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Wochenspiegel > Unser Land > Dorfkirchenmuseum Garitz >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 12.09.2017 um 16:05:49

Dorfkirchenmuseum Garitz

Das Dorfkirchenmuseum in der alten Stärkefabrik bietet nicht nur eine Übersicht und 
Modelle der Kirchen im Kirchenkreis, sondern ist idealer Ausgangspunkt für eine Kirchentour. Das Dorfkirchenmuseum in der alten Stärkefabrik bietet nicht nur eine Übersicht und Modelle der Kirchen im Kirchenkreis, sondern ist idealer Ausgangspunkt für eine Kirchentour.
Foto: Sebastian Köhler Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder) Galerie (10 Bilder)
Ein kleines, aber feines Museum befindet sich am Ortsrand von Garitz (Einheitsgemeinde Zerbst), am Rande des Naturparks Fläming. Die ehemalige Stärkefabrik stand nach der Wende leer und erwies sich als dringend restaurierungsbedürftig.

Ortsbürgermeister Mario Rudolf und seine Mitstreiter ließen das Ensemble samt des historischen Sägewerkes wieder aufbauen. Kooperationspartner wurden der Naturpark Fläming e.V. und die Stiftung „Entschlossene Kirchen“. Letztere setzt sich sehr für den Erhalt der 61 Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst ein. Daraus resultierten die Entstehung eines Infopunktes für den Naturpark und ein deutschlandweit einzigartiges Dorfkirchenmuseum.

Heute beherbergt das Museum neben wechselnden Ausstellungen über 30 wundervolle kleine Modelle der alten Dorfkirchen. Handgefertigt wurden sie von dem leidenschaftlichen Bastler Werner Krüger. Als Schlosser und Malermeister war dieser handwerklich sehr geschätzt. Fotografien und Zeichnungen dienten ihm als Vorlagen.

Ein gewisser Spielraum während der Fertigung stand Werner Schulz zu, denn Bilder zeigen oftmals die Fassaden. Wer sich die kleinen Kirchen anschaut, wird mit Sicherheit neugierig auf die Originale. Neben den Modellen liegen kurze präzise Beschreibungen über die Besonderheiten und Attraktionen im Außen- und Innenbereich der Bauten.

Dorfkirchen erzählen meist eine lange ehrwürdige Geschichte. Dank der Stiftung „Entschlossene Kirchen“ wurden diese Kostbarkeiten weitgehend res- tauriert. Sonja Hahn, Kunsthistorikerin und Vorsitzende der Stiftung (Foto), sieht das Überleben einer Kirche nur, wenn diese auch geöffnet und genutzt wird. Dieses Anliegen ist in der heutigen Zeit umso aktueller. Menschen suchen trotz rückgängiger Konfessionszugehörigkeiten die Ruhe und Besinnlichkeit; wollen Abstand von Problemen und dem Stress des Alltags nehmen. Die Gotteshäuser bieten nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern sind vor allem Orte der Stille.

Doch die Dorfkirchen dienen nicht nur als geöffnetes Gottesdiensthaus. Sie sind vielfach thematisch orientiert. Die Themen resultieren unter anderem aus den Festen des Kirchenjahres, dem Bau, dem Patronat.

In der romanischen Weihnachtskirche von Polenzko zum Beispiel dürfen Besucher ganzjährig die größte Holzkrippe Deutschlands bewundern. Die ca. drei Meter hohen Figuren (das Jesuskind ist natürlich kleiner) wurden von Horst Sommer gefertigt. Linden und Pappeln aus dem Zerbster Stadtgebiet verwendete der Holzbildhauer und ehemalige Lehrer für dieses bemerkenswerte Ensemble.

Das Dorfkirchenmuseum weckt die Neugierde, öffnet die Augen für diese kleinen architektonischen Schätze in unserer Region. Sonja Hahn, Kunsthistorikerin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Entschlossene Kirchen“, steht Besuchern gern und kenntnisreich für Führungen durch das Museum zur Verfügung.


Info:
www.weinberggemeinde-garitz.de

 

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