Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Unser Land > Entdeckungen am Muldental-Radweg >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 11.04.2018 um 17:01:11

Entdeckungen am Muldental-Radweg

Eigentlich müsste man von mehreren „Mulden“ sprechen, denn das Quellgebiet des zu den wasserreichsten Flüssen Europas zählenden Fließgewässers ist groß. Im 770 Meter hoch gelegenen Schöneck entspringt der westliche Arm. In der höchstgelegenen Stadt des Vogtlands treffen die Rote Mulde und die Weiße Mulde in der Talsperre Muldenberg aufeinander und bilden fortan die Zwickauer Mulde. Nach ihrer rund 167 Kilometer langen Reise durch das Vogtland und Erzgebirge gelangt die Zwickauer Mulde in die Leipziger Tieflandsbucht.

Auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges in Tschechien hat die Freiberger Mulde ihren Ursprung. 124 Kilometer weit fließt sie durch das sächsische Burgenland bis sie in Sermuth, einem Ortsteil von Colditz, mit der Zwickauer Mulde zur Vereinigten Mulde wird. Durch das sächsische Hügelland geht es weiter, bis die Vereinigte Mulde kurz nach der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt im Muldestausee gestaut wird. Die letzten 25 Kilometer des Flusslaufes von der Region Bitterfeld-Wolfen bis nach Dessau-Roßlau stehen unter besonderem Schutz. Das Naturschutzgebiet „Untere Mulde“ bietet vielen selten gewordenen Tier- und Pflan- zenarten ein Zuhause.

Noch vor 25 Jahren wäre niemals daran zu denken gewesen, dass hier einmal Fischarten wie Zander, Barsch, Wels und Hecht einen intakten Lebensraum finden oder gar Rot- und Schwarzmilane und Falken über dem viertgrößten Nebenfluss der Elbe ihre Kreise ziehen.

Zu DDR-Zeiten galt die Mulde als verseuchter, toter Fluss. Die veralteten Chemie- und Papierfabriken entlang des Flusslaufes leiteten ihre Abwässer ungeklärt ein. Üble Gerüche, Verfärbungen und meterhohe Schaumberge, wie zum Beispiel am Muldewehr bei Dessau, waren keine Seltenheit.

Unweit des Muldewehrs bei Dessau sorgt heute eine Fischtreppe dafür, dass einheimische Wanderfischarten wieder zu ihren Laichplätzen gelangen können, so wie vor hunderten von Jahren. Inzwischen sind in der Mulde mehr als 38 Fischarten heimisch, darunter auch Lachse.

Wer den letzten Abschnitt des Muldental-Radweges, der von Bitterfeld-Wolfen bis nach Dessau-Roßlau führt, absolviert, sollte der Fischtreppe einen Besuch abstatten. Die gerade einmal knapp 29 Kilometer lange Tour eignet sich für einen kurzen Familienausflug und ist per Rad in zwei Stunden locker zu bewältigen. Die Tour führt größtenteils über Wald- und Radwege, teilweise auch über Straßen und ist mit Hinweistafeln mit einer grünen Burg ausgeschildert.

Start ist am Herrenhaus Muldenstein. Nach etwa drei Kilometer gelangt man nach Jeßnitz, wo es über die Brücke weiter auf der rechten Muldeseite geht. Die nächste Station ist Altjeßnitz, wo Deutschland ältester und größter barocker Irrgarten und die romanische Feldsteinkirche zu einem Besuch einladen.

Der Straße folgend kommt man nach Retzau. Nun folgt ein Abschnitt, der Einblicke in die ursprüngliche Landschaft der Muldeaue gewährt. Alte Solitäreichen und Hainbuchen säumen den Weg. Alt- und Biotopbäume sowie Totholz verleihen der Landschaft einen ursprünglichen, wilden Charakter.

Unterhalb von Raguhn bildet die Mulde Mäander und weist zahlreiche Kiesbänke und Steilufer auf. Hier finden Uferschwalben Brutplätze. Naturfotografen ist es sogar schon gelungen, den seltenen Eisvogel im Bild festzuhalten.

Wer nicht ganz soviel Geduld aufbringt, kommt bei seiner Radtour vielleicht dem Biber auf die Spur. Die „angespitzten“ Baumstämme sind ein typisches Zeichen für den dämmerungs- und nachtaktiven Nager.

Zwischen den Hartholzwäldern und Weidengebüschen erstrecken sich Streuobstwiesen und Grünland. Oft führt der Radweg entlang des Deiches. Apropos Deich. Der Hochwasserschutz bildet nach den großen Jahrhundertfluten 2002 und 2013 natürlich eine wichtige Rolle. Vielerorts sind neue und rückverlegte Deiche entstanden.

Obwohl man auch kleine hübsche Ortschaften wie Sollnitz und Kleutsch passiert, sind Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke eher rar. Es lohnt sich also, einen Picknickkorb zu packen. Die dank einer Privatinitiative gerade erst wieder auf Vordermann gebrachte Hainichhütte im Pötnitzer Busch bietet Gelegenheit, in freier Natur unter einem schützenden Dach Platz zu nehmen und die mitgebrachten Köstlichkeiten zu verzehren.

Nachdem man den Tiergarten bei Dessau durchquert hat, trifft man auf den Elberadweg. Diesem kann man weiter bis zur Jagdbrücke folgen. Dort endet die Tour. Nördlich davon mündet die Mulde schließlich in einem Naturschutzgebiet in der Elbe.


Hochwasserschäden beseitigt

Im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung 2013 wurden von September 2017 bis Januar 2018 touristische Wege instandgesetzt bzw. mit einer neuen Befestigung versehen.


Muldental-Radweg

An der südlichen Stadtgrenze von Dessau-Roßlau zwischen Sollnitz und Retzau wurde der Muldentalradweg auf ca. 300 Meter mit einer Asphaltdecke erneuert.


Muldentalradweg/Fürst-Franz-Weg

Im Stadtteil Mildensee, hinterer Tiergarten, werden die Wege von Pötnitz bis zur Muldebrücke an der Autobahn mit einer Betonpflasterdecke erneuert. Hier ist eine Vollsperrung des Weges erforderlich und eine Umleitungsbeschilderung ausgeschildert. Diese Maßnahme wird auf Grund der Länge der auszuführenden Bauleistung im Januar 2018 unterbrochen und im September 2018 fortgesetzt.


Sollnitzwanderweg

Der im Jahr 2016 begonnene Ausbau des Sollnitzwanderweges wurde vom südlichen Ende des bereits ausgebauten Weges bei Kleutsch bis an den Deichanschluss nördlich von Sollnitz fertig gestellt.


Dohlenweg

Im Stadtteil Törten wurde der Rad- und Wanderweg vom Deich am Dohlenweg bis zur Muldebrücke an der Autobahn instandgesetzt. Hier erhielten einige Bereiche eine neue Pflasterdecke, der größere Teil wurde mit einer neuen sandgeschlämmten Deckschicht versehen.


Neue Promenade – Hauptallee
vorderer Tiergarten


Die neue Promenade im vorderen Tiergarten wurde von der Tiergartenbrücke bis zum Anschluss an die Hauptallee mit einer epoxidharzgebundenen Deckschicht erneuert.

Info
Weitere Informationen und Streckenbeschreibungen:
www.muldentalradweg.de
www.mulderadweg.de

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Die Natur ist die größte Apotheke der Welt Die Natur ist die  größte Apotheke  der Welt In der Raßnitzer Gärtnerei, die von Uwe Melchior (Foto), seiner Frau Monika und Tochter Bianca seit 1992 geführt wird, wachsen im...
Anzeige
Sag Ja!
Edle Rinder machen Feinschmecker glücklich Edle Rinder machen Feinschmecker glücklich Der Winter ließ sich Zeit in diesem Jahr. Mitte März zeigt das Thermometer noch minus zwölf Grad. Obwohl die Sonne scheint, kriecht die...
Anzeige
Äpfel & Birnen Äpfel & Birnen In Köthen gibt es eine lange Tradition im Obstanbau. Bereits im Jahre 1794 wurde Anhalts Obstanbau vom bekannten Pomologen Pfarrer Johann Volkmar Sickler...
Anzeige
Unser Land