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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 11.04.2018 um 14:42:28

Aus diesem Reservoir trinkt das Land

Die Rappbodetalsperre Die Rappbodetalsperre
Foto: Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Die Rappbodetalsperre direkt an der Landesstraße 96 in der Stadt Oberharz am Brocken ist das Herzstück des Bodewerkes. Und nach Worten von Burkhard Henning „eines der herausragendsten Bauwerke im Talsperrenbau in Sachsen-Anhalt“. Sie ist Herzstück eines aus sechs Talsperren bestehenden multifunktionalen Anlagesystems. Henning ist als Geschäftführer des „Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt“ (TSB) der Herr über die 33 Talsperren im Ursprungsland der Reformation.

Zwei weitere sind im Bau. Zum sogenannten Bodewerk gehören die Rappbodetalsperre, die Talsperre Königshütte, die Talsperre Wendefurth, die Vorsperren Hassel und Rappbode sowie das Hochwasserschutzbecken Kalte Bode. Diese sechs Anlagen wurden in den Jahren 1956 bis 1967 fertiggestellt. Der Rappbodetalsperre vorgelagert sind die Vorsperren Rappbode und Hassel. Die Rappbodetalsperre ging 1959 in Betrieb und wurde zwischen 1995 und 2009 saniert.


Höchste Staumauer Deutschlands

Die Staumauer der Rappbodetalsperre ist mit einer Höhe von 106 Meter über der Gründungssohle die höchste Staumauer Deutschlands. Sie hat eine Kronenlänge von 415 Meter. Die Mauerkrone besteht aus einer 7 m breiten Straße und den Fußwegen an der Wasser- und Luftseite mit einer Breite von jeweils 2,50 Meter.

Die Rappbodetalsperre ist ein wahres Multitalent: Die wichtigste Aufgabe des Bodesystems ist heute die Rohwasserbereitstellung zur Trinkwassergewinnung. Rund eine Million Menschen in Mitteldeutschland werden mit Trinkwasser versorgt. Gleichzeitig ist das Bodesystem das wichtigste Hochwasserschutzsystem im östlichen Teil des Harzes und Vorreiter bei der Wasserkraftnutzung in Sachsen-Anhalt.

Das technische Know-how der Rappbodetalsperre beeindruckt: 860 000 Kubikmeter Beton wurden in der Talsperre verbaut – allein die gerade Gewichtsstaumauer wiegt so rund zwei Millionen Tonnen. Sie staut die Flüsse Rappbode und Hassel zum größten Stausee im Harz. Sie schafft einen gigantischen Stauraum von 113 Millionen Kubikmeter. Zum Vergleich: Das Gesamtstauvolumen aller Talsperren in Sachsen-Anhalt beträgt 191 Millionen Kubikmeter.

Den Experten des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt gelingt jeden Tag der Spagat zwischen Wasserbereitstellung, Hochwasserschutz, Gebäudemanagement und Bau­­werksunterhaltung. Die 64 Mitarbeiter sind für die Planung, den Bau und den Betrieb von Stauanlagen im Sinne des Landeswassergesetzes zuständig. An der Rappbodetalsperre arbeiten zwei Kraftwerke – ein Umlaufstollen- und ein Trinkwasserkraftwerk. Zusammen erzeugen sie pro Jahr etwa 15 Millionen Kilowattstunden Energie.


Wie wird aus Roh- eigentlich Trinkwasser?

Der Stausee der Rappbodetalsperre ist eine der bedeutendsten Trinkwasserreserven in Mitteldeutschland. Alle Talsperren des Bodesystems leiten ihr Wasser da hinein. Nur dort findet die Rohwasserentnahme für die Trinkwasserversorgung statt. Vertraglich vereinbart ist die Vorhaltung einer Rohwassermenge von jährlich 80 Millionen Kubikmetern. Das „Harzwasser“ ist besonders weich und angenehm im Geschmack.

Aus dem Talsperrenwasser werden zunächst durch Fil- trierung Algen und Kleinstlebewesen entfernt. Kohlendioxid und Kalkwasser härten anschließend das Wasser bedarfsgerecht auf und stabilisieren den pH-Wert. Bevor es auf den Weg zum Endverbraucher geht, werden noch geringe Mengen von Chlor und Chlordioxid für eine gleich bleibende Qualität hinzugefügt. Ein Labor überwacht und steuert diese Vorgänge.

Das Wasserwerk Wienrode wird von dem Unternehmen Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH mit Hauptsitz in Torgau betrieben. Im Normalbetrieb werden dem Stausee der Rappbodetalsperre täglich etwa 120 000 Kubikmeter Rohwasser entnommen, die Gesamtkapazität des Wasserwerks liegt bei 180 000 Kubikmeter Wasser.

So deckt das Bodesystem mehr als ein Drittel des Trinkwasserbedarfs in Sachsen-Anhalt durch das ab. Über ein System aus Hochbehältern und rund 270 Kilometer Fernleitungsnetz beliefert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Großteil im mittleren und südlichen Sachsen-Anhalt mit Trinkwasser.


Petri Heil!

Drei Harzer Einzelvereine haben sich zu dieser Gemeinschaft zusammengeschlossen, etwa 1 300 Angler wünschen sich an den Seen des Bodesystems mit einem kräftigen „Petri Heil!“ gute Fänge. Neben den Angelberechtigungen für die werden auch sogenannte Kurzangelberechtigungen für Urlauber ausgestellt. Auf die Hobbyfischer warten nach Angaben der Pachtgemeinschaft rund 500 Hektar Gewässerfläche, die beangelt werden können. Hecht und Karpfen machen etwa die Hälfte des gesamten Fangs aus.

Es folgen Regenbogenforelle, Schleie und Zander und auch Aale landen regelmäßig am Haken. Wem es mit dem Boot auf den See hinaus zieht, muss sich auf das Angeln an der Talsperre Wendefurth begnügen. Hier hält ein Bootsverleih die benötigte Ausrüstung bereit. An allen anderen Talsperren muss vom Ufer aus geangelt werden.


Tourismus boomt

Der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt betreibt an der Talsperre Wendefurth ein Informationszentrum. Dort wird die Arbeit des Talsperrenbetriebs umfassend erklärt. Nach vorheriger Anmeldung für Gruppen werden dort ganzjährig Führungen angeboten. Für Einzelpersonen finden 2x wöchentlich von April bis Oktober Führungen statt. Zu den Höhepunkten gehört der jährliche „Tag der offenen Tür“ an wechselnden Anlagen.

Um den Freizeit- und Erholungswert zu erhöhen, arbeitet der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt mit vielen touristischen Partnern zusammen. Eventpartner wie das Unternehmen Harzdrenalin haben Teile des Programms ganz gezielt auf die Bedingungen an den Talsperren ausgerichtet.

So können Mutige und Adrenalinsüchtige beispielweise an der Talsperre Wendefurth die Staumauer herunterlaufen („Wallrunning“) oder in direkter Nachbarschaft zur Staumauer der Rappbodetalsperre an Europas längster Doppelseilrutsche mit mehr als 80 Stundenkilometern ins Tal sausen („Megazipline“) oder seit Mai 2017 die mit 458 Metern und 100 Meter Höhe zu den längsten Hängebrücken der Welt zählende „TitanRT“ begehen. Einen besonderer Adrenalinschub bietet der „Gigaswing“ – allein oder zu zweit im Tandem: Ein 75 Meter tiefer Pendelsprung von der TitanRT aus 100 Meter Höhe.


Info

Wer Interesse an einer Führung des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt hat, kann sich im Internet auf www.talsperren-lsa.de anmelden und sich ausführlich über alle touristischen und fachlichen Partner informieren.

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