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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 30.10.2017 um 09:46:01

Mit der Enduro auf der Piste

Clemens konnte schon viele Preise und Pokale gewinnen. Clemens konnte schon viele Preise und Pokale gewinnen.
Foto: Torsten Waschinski Galerie (1 Bild)
Der erst zehnjährige Clemens Voigt aus Gröbzig gilt als großes Talent im Motocross. Reporter des Magazins „Unser Land“ besuchten den jungen Meister.

Gröbzig (vs).
Wenn Jungs nach ihrem Hobby gefragt werden, antworten sie meistens Fußball. Bei erwachsenen Männern kommt es dagegen schon häufiger vor, dass dabei der Motorsport ganz oben steht. Obwohl Clemens Voigt aus Gröbzig noch nicht erwachsen ist, gehört seine Begeisterung dennoch dem Motorengeheul auf der Piste.

Der erst 10-Jährige fährt seit seinem vierten Lebensjahr Motorrad. „Das ist meine Leidenschaft“, sagt der Schüler der fünften Klasse der Freien Schule Anhalt in Köthen. Schon als Kleinkind machte es ihm Spaß, mit seinen fahrbaren Untersätzen Treppen hoch und über umgestürzte Bäume oder durch Schlammpfützen zu fahren. Hauptsache es war „wildes Gelände“. Da ist auch schon mal das Laufrad in der Mitte durchgebrochen.

Mit seinem Vater Stefan Voigt, welcher ebenfalls motorisiert unterwegs ist, fand er so zu seinem Hobby, dem Enduro Geländesport. Hier wird auf abgesperrten Pisten um Zeit und Sieg gefahren. Die Herausforderung ist es, über einen Zeitraum von bis zu zwei Stunden immer wieder neue Strecken in unbekanntem Gelände zu bewältigen. Der junge Motorsportler pilotiert dabei eine KTM 65 SX mit 65 cm³ Hubraum und ca. 20 PS Leistung.

Geübt wird vorrangig auf dem Vereinsgelände der Enduro Freunde Petersberg e.V. sowie in der Halle des X-Sport Giersleben e.V. Zusätzlich besucht Clemens regelmäßig Trainingslehrgänge, um seine fahrerischen Fähigkeiten weiter zu verbessern.

Wer so viel trainiert, will sich auch mit anderen messen. Deshalb fährt Clemens offizielle Rennen in seiner Altersklasse gegen Konkurrenten aus ganz Deutschland. Doch der junge Motorsportler fährt nicht nur mit, nein, er ist auch einer der Besten. So wurde er bereits 2016 Deutscher Vizemeister beim GCC (German Cross Country) und Vize-Europameister in Österreich.
Es vergeht kaum ein Wochenende, wo Vater und Sohn nicht unterwegs sind und ihrer Leidenschaft nachgehen. Nicht nur Deutschlands Geländestrecken werden unter die grobstolligen Räder genommen, es geht auch nach Österreich oder Kroatien.

Die Maschinen kommen dann in den eigenen Transporter und los geht es. Fast immer mit von der Partie ist Clemens Mutti Melanie Kloß, die die Versorgung und das Bürokratische übernimmt.

Auf die Frage, ob Clemens aufgeregt vor einem Rennen ist, antwortet er: „Und wie!“ So kann es schon einmal passieren, dass während der Startsequenz der Helm abgenommen wird, um sich unverdauter Möhren zu entledigen. Ein anschließender Start-Ziel-Sieg lässt vergessen, was eben war.

Stürze sind bei diesem Sport nicht zu vermeiden. „Nur einmal habe ich bis jetzt eine Nacht im Hotel ‚Rotes Kreuz‘ zu bringen müssen, das war aber nur zur Kontrolle“, verrät der junge Mann.

Wer wenig stürzt, ist auch erfolgreich. Diesbezüglich muss der Gröbziger in diesem Jahr doch wenig von seiner Maschine gefallen sein, konnte er doch beim GCC - German Cross Country bei allen Veranstaltungen siegen und somit vorzeitig den Titel Deutscher Meister erringen. Ähnlich verhielt es sich auch beim Enduro-Kids-Cup des ADAC Berlin-Brandenburg und beim ADAC Sachsen Enduro-Jugend-Cup, wo er sich ebenfalls frühzeitig die Gesamtsiege sichern konnte.

Auch bei der Europameisterschaft standen die Chancen gut, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, doch leider wurde das Rennen im letzten Moment ersatzlos gestrichen. Damit bleibt dieser Titel vorerst offen.

Einen weiteren Höhepunkt markierte die Teilnahme am MX-Bundesendlauf beim MSC Pflückuff im September dieses Jahres. Aufgrund seiner fahrerischen Leistungen wurde Clemens vom ADAC Regionalclub Niedersachsen/Sachsen-Anhalt eingeladen, sich mit den bundesweit besten Motocrossern seiner Altersklasse zu messen. Dass es sich hierbei erst sein viertes Motocross-Rennen der Saison handelte, macht den neunten Platz von insgesamt 50 gestarteten Fahrern umso eindrucksvoller.

Um diese Erfolge zu erreichen, sind natürlich von der Familie Opfer zu erbringen. Nicht nur Zeit, auch finanziell muss da einiges aufgebracht werden. „Die Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle“ bekräftigen die Eltern. Da kostet allein die Schutzausrüstung schon an die 2.000 Euro. Das Motorrad muss regelmäßig gewartet und aufgrund von Verschleiß und dem Wachstum von Clemens immer wieder ersetzt werden.

Unterstützung erhält der talentierte Nachwuchs-Endurist neben den Eltern und Großeltern auch von Steffen Hornik von der Firma Zweiradsport Hornik aus Billroda. Da die Ausgaben für Motorrad, Transport, Trainings- und Versicherungsbeiträge nicht unerheblich sind, laufen derzeit Gespräche mit neuen Förderern. Weitere motorsportbegeisterte Sponsoren sind natürlich jederzeit herzlich willkommen, um Clemens auch zukünftig die erfolgreiche Ausübung seines Hobbys zu ermöglichen.

In der kommenden Rennsaison fährt er sein viertes Motorrad; eine neue KTM 85 SX steht dafür schon seit einigen Tagen in der Garage bereit.

Abseits der unbefestigten Wege frönt Clemens Voigt einem weiteren völlig gegensätzlichen Hobby. Er spielt begeistert Querflöte und nimmt, weil er nach eigener Aussage „mit seinem Lehrer Max Litwin auf einer Wellenlänge liegt“, zweimal pro Woche Musikunterricht in Köthen. Ein erster Platz bei der Teilnahme am Wettbewerb Jugend musiziert zeugt von seinem musikalischen Verständnis.

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