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Wochenspiegel > Unser Land > Pferd und Reiter als Azubi >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 23.08.2017 um 10:46:30

Pferd und Reiter als Azubi

Die beiden Reitschülerinnen Inga Lühr und Elke Appelt sowie Reittrainerin Jeanette Friedrich (mi) sind längst im fortgeschrittenen Bereich aktiv und versuchen sich schon an Sprüngen, im Trab und Galopp. Die Pferde Giotto und Mondrian sind bereits voll nach der Skala der Ausbildung ausgebildet. Die beiden Reitschülerinnen Inga Lühr und Elke Appelt sowie Reittrainerin Jeanette Friedrich (mi) sind längst im fortgeschrittenen Bereich aktiv und versuchen sich schon an Sprüngen, im Trab und Galopp. Die Pferde Giotto und Mondrian sind bereits voll nach der Skala der Ausbildung ausgebildet.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder)
Pferdeausbildung als Basis für eine transparente Partnerschaft. Ziel der Ausbildung ist es, ein rittiges, gut durchlässiges Pferd heranzuziehen.

Prussendorf (ts).
Wenn es um die Ausbildung von Reitern und vor allem von Pferden geht, ist das Landgestüt Sachsen-Anhalt in Prussendorf wahrscheinlich eines der ersten Adressen in der Region. Ziel der Ausbildung ist es, ein rittiges, gut durchlässiges Pferd heranzuziehen. Vereinfacht gesagt geht es grundsätzlich darum, dass sich das Pferd unter dem Reiter wohlfühlt, denn nur so kann eine kooperative Gemeinschaft zwischen beiden möglich sein. Zudem ist der Reiter im klassischen Sinne der Herr im Ring und das Pferd sollte diesen Respekt vor dem Reiter auch haben, da ist sich Jeanette Friedrich, Pferdeausbilderin im Landgestüt Sachsen-Anhalt, auf alle Fälle sicher.

„Bei einem normalen Reitpferd sind 600 kg Lebendmasse unter Umständen nur schwer zu bändigen“, so die Ausbilderin. Friedrich ist sich gewiss, es ist immer besser, wenn ein unberittenes Pferd von einem Profi eingearbeitet wird. Denn wie bei einem Auto kann es bei unerfahrenen Reitern schnell einmal vorkommen, dass man im übertragenen Sinne „Gas und Bremse“ verwechselt und sich verletzten kann.

Daher ist ein Profi für ein noch nicht trainiertes Pferd sehr empfehlenswert. Bei der klassischen Ausbildung am Pferd geht es in der Regel immer nach der sogenannten „Skala der Ausbildung“, erklärt Jeanette Friedrich. Wichtig ist es, während der gesamten Ausbildung und der Entwicklungsphase viel Kontakt zum Pferd zu halten. Dies möglichst schon in der Entwicklungsphase des Fohlens zum ausgewachsenen Pferd. Das heißt, viel berühren und natürlich immer putzen, denn nur so kann man einen persönlichen Kontakt aufbauen.

In der Ausbildung eines Pferdes trainiert man Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Die Reihenfolge, welches Ausbildungsgebiet zuerst angewendet werden soll, ist selbst bei Experten nicht unumstritten. In der Regel fängt man mit dem Longieren an. So kann man das Pferd an einen Sattel und an das Zaumzeug gewöhnen.

Gleichfalls bekommt das Pferd dadurch eine Richtung. Man sollte immer langsam beginnen und dann steigern. Wichtig ist Geduld und das Pferd sollte dabei viel gelobt werden. Einig sind sich die meisten Pferdeausbilder, dass der Takt und die Losgelassenheit als erstes Ausbildungsziel unerlässlich sind.

Zwei, die regelmäßig zum Reitunterricht ins Landgestüt kommen, sind die Berlinerin Elke Appelt und die Hallenserin Inga Lühr, die sich oft in Delhi aufhält. Elke Appelt und Inga Lühr sehen sich selten, doch wenn, dann auf dem Reitplatz in Prussendorf. Im Landgestüt treffen beide auf gut ausgebildete und eingerittene Pferde. Um dahin zu gelangen, sollten die Pferde während der Ausbildung einen guten Takt erreichen, nur so kann die Entwicklung des Pferdes in regelmäßigen und vor allem großen Schritten voranschreiten.

Durch die Gelassenheit des Reiters wird auch das Pferd über kurz oder lang zu einer Losgelassenheit gelangen. Auf den Takt und die Gelassenheit folgt der vielleicht schwierigste, wenngleich auch der zentralste Punkt der gesamten Ausbildung: die Anlehnung. Dies bedeutet, eine elastische Verbindung zwischen Pferdemaul und Reiterhand herzustellen. Das Pferd soll nicht starr im Genick werden und sich gegen die Zügel lehnen, sondern einen runden

Takt und Losgelassenheit

Hals machen und seinen Rücken aufwölben. Ist eine lockere Verbindung zwischen Maul und Reiter aufgebaut, so wird das Pferd anfangen zufrieden auf seinem Gebiss zu kauen. Die Anlehnung erfordert im frühen Stadium der Ausbildung viel und vor allem ständige Arbeit. Wenn Pferde allerdings das Prinzip der Anlehnung verstanden haben, wird mit den reiterlichen Hilfen ein Aufwölben des Rückens  recht schnell herbeigeführt.

Die Anlehnung hat hierbei eine so zentrale Rolle, da sie nur durch Takt und Losgelassenheit erreicht werden kann, gleichzeitig diese aber auch fördert. Des Weiteren bekommt das Pferd durch die Losgelassenheit einen aufgewölbten Rücken, welcher sogleich in den Schwung überleitet. Die beiden Damen aus Berlin und Halle haben ihre ersten Reitstunden schon lange hinter sich gebracht. Auch zu ihrer ersten Aufgabe gehört, das Pferd zu bürsten und die Hufen auszukratzen sowie Sattel und Zaumzeug anzulegen. Für Reitanfänger geht es am Anfang an eine Longe (lange Leine), um eine gewisse Sattelfestigkeit zu erlangen. Wenn das sogenannte Leichttraben (aufstehen und setzen im Trab) schon als Bewegungsablauf funktioniert und auch der Galopp schon probiert wurde, dann wird es Zeit, ohne Longe auf dem Pferd zu sitzen und alleine zu reiten.

Bis zu diesem Punkt hat die Reitlehrerin Jeanette Friedrich bereits die Hilfen zum Antraben und Angaloppieren, aber auch schon zum Durchparieren in die nächstniedrigere Gangart und zum Halten erklärt. Elke Appelt und Inga Lühr halten sich gemeinsam mit Jeanette Friedrich an die alte Devise: „Reiten lernt man nur durch Reiten“, denn darin steckt sehr viel Wahrheit. Nur durch regelmäßiges Üben kann man die notwendigen Bewegungsabläufe erlernen und gezielt auf das Pferd einwirken. Die 37-jährige Berlinerin ist als Synchronsprecherin froh, in ihrer Freizeit auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen, denn das ist ein Ausgleich, wie sie meint.

Anlehnung und Schwung

Die 36-jährige Inga Lühr sieht das ähnlich. Sie hebt besonders das hier gewonnene Bewusstsein für Bewegung und Balance hervor. Beide üben heute den Geländeritt und kleine Sprünge, das sind schon fortgeschrittene Trainingsabläufe. Bei der  Pferdeausbildung ist der Schwung ein weiteres wichtiges Ausbildungselement. Der Schwung geht eng mit der Anlehnung einher. Er tritt automatisch dann ein, wenn das Pferd den „energischen Impuls aus der Hinterhand“ herbeiführt und dadurch automatisch den Rücken aufwölbt. Hierbei ist es wichtig, dass der Reiter weiterhin für die Einhaltung des Taktes sorgt. Die Geraderichtung, der Schwung und der damit einhergehende aufgewölbte Rücken können nur dann richtig erreicht werden, wenn das Pferd im nächsten Arbeitsschritt gerade gerichtet wird.

Hierfür braucht der Reiter erneut die Anlehnung, um damit volle Kontrolle über das Biegen und über die Stellung des Pferdes zu haben. Als Wechselwirkung kann die Anlehnung nur dann richtig erreicht werden, wenn das Pferd gerade gerichtet ist. Letzter Punkt und der Höhepunkt der Pferdeausbildung: die Versammlung. Hier soll das Pferd „vermehrt unter seinen Schwerpunkt“ treten, sodass das meiste Gewicht nicht mehr auf die Vor-, sondern auf die Hinterhand verlagert wird. Tritt das Pferd also deutlich unter den Schwerpunkt, so wird es auch im Rücken lockerer und hebt sein Genick. Das Pferd ist nun in der optimalen Position, um wirklich effektiv geritten und gearbeitet zu werden.

Für Reittrainerin Jeanette Friedrich vom Landgestüt Sachsen-Anhalt und die beiden Reitschülerinnen Elke Appelt und Inga Lühr beginnt im zweiten Teil der beiden Reitstunden die Sitzschulung im Trab und im Galopp. Jeanette Friedrich erklärt den beiden die verschiedenen Sitzarten, das sind Entlastungssitz, Aussitzen, Leichter Sitz, Leichttraben. Weiterhin, welcher Sitz für Pferd und Reiter sinnvoll ist. (Quellen tw. aus Landgestüt LSA, Deutsche Reiterliche Vereinigung, Reiten weltweit)

Geraderichtung und Versammlung

Pferde können dann zu Dressur- oder Springpferden ausgebildet werden. Das sind Aktivitäten im Pferdesport, für die dann die Mitgliedschaft in einem Reit- oder Fahrverein empfohlen ist. Wer sich im Landgestüt Sachsen-Anhalt mal umschauen und das Reiten erlernen möchte, die hier beschriebenen Abläufe zur Pferdeausbildung vom Profi erklärt bekommen möchte, erkundigt sich am besten unter www.landgesteut-sachsen-anhalt.de

 

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