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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 11.09.2017 um 13:58:08

Gutmütige und robuste Allrounder

Deutschlandweit gibt es um die 75 000 Islandpferde. 
Eine kleine Herde davon lebt in dem kleinen Ort Dietersdorf in der Einheitsgemeinde Südharz. Deutschlandweit gibt es um die 75 000 Islandpferde. Eine kleine Herde davon lebt in dem kleinen Ort Dietersdorf in der Einheitsgemeinde Südharz.
Foto: Susanne Kiegeland Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder)
Was Island so unverwechselbar macht, ist seine karge Vegetation. Magere Wiesen, Geysire, Gletscher, Vulkane, Fjorde, Wasserfälle – hier ist die ursprüngliche Heimat des Islandpferdes.

All das hat Dietersdorf im Südharz freilich nicht zu bieten. Sei’s drum, eine kleine Islandpferdeherde kann man auf den saftigen Weiden rund um den 200-Seelen-Ort trotzdem ausmachen. Sie gehört zum Hasselhof von Heike Schröter. Auf diesem werden seit über 20 Jahren Islandpferde gezüchtet.

In manchen Jahren erblickten hier vier bis fünf Fohlen das Licht der Welt. Heike Schröters ganzer Stolz ist Zuchthengst Gràni, ein 18-jähriger Rappe mit Stern, von ihr liebevoll „Fury“ genannt. Der 4-Gang-Hengst mit sehr viel Ausstrahlung und Gehfreude hat eine Widerristhöhe von 1,39 Meter. „Gràni geht einfühlsam auf seinen Reiter ein, ist außerordentlich geduldig und höflich“, lobt Heike Schröter. „Gràni ‚fragt’ seinen Reiter, welches Tempo er einschlagen soll. Er bietet seine Leistung an, ohne aufdringlich zu sein. Einfach das ultimative Traumpferd. Das begegnet einen im Leben nur einmal.“ Gràni ist auf dem Hasselhof geboren. Heike Schröter kann sich noch ganz genau an seine Geburt erinnern. „Die Koppel war in morgendlichen Nebel gehüllt“, erzählt sie, „und dann stand da plötzlich ein kleines Eselchen.“ Das war der Gràni – Grauni – der Graue, der dann zum Rappen wurde.

Aber nun von Anfang an: Mit zehn Jahren hat Heike Schröter angefangen mit Reiten. Zunächst auf Großpferden. Sie hat Landwirtschaft studiert, zuvor eine landwirtschaftliche Lehre absolviert, in Prussendorf ihren Trainerschein gemacht, zuletzt eine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin erfolgreich abgeschlossen. 1990 hat sie sich ihr erstes Islandpferd – Brana – gekauft, in Hamburg. Brana ist mittlerweile 28 Jahre alt. Auf Brana folgte Gauta – heute stattliche 31 Jahre alt. Die hohe Lebenserwartung von Islandpferden im Vergleich zu Sportpferden ist nicht ungewöhnlich. 30 Jahre und ältere Tiere sind durchaus keine Seltenheit. Geritten werden können sie bei guter Pflege auch noch nach ihrem 25. Lebensjahr.

Islandpferde, das sind Freizeitpferde, Sportpferde – geeignet für Jung und Alt. Robuste und liebenswürdige Allrounder. Zuverlässig und fleißig. Und in gewisser Weise pflegeleicht. Heike Schröter schwört auf das Wesen ihrer Isländer. Was ihr an Islandpferden besonders gefällt? Ihr unverdorbener Charakter. Ihr soziales Wesen. Ihre Islandpferde sind grundlegend sozialisiert. Verbringen die ganze Zeit im Herdenverbund. Heike Schröters Isländer sind ganzjährig auf verschiedenen Koppeln rings um Dietersdorf zu finden. Auch die Fohlen werden hier – ganz ohne menschliche Hilfe – im Gruppenverband geboren. In diesem wachsen sie auch auf.

Fünf Junghengste gehören zur Herde. Anders als so manch andere Zuchthengste fristen sie kein Dasein in „Einzel- bzw. Stallhaltung“, sondern kommen sowohl in den Genuss von Gesellschaft als auch frischen, saftigen Wiesen.    Apropos saftig. Ganz so saftig braucht es das Islandpferd eigentlich nicht. In seinem „Heimatland“ Island sind die Wiesen karg und mager.

Heike Schröter hat deshalb immer ein wachsames Auge auf die Physis ihrer Pferde: „Meine Pferde stehen bei mir ganz oben, da geht kein Geschäft drüber. Ihr Wohl ist mein Kapital“. Heike Schröter setzt auf eine ganzheitliche Pferde-   therapie. Das Wohl der Pferde liegt ihr besonders am Herzen. Deshalb ist es ihr wichtig, vor allen Dingen die Reiter für ihre Tiere zu sensibilisieren. Pferd und Reiter müssen – im übertragenen Sinne – in ein Boot geholt, in Einklang gebracht werden.

Wer es einmal probiert hat, wer einmal auf einem Islandpferd geritten ist, möchte kein anderes Pferd mehr. Islandpferde beherrschen nämlich, anders als Sportpferde, neben Schritt, Trab und Galopp noch eine vierte Grundgangart –den Tölt. Der Tölt ist eine angeborene, natürliche Gangart, die für den Reiter besonders angenehm ist. Im Gegensatz zu Trab und Galopp hat Tölt keine Schwebephase, sondern ist eine gelaufene Gangart.

Der Reiter sitzt fast erschütterungslos auf einem locker schwingenden Rücken. Kenner schwören – nur Fliegen ist schöner. Damit Heikes Isländer immer locker bleiben und Lust zum Tölten – überhaupt zum Arbeiten – haben, legt sie großen Wert darauf, die Pferde genügend zu gymnastizieren, um ihre innere Balance herzustellen. Bodenarbeitskurse sind deshalb auch ein wichtiger Bestandteil ihres Trainingsangebotes.  

Aber, auch wenn manch einer meinen mag, um auf Islandpferden zu reiten, braucht es keine Übung, ganz so einfach ist es dann doch nicht, dementiert die erfahrene Reitlehrerin. Auch auf Islandpferden muss man Reiten lernen. Es gelten die gleichen Hilfegebungen wie bei der klassischen, der englischen Reitlehre. Ihre Reitschüler kommen aus allen Altersklassen. Ihr ältester Reitschüler ist 76 Jahre alt.

Über die Sommerferien bekommt der Hasselhof zusätzlich zu den Reitschülern Ferienkinder aus ganz Deutschland zu Besuch. Über die Jahre hinweg hat sich hier ein fester Gästestamm gebildet. Viele buchen bei der Abreise schon die nächsten Ferien. Nachrücktermine sind ganz schwer zu bekommen.

Wer sattelfest ist und einmal die nähere und weitere Umgebung erkunden möchte, kann einen längeren Ausritt buchen. Auch Halbtagsritte sind nach Absprache vom Hasselhof aus möglich. Die kilometerlangen Wege der landschaftlich reizvollen Umgebung des 400 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Ortes bieten dafür beste Voraussetzungen.


Infos:
www.reiten-im-harz.de
www.islandpferdeverein-suedharz-ev.de

 

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