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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 12.09.2017 um 15:11:26

Tradition & Rarität

Schmiedemeister Wolf-Dieter Wittig führt mit der Krellschen Schmiede einen der letzten 
Ausbildungsbetriebe in Mitteldeutschland. Ihm ist wichtig, dass das Handwerk erhalten bleibt. Schmiedemeister Wolf-Dieter Wittig führt mit der Krellschen Schmiede einen der letzten Ausbildungsbetriebe in Mitteldeutschland. Ihm ist wichtig, dass das Handwerk erhalten bleibt.
Foto: Michael Randhahn-Schülke Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder)
In Wernigerode, zentral in der Innenstadt, liegt die Krellsche Schmiede. Seit 1678 beherbergt das Gebäude, mit wenigen Ausnahmejahren, die traditionelle Schmiedekunst. Das Unternehmen zeigt sich gastfreundlich mit einer Ausstellung und Kursen rund um die Schmiedekunst.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg von einem Flüchtling namens Michel Krell gegründet, wird das Handwerk inzwischen von Schmiedemeister Wolf-Dieter Wittig geführt. Der Schmied sieht mehr als nur ein Handwerk in seiner Arbeit. Schließlich ist ihm wohl bewusst, dass er einer der letzten neun Ausbildungsbetriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist.

Es steht nicht gut um das Handwerk. Handarbeit ist immer seltener gefragt und viele Arbeiten, die Waren von der Stange liefern, werden nicht selten von ungelernten Kräften in Fabriken erledigt. Für Meister Wittig ist wichtig, dass das Handwerk erhalten bleibt. Er bezeichnet es als die Wurzel der Stahlindustrie. Stahlwerke, aber auch Kfz-Betriebe haben im Schmiedehandwerk ihre Wurzeln. Den Schmied, der sich um Wagen und Pferd kümmerte, nennt er den Kfz-Mechaniker des Mittelalters.


Ein Stück Geschichte im Harz

Die Krellsche Schmiede ist die älteste Schmiede in Deutschland, die sich noch mit traditioneller Schmiedekunst befasst. Seit 2008 können Besucher die Schmiede besichtigen. Die Krellsche Schmiede ist uneingeschränkt als Handwerksbetrieb tätig. Es werden Schmiedeaufträge entgegengenommen und individuelle Vorstellungen der Kunden be­­rücksichtigt.

Das ist inzwischen eine Seltenheit. Als Wolf-Dieter Wittig von der Stadt Wernigerode als Pächter für das historische Gebäude ausgewählt wurde, hatte der bereits aus vorherigen Tätigkeiten einen großen Fundus historischer und traditioneller Schmiedewerkzeuge gesammelt. So kann der Handwerksmeister seiner Devise treu bleiben: „Wir produzieren nicht ‚von der Stange‘ sondern setzen seit Generationen ganz auf die alte Schmiedetradition.“


Der Auftrag der Geschichte an die Gegenwart

Für den leidenschaftlichen Handwerksmeister ist wichtig, die Kompetenzen zu erhalten, die mit dem Handwerk verbunden sind. Wenn das Handwerk ausstirbt, geht Wissen verloren. Das versucht er zu verhindern, wo immer es ihm möglich ist. Deshalb können die Besucher nicht nur den traditionellen Schmiedeofen und die klassischen Werkzeuge bestaunen. Es gibt eine umfangreiche Ausstellung. Der Meister selbst führt regelmäßig Gäste durch die Räume und legt Geschichte und Gegenwart der Schmiedekunst anschaulich dar.

Wer sich für ein Stück begeistert, kann es gleich kaufen oder eine Arbeit nach seinen eigenen Vorstellungen in Auftrag geben.
Zum umfangreichen Angebot der Krellschen Schmiede gehören neben Leuchten, Toren und Türbeschlägen auch Obelisken, Pavillons, Feuerkörbe und Möbel. Die Möglichkeiten, Gartendekorationen und Weinregale schmieden zu lassen, sind nahezu unerschöpflich.


Handwerk lebt vom Interesse der Menschen

In der Krellschen Schmiede geht es nicht nur heiß her. Auch zahlreiche kreative Möglichkeiten werden genutzt, um Alt und Jung auf das Handwerk aufmerksam zu machen. Wittig bietet neben Führungen auch regelmäßig Kurse an. So gelingt es ihm, die Aufmerksamkeit seiner Gäste auf die Problematik im traditionellen Handwerk zu lenken. Nach einem Besuch in der traditionell eingerichteten Schmiede haben viele ihren Horizont erweitert und wissen, worum es speziell beim Schmiedehandwerk geht. Ein Handwerk lebt von den Menschen, die Anteil nehmen.

Der Schmied ist sich sehr wohl bewusst, dass er mit seinen Mitarbeitern keine Chance gegen das Aussterben der Handwerksbetriebe hat. Um Traditionen zu erhalten, müssen alle an einem Strang ziehen. Das versucht er über seine Arbeit zu erreichen. Wittig weckt Interesse und beweist sich als kluger Unternehmer. So hat er beispielsweise einen gemeinnützigen Verein gegründet, durch den die Schmiede Unterstützung erfahren soll.


Info:
www.krellsche-schmiede.de

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