem Begründer dieser Medizin entgegen bringen. (Köthen Marketing GmbH, KKM).

Info:
Mehr zum Thema Homöopathie in Köthen gibt es auch auf der Internetseite des Deutschen Zentralvereins
homöopathischer Ärzte auf www.homoeopathie-koethen.de.

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