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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 07.09.2017 um 08:51:48

Traditionshaus in Sachen Liköre & Brände

Die Marke „Wilhelm Behr” ist seit 1831 in Köthen (Anhalt) fest verankert. 
Cornelia Kubitz und ihrem Sohn Sebastian ist es gelungen, „Schnapsbehr” wieder zu einer festen Marke zu entwickeln. In einer Erlebnisbrennerei und im Museumsbereich lernt 
man mehr über die Produkte und deren Geschichte kennen. Die Marke „Wilhelm Behr” ist seit 1831 in Köthen (Anhalt) fest verankert. Cornelia Kubitz und ihrem Sohn Sebastian ist es gelungen, „Schnapsbehr” wieder zu einer festen Marke zu entwickeln. In einer Erlebnisbrennerei und im Museumsbereich lernt man mehr über die Produkte und deren Geschichte kennen.
Foto: Sebastian Köhler Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder)
Die Traditionsmarke Wilhelm Behr wurde 1831 von Wilhelm Behr in der Schalaunischen Straße 15 in Köthen als Materialwarenhandlung mit Destillation gegründet. Erst sein Sohn Hugo Behr wandelte das Unternehmen 1878 in eine Likör- und Essigfabrik um, was der Firma im Volksmund den Namen „Schnapsbehr“ einbrachte.

Hugo Behr hatte 1868 am Heinrichsplatz ein Grundstück gekauft und errichtete hier ein neues Werk. Das ist bis heute der Standort von Wilhelm Behr. Verschiedene Erben führten den Betrieb bis in die Zeit von 1941/42. Dann übernahm Walter Vollrath, der Großvater der heutigen Inhaberin Cornelia Kubitz, die „Kriegsbetriebsgemeinschaft“ Behr-Schulze-Wittig.

Das Kriegsende 1945 war die Zeit der großen Plündereien, da blieb auch das Unternehmen Wilhelm Behr nicht verschont. Noch im gleichen Jahr 1945 übernahm Werner Bierhoff, der Vater der heutigen Inhaberin, die Leitung und musste quasi bei null anfangen. Einzig einige alte Rezepturen von Wilhelm Behr und ein paar alte Bilanzen waren noch vorhanden.

Mit der Herstellung von Likören und Bränden wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Doch mit der Selbstständigkeit war es leider bald wieder vorbei. 1961 meldete Werner Bierhoff eine Kommanditgesellschaft an, wurde somit halbstaatlich. 1972 erfolgte die komplette Verstaatlichung. Unter dem Namen VEB Sektkellerei Köthen wurde die Firma dem Getränkekombinat Dessau zugeordnet. Der Eigenname Behr ging verloren. 1978 wurde die Firma zum Betriebsteil von Rotkäppchen. Bis 1985 blieb aber Werner Bierhoff noch Leiter des Betriebes.

Der Wiederbeginn vollzog sich 1991 mit der Rückübertragung. Doch viele ungeklärte Eigentumsverhältnisse, vor allem Grundstücksprobleme, wirkten als Bremsklötze. Das zog sich bis 2004 hin, berichtet Cornelia Kubitz, die heutige Inhaberin. Das Jahr 2004 klärte zwar die Eigentumsverhältnisse, hinterließ aber auch große Fragezeichen. Nur mit der Herstellung von Kräuterlikören war man als Kleinbetrieb nicht konkurrenzfähig: Wer kannte denn noch Wilhelm Behr?

Doch Cornelia Kubitz, inzwischen Dipl.-Ing. für Lebensmitteltechnik und „Brenner“, nach einer Ausbildung in Weinsberg, hatte die Idee von einer schmucken kleinen Brennerei. 2010 begann die Sanierung. Sohn Sebastian stieg in den Aufbau des Betriebes mit ein. Von seiner Mutter bekam Sebastian das Fachliche beigebracht, seinen gelernten Beruf als Mechatroniker machte ihn zum „Haus- und Hofinstallateur”. Mit einem kleinen Team konzentriert sich Cornelia Kubitz nun vor allem auf die Herstellung von Gin und Whisky, Obstbränden und Kräuterliköre. Das Obst bekommt sie aus Sachsen.

Dazu entstand eine Erlebnisbrennerei mit Museumsbereich. Es gibt Führungen durch die Brennerei mit besonderen Erklärungen, Whiskyverkostungen sowie Kräuter- und Sensorikseminare. Cornelia Kubitz ist es gelungen, „Schnapsbehr” wieder zu einer festen Marke zu entwickeln. Gern wird der Erlebnisbereich auch für private Veranstaltungen genutzt, die Programmangebote des Hauses werden auf Wunsch in die Feier mit eingebunden.

„Alkohol ist ein Genussmittel und soll auch immer so behandelt werden”, so Cornelia Kubitz. Und sie weiß, wie viel Arbeit aufgewandt werden muss, bevor die Köstlichkeiten fertig sind. „Ein Likör wird anders hergestellt als Destillerieprodukte, bei einem Obstler ist die Arbeit vorher am Obst das Wichtigste.”

Die Inhaberin hat gemeinsam mit ihrem Sohn weitere Pläne: „Wir möchten gern den Keller ausbauen. Da gibt es viele Gänge, und die bieten sich ideal zum Lagern der Whiskyfässer an. Whisky muss mindestens drei Jahre lagern – und gern auch mal länger, bevor er in den Verkauf kommt. Gleichzeitig bietet das auch die Möglichkeit, die Erlebnis- und Führungsrunde zu erweitern.”

Doch etwas Besonderes fehlt seit vielen Jahren. Den Eingangsbereich zu Sachsen-Anhalts ältester Schnapsbrennerei säumten einst zwei Bären mit Wappen. Hier sucht Cornelia Kubitz seit Jahren nach gut erhalten Fotos, denn sie möchte diese Bären nachbauen lassen und so den Eingangsbereich am Heinrichsplatz wieder herstellen. Ebenso sucht sie nach alten Etiketten und Bildern sowie nach allem, was mit Firmen der Getränkeherstellung in der Region um Köthen zu tun hat. All diese Sachen sollen in den Ausstellungsbereich mit einfließen.

Info:
www.wilhelm-behr.de

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