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Wochenspiegel > Unser Land > So schmeckt die Heimat - Nachwuchs kocht für den Reformator und den Fürsten >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 11.05.2017 um 17:06:54

So schmeckt die Heimat - Nachwuchs kocht für den Reformator und den Fürsten

Tom Deutsch (links) mit dem Luther-Gericht Rindfleischklößchen in Bouillon und Martin Lingner mit der fürstlichen Wachtel. Tom Deutsch (links) mit dem Luther-Gericht Rindfleischklößchen in Bouillon und Martin Lingner mit der fürstlichen Wachtel.
Foto: Sebastian Köhler Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Kreativ an Topf und Pfanne: Martin Lingner und Tom Deutsch.

Region (sbw).
Ein Gericht im Sinne Martin Luthers zu erfinden - kein leichtes Unterfangen. Doch Martin Lingner und Tom Deutsch stellten schnell fest: „Luther war ein Freund der einfachen und häuslichen Küche. Er aß gern würzig, das sieht man an unserem Luther-Gericht Rindfleischklößchen in Bouillon mit feinem Juliengemüse“.

Ganz anders beim Fürsten: „Franz III. war dem Schönen und Modernen nicht abgeneigt und ein Feinschmecker. Außerdem schätzte er die regionale Küche.“ Für ihn richteten die angehenden Köche ein Duett von der Wachtel mit Pflaumensauce an Kartoffelpüree und in Butter geschwenkten Fingermöhren an.

Der Wunsch in der Küche zu stehen, entstand bei Martin Lingner (19) aus Zschornewitz bereits in der Kindheit. „Mein Bruder ist Koch. Schon als Kind habe ich gerne in der Küche geholfen und mitgekocht“, erklärt der Azubi des Ringhotels „Zum Stein“ in Wörlitz.

Auch bei Tom Deutsch (19) aus Bad Schmiedeberg hatte ein Familienmitglied eine große Aktie an der späteren Berufswahl. „Meine Mutti kocht gut, und ich hatte schon immer Freude daran, ihr zu helfen. Da habe ich den Spaß am Kochen entdeckt“, sagt er. Tom lernt seinen Beruf im Eisenmoorbad seiner Heimatstadt.


Zum Projekt

Die Koch-Azubis des 3. Lehrjahres des Berufsschulzentrums „Hugo Junkers“ hatten die Aufgabe, Gerichte für die Region zu kre­ieren. Von den verwendeten Zutaten bis hin zum Anrichten auf dem Teller waren sie dabei völlig frei und wurden von ihrem Lehrer Thomas Wolffgang unterstützt.



Rezept "Fürst Franz"
 
Zutaten
 
 
  • Wachteln im Ganzen 2
  • Kartoffeln mehlig kochend 1 kg
  • frische Pflaumen 200 g
  • Fingermöhren 250 g
  • Zuckerschoten 250 g
  • Milch 200 ml
  • Butter 100 g
  • Möhren, Sellerie, Zwiebeln - jeweils 1-mal
  • Rotwein 500 ml
  • Tomatenmark 50 g
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Loorbeer, Piment, Wacholder (Sauce) 
 
Zubereitung
 
  • Die Wachtelbrüste und Keulen auslösen.
  • Die Karkassen (Knochen) anbraten.
  • Wurzelgemüse mit anbraten.
  • Tomatenmark und Pflaumen mit anschwitzen,
  • mit Rotwein ablöschen,
  • mit Wasser aufgießen und etwa 1 Stunde köcheln lassen,
  • alles durch den Sieb passieren.
 
  • Kartoffeln schälen und in einen Topf mit Wasser geben und kochen lassen
  • sind die Kartoffeln weich, Wasser abgießen
  • dann Butter, Milch, Salz, Pfeffer und Muskat dazugeben
  • alles gut durchstampfen und warm stellen 
 
  • Fingermöhren schälen und in Wasserbad blachieren
  • Zuckerschoten halbieren und auch blachieren
  • die Wachtelbrüste und Keulen von allen Seiten würzen und schön goldbraun anbraten


Rezept Martin Luther
 
Zutaten
 
  • Rindfleisch Oberschale 750 g
  • Zwiebeln, Möhren, Sellerie 150 g
  • Zucchini 100g
  • Petersilie Blatt 1 Bund
  • Lauch (Porree) 200 g
  • Sahne 500ml
  • Rinderbrühe 500 ml 


Zubereitung
 
Brühe:
Rindfleisch fein hacken, Karotte und Lauch in kleine Würfel schneiden. Alles zusammen in einem Topf gut vermischen.
Sobald die Brühe zu kochen beginnt, auf ganz schwacher Flamme 1 1/4 Stunden mehr ziehen als köcheln lassen.
 
Rindfleischklößchen:
Aus dem zweiten Teil Rindfleisch wird im Fleischwolf das Fleisch zerkleinert, dieses wird dann mit Gewürzen vermengt und zu Klößen geformt. Kurz vor Schluss in der Brühe mit garen.

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