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Wochenspiegel > Unser Land > Landesmuseum für Vorgeschichte >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 12.09.2017 um 15:22:14

Landesmuseum für Vorgeschichte

15 Millionen Funde und eine Himmelsscheibe erzählen davon, wie es früher war. 15 Millionen Funde und eine Himmelsscheibe erzählen davon, wie es früher war.
Foto: Susanne Christmann Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Das hätte – für Halle und damit für das Land Sachsen-Anhalt sowie für die gesamte an Geschichte interessierte Öffentlichkeit  –  richtig schief gehen können. Denn als Sondengänger im Jahre 1999 mit null Fingerspitzengefühl auf dem Mittelberg diesen unglaublichen Schatz mit der später so genannten „Himmelsscheibe von Nebra“ illegal ausgruben, beschädigten sie diese: Teile der Goldbleche wurden abgerissen, die Oberfläche wurde zerkratzt, ein Hammerschlag zerbeulte den Rand der Scheibe.

Dann haben die Raubgräber den in der Fachsprache „Hortfund“ genannten Schatz mit der Scheibe, zwei Schwertern, zwei Beilen, einem Meißel und zwei Armspiralen meilenweit unter Wert verkauft – freilich ohne zu wissen, welch’ unschätzbares Zeugnis über das Wissen unserer Vorfahren über den Weltenlauf und seine religiöse Deutung vor 3600 Jahren sie da ausgegraben hatten. Im Februar 2002 gelang es dann aber in einer gemeinsamen Aktion der Basler Polizei, dem Landeskriminalamt, dem Kultusministerium und dem Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, den Fund für das Land Sachsen-Anhalt und damit für Halle sicher zu stellen. Wesentlich daran beteiligt: Landesarchäologe und Museumsdirektor Harald Meller, der diese Geschichte bis heute in unnachahmlicher Manier wie eine spannende Räuberpistole zu erzählen weiß.      


Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Ne­bra wurde aufwändig restauriert, wissenschaftlich un­­tersucht und ausgewertet und ist seitdem als weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen, seit dem 23. Mai 2008 in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte zu sehen.

Menschen aus aller Welt führt das Anliegen, sie im Original in Augenschein nehmen zu können, seitdem nach Halle – ein regelrechter Glücksfall für die größte Stadt Sachsen-Anhalts! Erst recht, seitdem die Himmelscheibe 2013 in das UNESCO-Dokumentenerbe „Memory of the World“ offiziellen Eintrag fand.

Aber das  Landesmuseum – 1918 als erstes eigenes Museumsgebäudes für Vorgeschichte in Deutschland eröffnet – hat auch ohne dieses einzigartige Ausstellungsstück jede Menge zu bieten.  Es  beherbergt eine der ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen in Deutschland. Das reiche kulturelle Erbe des Landes wird durch die aufwändige und unkonventionelle Inszenierung auserlesener Objekte dieser Sammlung in der Dauerausstellung repräsentiert.

Die außergewöhnlich interessanten archäologischen Funde Sachsen-Anhalts werden in zeitlicher Folge – vom Beginn der Steinzeit bis zur frühen römischen Kaiserzeit – ausgestellt.

Der erste Abschnitt „Geisteskraft” (Alt- und Mittelpaläolithikum) wurde am 17. April 2003 eröffnet. Der zweite Abschnitt „Menschenwechsel” (Jungpaläo- und Mesolithikum) eröffnete am 9. Dezember 2004, der dritte Abschnitt „Lebenswandel” (Jungsteinzeit bis frühe Bronzezeit) am 23. Mai 2008 und der vierte Abschnitt „Glutgeboren” (Mittelbronzezeit bis vorrömische Eisenzeit) am 7. Dezember 2012. Seit dem 20. Februar 2015 steht den Besuchern auch der Ausstellungsabschnitt zur frühen römischen Kaiserzeit offen. In den folgenden Jahren soll die Dauerausstellung nach und nach erweitert werden. Den chronologischen Endpunkt werden einmal das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bilden.


Sonderausstellungen

Von sich reden macht das Landesmuseum immer wieder mit seinen Sonderausstellungen, bei denen sich die Besucher aus nah und fern gern auch mal in langen Schlangen anstellen, um hineinzukommen. Das war natürlich auch vom 15. Oktober 2004 bis 22. Mai 2005  der Fall, als in der Schau „Der geschmiedete Himmel“ das Zeitalter der Himmelsscheibe in einer außergewöhnlichen Inszenierung zu neuem Leben erweckt wurde. Glanzvoller Mittelpunkt der in dieser Art einmaligen Zusammenschau bronzezeitlicher Lebenswelt war neben der Himmelsscheibe von Nebra der Sonnenwagen von Trundholm (Dänemark) – beides archäologische Funde von Weltrang.

Die Landesausstellung „Pompeji – Nola – Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“ vom 9. Dezember 2011 bis 26. August 2012 lockte mit ihren hochkarätigen Exponaten und dem eigens erarbeiteten, neuartigen und vielseitigen Konzept insgesamt rund 224 000 Besucher in das Landesmuseum für Vorgeschichte und war damit die erfolgreichste Sonderausstellung des Landesmuseums nach der Ausstellung rund um die Himmelsscheibe.

Ob die 180 000 Jahre alten Fossilien aus dem Braunkohlentagebau Neumark südlich von Halle, das germanische Fürstengrab von Gommern, die Fossile Mammutwelt mit Originalfunden und lebensechten Rekonstruktionen oder die mysteriösen Steinzeittoten aus einer Doppelgrabenanlage auf dem Plateau von Salzmünde – all diese Funde waren immer wieder Ausgangs- und Mittelpunkt für Sonderschauen.

Ein besonderes, nicht unumstrittenes, Wagnis war zum Beispiel die Sonderschau „Krieg“. 47 Tote in einem Massengrab – das sind die einzigen Opfer, die bisher von einer der verlustreichsten Schlachten des 30-jährigen Krieges gefunden werden konnten. Sie gehören zu den 6 500 Opfern, unter   ihnen der schwedische König Gustav II. Adolf, die 1632 in Lützen bei Leipzig ihr Leben ließen. Im Erdblock gehoben, im Labor präpariert und mit modernsten bioarchäologischen Methoden untersucht, stand dieses Grab im Zentrum einer großen internationalen Sonderausstellung.

Bis zum 5. Juni 2017 zog die Sonderschau „Alchemie – Die Suche nach dem Weltgeheimnis“ die geschichtsinteressierten Museumsbesucher nach Halle. Im Zentrum der Schau standen die einmaligen Überreste einer umfassend ausgestatteten Alchemistenwerkstatt aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, die 2012 bei Ausgrabungen in der Lutherstadt Wittenberg entdeckt wurden. Analysen der alchemistischen Prozesse zeigten das Wesen und die Vielseitigkeit dieser oft geheimen Wissenschaft.  


Neue Sonderschau ab 30. November 2017

Vom 30. November 2017 bis 21. Mai 2018 geht es in der aktuellen Sonderschau um „Klimagewalten – Treibende Kraft der Evolution“. Schlagworte wie „Klimawandel“ und „Globale Erwärmung“ sind allgegenwärtig. Klimaveränderungen, die heute bedrohliche Zukunftsszenarien scheinen, wirkten im Laufe der Erdgeschichte jedoch als Triebkräfte der Evolution. Um ihre Ursachen und Folgen zu verstehen, wirft die Sonderausstellung einen weiten Blick zurück.

Vor ca. 65 Millionen Jahren ging das Zeitalter der Dinosaurier zu Ende. Die Erdneuzeit, die Ära der Säugetiere begann. Die Alpen und der Himalaya falteten sich auf. Das Klima, zunächst noch warm und stabil, wurde zunehmend unbeständiger. Welche Folgen hatten die Klimaschwankungen für die Tier- und Pflanzenwelt? Wie veränderten sie das Gesicht der Erde? Und wie beeinflussten sie die Entstehung der Menschenarten und letztlich auch die kulturelle Entwicklung des Menschen? Diese Fragen will die Schau beantworten.


Spezielle Angebote für Kinder

Museumspädagogik wird im Landesmuseum für Vorgeschichte großgeschrieben. Ob Elefantenjagd, ein Besuch bei den Urmenschen, Exkursionen in die Steinzeit  oder ein Detektivspiel rund um die Archäologie – schon unzählige Kita-Gruppen und Grundschulklassen haben hierbei im Museum so manches Abenteuer erlebt.

Auch zu jeder Sonderschau wird ein museumspä-  dagogisches Programm aufgelegt. Kinder zwischen 3 und 11 Jahren können außerdem im Museum Geburtstag feiern. Sie können dabei unter fünf Themen wählen: „Zu Gast bei den Urmenschen“, „Mammut, Waldelefant, Höhlenlöwe und was noch?“, „Historische Spiele und Spielzeug“, „Zu Gast bei den Rittern“ oder „Sonne, Mond und Sterne“. 


Info:
Landesmuseum für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Straße 9 | 06114 Halle/Saale
Telefon 0345/52 47-30
www.landesmuseum-vorgeschichte.de
www.himmelswege.de 

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