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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 11.04.2018 um 14:40:16

Mitten im wunderschönen Fläming

Erhard Schlüter auf der Straußenfarm Erhard Schlüter auf der Straußenfarm
Foto: Frank Neßler Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Fernab der großen Verkehrsströme, da ist die Heimat von „Anton“ und „Dieter-Sabine“. Die Straußenhähne sind stolze Tiere. Mit Recht, denn sie sind für zahlreiche Zuchterfolge auf der Straußenfarm Schlüterhof im Jessener Stadtteil Naundorf verantwortlich. Dort haben Erwachsene und Kinder die Gelegenheit, die größten Laufvögel der Welt hautnah zu erleben.

Seit 2008 betreiben die Eheleute Barbara und Erhard Schlüter diese Straußenfarm. Auf die Idee dazu gekommen sind sie eher zufällig. Als sie auf der Suche nach einer neuen Nutzung für ihren großen Hof waren, meinte einer ihrer Pflegesöhne damals: „Dann züchtet doch Strauße.“ Aus dem Scherz wurde wenig später zunächst ernst, und anschließend viel Arbeit. In Spitzenzeiten wurden in Naundorf bis zu 100 der stressempfindlichen Laufvögel gehegt und gepflegt. Mittlerweile treten Barbara und Erhard Schlüter allerdings wieder etwas kürzer. Die Rente ist nicht mehr weit.

Die erwachsenen Tiere leben in Naundorf Sommer wie Winter im Freien. Da Strauße in ihrer ursprünglichen Heimat Afrika tagsüber sengender Hitze ausgesetzt sind und zugleich Nachtfrost oder der andauernden Regenzeit widerstehen, sind sie auch sehr gut an das Klima in Deutschland angepasst. Die Schlüters garantieren eine natürliche Aufzucht und Fütterung der Tiere. Ohne Hormone und leistungssteigernde Mittel, Tiermehl oder Antibiotika.

Die Aufzucht von Straußen ist nicht einfach. Hähne und Hennen müssen sich erst kennenlernen. Wie beim Menschen muss es funken. Befruchtete Eier kommen für rund 40 Tage in einen Brutschrank. „Eine Garantie, dass Küken schlüpfen, gibt es natürlich nicht“, erklärt Erhard Schlüter. Die Aufzucht der Jungtiere braucht ebenfalls viel Geduld. Umgebungswechsel vertragen sie nicht, auch keine Kälte. Bei Temperaturen von um die 25 Grad fühlen sich die Jungtiere am wohlsten. In einer Scheune hat das Ehepaar Schlüter dem Vogelnachwuchs in Naundorf eine warme Kinderstube eingerichtet.

Straußenvögel werden im Normalfall eineinhalb Jahre hochgepäppelt, bevor sie geschlachtet werden. Das Fleisch ist hochpreisig. Es soll jedoch auch besonders gesund sein. „Es ist fett- und kalorienarm sowie proteinreich“, sagt Schlüter. Deshalb ist Fleisch vom Strauß ideal für eine gesunde Ernährung. Schon vor 900 Jahren wusste die Universalgelehrte Hildegard von Bingen um seine gesundheitlichen Werte. Sie pries es als „Gesund- beziehungsweise Heilfleisch“ an. Nicht ohne Grund, denn Straußenfleisch ist mit einem Fettgehalt von nur rund einem Prozent das magerste rote Fleisch, das es gibt. Es verbindet ideal die Schmackhaftigkeit des roten Fleisches mit den Gesundheitsvorteilen des Geflügelfleisches.

Von der „Straußenfarm Schlüterhof“ in Naundorf wird nicht nur das Fleisch der selbst gezüchteten Laufvögel vermarktet. Es gibt auch Wurstprodukte wie Salami, Schinken, Leber- und Bratwurst. Hergestellt werden die Spezialitäten in der Jüterboger Neumarkt-Fleischerei, die für ihre hervorragende Qualität über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.

Aus dem Leder der Vögel werden Schlüsselanhänger, Geldbörsen, Brillenetuis und Taschen für jeden Anlass gefertigt. Straußen- und Emueierlikör, handgefertigte Straußenfettseife, Teelichter und Schmuck runden das Angebot ab. Die Federn der Tiere werden als Schmuck oder Wedel angeboten und aus den Eierschalen Lampen gebastelt.Neben der Straußenzucht hat sich das Ehepaar Schlüter auch einen Namen als Gastgeber gemacht. Radtouristen und Wohnmobil-Camper sind auf ihrem, an der Mitteldeutschen Kirchenstraße, die Besucher in kleinere Dorfkirchen lenkt, und unweit des internationalen Elberadweges gelegenen Hofes jederzeit willkommen.


Info
www.straussenfarm-schlueterhof.de

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