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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 06.09.2017 um 11:58:24

Hofgut Weitzel - hier nimmt man sich Zeit

Schäferhund Ares wacht auf dem Hofgut Weitzel in Thondorf gutmütig über eine ganze Menge Tiere. Über Masthühner, Legehennen, Enten, Gänse und Schafe sowie Galloway-Rinder und Bunte Bentheimer. Was das ist? Lesen Sie hier. Schäferhund Ares wacht auf dem Hofgut Weitzel in Thondorf gutmütig über eine ganze Menge Tiere. Über Masthühner, Legehennen, Enten, Gänse und Schafe sowie Galloway-Rinder und Bunte Bentheimer. Was das ist? Lesen Sie hier.
Foto: Nadine Rößler Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Wer einmal die Gelegenheit bekommt, Bunte Bentheimer Schweine live zu sehen, der wird sich sicherlich sofort verlieben. Diese Schweine haben große, schwarze Flecken, richtig viel Fell – nicht nur ein paar Borsten – und wenn sie erwachsen werden, wachsen ihnen die Ohren bis über die Augen.

Die einzige Möglichkeit, in Sachsen-Anhalt Bunte Bentheimer zu sehen, hat man im kleinen Ort Thondorf bei Siersleben im Mansfelder Land. Hier liegt das Hofgut Weitzel, auf dem die niedlichen Schweine gezüchtet werden. Natürlich hält Inhaber Dieter Weitzel die Schweine mit den großen Flecken nicht nur, weil sie so süß sind, sondern auch sehr robust.

Vor zehn Jahren überlegte er, welche Schweinerasse für seinen Hof wohl am besten geeignet wäre und entschied sich für die Bunten Bentheimer, da sie sehr gut für die Freilandhaltung geeignet sind. Außerdem sind sie genügsam, nicht anfällig für Stress und fruchtbar. Diese Rasse bringt sehr gute Muttertiere hervor, die sich liebevoll um ihre Ferkel kümmern.

Die Bunten Bentheimer auf dem Hofgut in Thondorf werden übrigens ausschließlich mit hofeigenem Futter versorgt. Alles, was die Schweine hier fressen, ist also zuvor auf dem Gut angebaut worden, damit Dieter Weitzel genau weiß, was in seinem Futter steckt.

In Thondorf nimmt man sich Zeit für die 60 Mastschweine, sie werden nicht so schnell wie möglich dick gefüttert, sondern können ganz in Ruhe über ein Jahr lang wachsen. „Das merkt man auch am Fleisch“, sagt Dieter Weitzel, „es schmeckt nicht nur hervorragend, sondern wird auch beim Braten in der Pfanne nicht kleiner.“

Die Ferkel der Bunten Bent- heimer auf dem Hofgut sind übrigens handzahm, da sie so viel Kontakt zu Menschen haben. Das gilt aber nicht nur für die Schweine, sondern auch die Kamerun- und Coburger Fuchsschafe, die Enten, Gänse, Masthühner, Legehennen und sogar für Hofhund Ares. Der Schäferhund-Opa behält alle Bewohner, auch die zweibeinigen, und das Gelände immer gutmütig im Blick.

Und natürlich kann man auch die Galloway-Rinder streicheln. Bei dem kuscheligen Fell lohnt sich das auf jeden Fall. Mit ihnen ist es ganz ähnlich wie mit den Bunten Bentheimern. Auch sie gibt es noch nicht so lange auf dem Hofgut, erst vor fünf Jahren haben sich Dieter Weitzel und seine Frau Benedikta für die Rinderzucht entschieden und auch hier sollte es eine Rasse sein, die gut mit der Freilandhaltung zurechtkommt.

Mittlerweile leben nun sechs Gallowaykühe auf dem Hofgut, die im Frühjahr sogar vier Kälber zur Welt gebracht haben. Im Winter leben die Rinder im Stall, doch im Sommer haben sie – wie übrigens auch die Schafe – eine besondere Aufgabe: Die Herde ist für die Pflege einer großen Solaranlage in Thondorf verantwortlich. Die Galloway-Rinder dürfen ganz in Ruhe wachsen und auch sie werden, wie alle Tiere, nur mit hofeigenem Futter gefüttert. Heraus kommt so ein sehr schmackhaftes, dunkles Rindfleisch, das kräftig schmeckt, aber gleichzeitig sehr zart ist.

Vor der Viehzucht wurde bei den Thondorfern vor allem Gemüse angebaut. Das haben sie natürlich nicht aufgegeben, man bekommt auf dem Hofgut noch immer beispielsweise Spargel und Champignons. Mit der Enten- und Gänsezucht hat man schon lange vor den Schweinen und Rindern begonnen, denn das Federvieh war und ist zu Weihnachten immer sehr beliebt – aber bis dahin ist zum Glück noch ein bisschen Zeit.


Info:
www.hofgut-weitzel.de

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