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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 06.07.2017 um 08:31:11

Gerstenkörner sind erntereif

Mähdrescher und Erntemaschinen laufen in den nächsten Tagen wieder an, dann beginnt die Getreideernte mit dem Dreschen der Wintergerste. Mähdrescher und Erntemaschinen laufen in den nächsten Tagen wieder an, dann beginnt die Getreideernte mit dem Dreschen der Wintergerste.
Foto: Thomas Schmidt
Der Kampf um die goldenen Ähren beginnt in den nächsten Tagen in der Region. Bei Getreide und Raps sind sehr differenzierte Erträge zu erwarten.

Region (ts).
Die Mähdrescher laufen bald wieder. Mit dem Dreschen der Wintergerste wird, wenn alles gut geht, Ende der Woche in der Region die Getreideernte begonnen. Dann kurven die großen Hightech-Maschinen über die Felder und weithin sichtbar hinterlassen sie große Staubwolken. Die Landwirte werden wieder, je nachdem was das Wetter zulässt, am Tag und oft auch in der Nacht mit ihren Erntemaschinen unterwegs sein, um die Feldfrüchte einzubringen. Getreide wird immer früher reif, was an den modernen Sorten und Anbauverfahren, aber auch an den klimatischen Veränderungen liegt. Jetzt fehlt nur noch gutes Wetter für eine perfekte, verlustarme Ernte.

Für die Einschätzung der Ertragserwartungen wird der Bauernverband in allen Agrarregionen Landwirte nach ihren Ertragsprognosen bei Getreide und Raps befragen und aus den Ergebnissen eine Vorernteanalyse vornehmen. „Im Ergebnis sehen die Bauern in Sachsen-Anhalt eher unterdurchschnittlichen Ernteergebnissen bei Getreide und Raps entgegen.
Das liegt vor allem am fehlenden Regen. Nach einem zu trockenen Winter, der die Bodenwasservorräte nicht auffüllen konnte, waren auch die Hauptwachstumsmonate März bis Juni trockener als im langjährigen Mittel“, sagt Dr. Michael Schenk, Geschäftsführer des Bauernverbandes Anhalt e. V. zum zu erwartenden Ernteergebnis.

Doch es hätte wohl auch noch folgenschwerer kommen können. „Die gelegentlichen Niederschläge wie Ende Mai haben das Schlimmste verhindert, aber die Ernte nicht gerettet“, so Schenk weiter. Vor einigen Tagen unternahm der Bauerbverband Anhalt e. V. eine Flurfahrt und dort wurden die Ausmaße sichtbar.

„Vor allem auf den leichteren Standorten sind die Trockenschäden unübersehbar, wie auch auf der Flurfahrt am 1. Juni im Raum Bitterfeld festgestellt wurde“, so der Geschäftsführer des Bauernverbandes Anhalt. Auf insgesamt rund 550.920 Hektar – fast zwei Drittel der Ackerfläche – wachsen die Getreidearten Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Bei Raps auf etwa 17 % der Ackerfläche wird ebenfalls ein eher unterdurchschnittlicher Kornertrag erwartet.

4.350 Betriebe

In Sachsen-Anhalt gibt es aktuell 4.350 landwirtschaftliche Betriebe. In diesen ländlich geprägten Betrieben arbeiten 23.822 Arbeitskräfte. Davon in etwa 20 Prozent Familienmitglieder und in etwa genauso viele Saisonarbeiter. Über die Hälfte der Angestellten sind nicht familiengebundene Festangestellte. Die überwiegende Zahl davon sind in Agrargenossenschaften angestellt. 2.784 Betriebe sind „Einzelkämpfer“, also Einmannbetriebe. Insgesamt bleibt die Lage im Landwirtschaftsbereich angespannt. Die Anzahl der Bauernbetriebe sinkt nach wie vor leicht ab. So bewirtschaften ungefähr 1,4 Angestellte statistisch im Durchschnitt 100 ha Nutzfläche. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1.174.525 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche insgesamt und davon 996.132 ha Ackerland.

Während die Wintergerste überall fast abgereift ist und ihre Ernte in den nächsten Tagen beginnt, haben Roggen, Weizen und Raps noch etwa 2 - 3 Wochen Zeit bis zum Erntebeginn. Für diese Reifephase und die Ausbildung der Körner ist die zur Verfügung stehende Bodenfeuchte entscheidend. Darin sind sich die Landwirte und Landhändler einig und hoffen auf weitere gut verteilte Niederschläge in den nächsten Tagen und Wochen. Auch die Qualitäten werden davon abhängen. Sachsen-Anhalt ist für seine Qualitätsweizenproduktion bekannt und beliefert viele Märkte im Ausland mit Brotweizen. Doch im Großen und Ganzen war das Jahr bisher zu trocken. Auch die Temperaturen waren im Frühjahr unter den Durchschnittswerten, es war schlichtweg zu kühl.

1.174.525 ha Landfläche

Wie sich die Preise entwickeln, versuchen die Marktexperten des Landhandels einzuschätzen. Aufgrund einer guten Versorgungslage auf dem Weltmarkt wird davon ausgegangen, dass die Preise in den nächsten Monaten auf dem mittleren Niveau bleiben. Die Landhändler blieben in ihren Einschätzungen eher zurückhaltend, da sich Weltmarktpreise für Getreide und Raps oft in Abhängigkeit zu Währungskursen, politischen Entwicklungen und Wetterereignissen verändern. Auf dem deutschen Markt sind die Preise derzeit etwas höher als im Vorjahrsniveau. Die bevorstehende Aberntung der Wintergerste erzielt in etwa 135 Euro je Tonne. Damit können die meisten Bauern gut leben.

Das Getreide Einmaleins:

Von Gerste bis Weizen. Weltweit gibt es viele Sorten an Getreide. Die sieben Hauptgetreidearten (Zerealien) sind Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Reis, Mais und Hirse. Getreidesorten, die gar keine sind, heißen auch Pseudo-Zerealien. Zu ihnen zählen Buchweizen, Quinoa und Amarant. Pseudo-Zerealien besitzen kein Kleber-Eiweiß (Gluten), weshalb viele Allergiker sie als Getreideersatz nutzen. Aus ihnen lässt sich kein Brot herstellen.

Die Urgetreide Emmer, Einkorn, Dinkel und Kamut sind uralte Weizensorten. Ursprünglich kommen sie aus dem Nahen Osten, dem Gebiet der heutigen Türkei. Im Zuge der Ausbreit

ung des Ackerbaus gelangten sie von Westpersien über Ägypten, Nordafrika und den Balkan nach Mitteleuropa.
Roggen, wie wir ihn heute kennen, ist aus Wildroggen kultiviert. Die rund 7000 Jahre alte Getreidesorte hat kleine Körner, der Ertrag ist um fast 50 Prozent geringer als beim Roggen. Auch bei den anderen Urgetreiden fallen die Erträge im Vergleich zum Weichweizen deutlich geringer aus. Während Weizen auf einen Ertrag von etwa 80 Dezitonnen pro Hektar kommt, kann man bei Emmer und Einkorn nur Erträge zwischen 19 und 35 Dezitonnen erwarten.

Düngung würde wenig nützen, denn dies würde bei Emmer und Einkorn zu noch längeren Getreidehalmen führen, die bei windigem Wetter und starkem Regen umknicken könnten. Dies ist einer der Gründe, warum die beiden Getreidearten beim biologischen Landbau sehr beliebt sind.

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