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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.04.2017 um 15:36:06

Sterile Plüschtiere

Die Thalheimer Firma Steri-Toys GmbH macht Plüschtiere für die kleinen Krankenhausbesucher steril und keimfrei und ist damit in Deutschland die erste derartige Firma. Die Thalheimer Firma Steri-Toys GmbH macht Plüschtiere für die kleinen Krankenhausbesucher steril und keimfrei und ist damit in Deutschland die erste derartige Firma.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (1 Bild)
Kleine Kinder und Kuscheltiere gehören zusammen – Kuscheltiere sind ständige Begleiter der Kinder. Doch was passiert, wenn die lieben Kleinen krank sind, vielleicht ins Krankenhaus müssen? Gerade dann möchten sie ein Kuscheltier mitnehmen. Leider können Spielzeuge potenzielle Träger von gefährlichen Keimen sein und sind daher ein Risiko für sensible Patienten, insbesondere auf den Intensivstationen. Mit den sterilen Plüschtieren der Steri-Toys GmbH lässt sich dieses Risiko deutlich vermindern.

Zielgruppen sind Patienten im Gesundheitswesen, speziell in den keimempfindlichen Bereichen sowie der Großhandel im Gesundheitswesen und schließlich auch Patienten in Pflege und Rehabilitations-Einrichtungen.

Doch wie kam es überhaupt dazu? Ein persönliches, familiäres Ereignis, brachte Anke Wisotzki und Yves Kaufhold, Mitarbeiter der Thalheimer Firma Herotron, zum Nachdenken. Beide suchten einen Weg, um Plüschtiere keimfrei zu machen. Ihre Lösung des Pro-blems: man bestrahlt diese mit Elektronen. Schon gründeten beide mit Unterstützung von Dr. h.c. Helmut Zimmermann, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Herotron, die Firma Steri-Toys GmbH. So wurde aus einer Idee Realität, die vor drei Jahren in die Praxis umgesetzt wurde. Stark vereinfacht erklärt, werden bei dem Verfahren die schädlichen Keime oder Mikroorganismen durch die Energie der Elek-   tronen unwirksam gemacht. Deshalb bestehe dann bei der Berührung keine Infektionsgefahr mehr, so die einfache Erklärung eines komplizierten physikalischen Prozesses.

Sicher gebe es auch andere Methoden, um etwa Plüschtiere zu sterilisieren, erklärt Yves Kaufhold. Doch bei all diesen Prozessen, ob mit Dampf oder Chemikalien, würden immer Rückstände im Produkt bleiben, die wiederum eine Gefährdung für die kranken Kinder sein können. Daher sei dieses Verfahren zwar technisch aufwendig jedoch hocheffektiv.

Anke Wisotzki erklärt den Prozess so: Die Plüschtiere werden eingeschweißt sowie verpackt in Kartons angeliefert. In Bitterfeld durchlaufen die Kartons mit den Plüschtieren den Bestrahlungsprozess und werden dabei sterilisiert. Anschließend gehen die Kartons in den Handel. Mit vier Metern pro Minute durchlaufe ein Plüschtier die Bestrahlungsstrecke und komme danach völlig ohne jeden Keim wieder heraus, erklärt Kaufhold. Eine Lkw-Ladung benötige ungefähr drei Stunden, um vom unreinen in den sterilen Zustand versetzt zu werden.

Doch ganz so einfach wie der komplizierte Prozess auf den Weg gebracht wurde, ist der direkte Vertrieb an die Krankenhäuser, Kinderkliniken und Gesundheitszentren dann doch nicht. Schön wäre, würden die sterilisierten Plüschtiere von Kliniken oder anderen medizinischen Einrichtungen angefordert und den dort auf Intensivstationen oder in sterilen Räumen liegenden Kindern zur Verfügung gestellt.

Anke Wisotzki erklärt: „Die Kliniken tun sich noch sehr schwer damit, vor allem kommt man an die Entscheidungsträger nur sehr schwer heran. Dazu kommt, dass die Einrichtungen keine Plüschtiere verkaufen oder gar verschenken, dafür ist kein Geld da.“ Das hört die Geschäftsführerin oft.

Die Grundvoraussetzung für die Bestrahlung mit Elektronen ist bei Herotron schon seit vielen Jahren gegeben: ein Elektronenbeschleuniger sorgt für die nötige Energie. Die Firma betreibt zwei Elek- tronenbeschleuniger. Das Produktionsprofil umfasst das Sterilisieren von Medizinprodukten, das Modifizieren von Polymeren sowie die Farb­verbesserung von Edelsteinen. „Da lag es nahe, auch Spielzeug für Kinder auf diese Art und Weise keimfrei zu machen“, sagt Kaufhold.

Die auf der Gemarkung von Thalheim ansässige Firma wurde im Jahr 2002 gegründet. Mittlerweile zählen die Thalheimer zu den führenden Dienstleistern im Bereich der medizinischen Sterilisation.

Info:
www.steri-toys.de

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