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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 12.04.2018 um 12:25:28

Bad Dürrenberg: Die „Stadt mit dem Salz in der Luft“

Gradierwerk Bad Dürrenberg Gradierwerk Bad Dürrenberg
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Als staatlich anerkannter Erholungsort an der Saale, im Städtedreieck zwischen Halle, Leipzig und Naumburg gelegen, bietet Bad Dürrenberg vieles für Radler, Kurzurlauber und Tagestouristen.

Die einmalige Kombination aus mehr als 8 000-jähriger Siedlungsgeschichte, Sole und Gradierwerk, Kultur sowie Natur bietet den interessierten Besuchern eine große Vielfalt. Das imposante Gradierwerk mit seiner salzhaltigen Luft, der rund zehn Hektar große herrliche Kurpark mit dem Übergang in die weitläufige Saale-Aue und zum Saaleradwanderweg laden zum Verweilen ein.

Ganz in der Nähe des Kurparks findet man im 1764 erbauten Borlach-Turm (das ist ein sogenannter Kunstturm mit Hebe- und Fördertechnik aus vergangenen Jahrhunderten; heute Wahrzeichen der Stadt) das Bad Dürrenberger Borlach-Museum. Es lässt die Geschichte des „Weißen Goldes“ nachempfinden, welches der Namensgeber des Turmes und des Museums, der kursächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach, hier im Jahr 1763 in Form einer 223 Meter tiefen Solequelle entdeckte. Das daraus gewonnene Salz brachte dem Ort Dürrenberg Wohlstand und viele gut betuchte Kur- und Badegäste.  Anders, als die schwer arbeitenden Salzsieder, flanierten sie durch den prächtigen Park und genossen die gute, salzhaltige Luft, die durch die Berieselung der mächtigen Gradierwerke entsteht – fast wie eine Meeresbrise und besonders gut u.a. für die Atemwege. Das ist heute noch so, wie damals.


Wie funktioniert ein Gradierwerk?

Das Bad Dürrenberger Gradierwerk ist ein technisches Denkmal und Wahrzeichen der Stadt. Das zwölf Meter hohe, hölzerne Bauwerk aus der Zeit der frühen Industriegeschichte besteht heute noch aus drei von ehemals fünf Gradierwerken, die es hierauf mehr als 1 800 Metern Länge gegeben hat. Die Gradierwerke I bis III mit ihren Verbindungsbauten im Bereich des Kurparks sind ganz bzw. noch teilweise erhalten.

Mit einer Länge von 636 Metern ist das Bad Dürrenberger Gradierwerk die längste zusammenhängende, noch erhaltene Salz-Gradieranlage in Deutschland.

Mit dem Bau der Gradierwerke  begann  Johann Gottfried Borlach (1687 bis 1768), kurfürstlich-sächsischer Bergrat und Gründer der Arterner, der Kösener und der Dürrenberger Saline, kurz nachdem er 1763 die Dürrenberger Solequelle in 223 Metern Tiefe entdeckt hatte.

Die Aufgabe der Gradierwerke bestand darin, die in Dürrenberg geförderte Sole zu reinigen und bis zur Siedewürdigkeit aufzukonzentrieren – sprich, ihren Salzgehalt zu erhöhen.

Mittels Pumpen wurde bzw. wird die Sole noch heute auf das Gradierwerk gepumpt. Von dort, aus hölzernen Kästen heraus, fließt die Sole über hölzerne Verteilerhähne in die Verteilerrinnen. Aus diesen Rinnen tropft die Sole an den Reisigwänden herab. Beim Herabtropfen von Zweig zu Zweig wird der Soletropfen immer feiner zerteilt, dessen Oberfläche dadurch immer größer. Durch den Einfluss von Sonne, Wind und trockener Luft verdunstet das Wasser und die Salze reichern sich in der Lösung an.

Bei dem Herabtropfen setzen sich Gips und Eisenverbindungen an den Schwarzdornzweigen als kristalline Niederschläge an. Dieser sogenannte „Dornstein“ umhüllt immer mehr die einzelnen Zweige.

Durch die feine Zerstäubung der Sole herrscht in der Nähe der Gradierwerke fast ein der Nordseeluft ähnliches Mikroklima, welches unter anderem bei der Behandlung von Atemwegs- oder auch Hauterkrankungen hilfreich ist. Diesen Sole-Nebel kann man beim Spazieren im Kurpark entlang des Gradierwerkes einatmen. Etwa 100.000 Besucher und Bad Dürrenberger genießen die salzhaltige Luft entlang der Gradierbauten jedes Jahr.


Hier werden „Gartenträume“ wahr!

2017 wurde der Bad Dürrenberger Kurpark mit seinen Gradierwerken in die Tourismus-Route „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aufgenommen.

Als 46. Anlage reiht sich der Park in die lange Liste namhaften Gärten und Parkanlagen ein, darunter die Stiftsgärten Quedlinburg, das Europa-Rosarium Sangerhausen, der Landschaftspark Gartenreich, Schloss und Schlossgarten Oranienbaum oder auch der Schlosspark Burgscheidungen, der Barockgarten Mücheln und der Schlossgarten Merseburg.


Die Windkunst auf dem Gradierwerk

Auf dem Gradierwerk, schon von weitem zu sehen, thront die sogenannte Windkunst, die vor einigen Jahren restauriert wurde. Hier wird vornehmlich an den Wochenenden der Aufstieg auf das Gradierwerk und eine Besucherplattform ermöglicht.

Im Inneren der Mühle verbergen sich jetzt der Antrieb, ein Elektromotor, und ein Getriebe, damit man auch Wind unabhängig das Prinzip der Kolbenpumpen demonstrieren kann. Die Pumpen fördern die Sole aus dem Tiefenbehälter unter dem Gradierwerk bis hoch in die Solekästen.

Neben einer besonderen Sicht auf das Geschehen am Boden, erfährt der Besucher hier von Mitgliedern des Heimatbundes Interessantes zu diesem Bauwerk und auch zur Geschichte Bad Dürrenbergs. Der Begriff Windkunst kommt übrigens aus dem Bergmännischen und je nach Förderart unterscheidet man z.B. Wasserkunst, Windkunst, Kunstgestänge oder auch Fahrkunst (zur Personenbeförderung).

In einer Kaltinhalierhalle rieselt die Sole über Reisig bzw. wird versprüht. Windgeschützt kann hier nachempfunden werden, wie wohltuend die Sole für die Kurgäste einst gewesen ist. Der Solezwerg an der Rückseite der ehemaligen Zerstäuberhalle ist das Sinnbild für den ehemaligen Kurbetrieb. Dieser entstand – neben der Nutzung der Sole zur Siedesalzproduktion – durch die später entdeckte Heilwirkung der Sole u.a. bei Atemwegs- und Hauterkrankungen und für eine enorme Entwicklung des Ortes Dürrenberg zum Kurort, der sich seit der Errichtung des Badehauses unter Regie der Salinenverwaltung im Jahr 1846 „Königlich-Preußisches Solbad Dürrenberg“ nennen durfte. Seit dem Jahr 1870 lassen Baumaßnahmen auf eine allmähliche Intensivierung des Badebetriebs schließen. So liest man in den Archiven z.B. über den ab ca. 1870 betriebenen Ausbau von „Gelegenheiten zur Inhalierung“.

Ergänzend zum Bau eines Inhalierraums richtete man die Wege entlang der Gradierhäuser für das Spazierengehen der Gäste ein, welche von der salzhaltigen Luft profitieren sollten. Die Wege wurden von Rasenbanketten begleitet. In der Badeordnung von 1881 fanden erstmals „Sitzplätze an den Gradierwerken“ Erwähnung. Auch ein Werbeprospekt des Königlichen Solbades aus den Jahren um 1888 verweist auf die Promenaden längs der Gradierwerke mit zahlreichen Ruhebänken.

Neben dem Gradierwerk und der Kaltinhalierhalle erfreuen sich ein großer Kinderspielplatz, ein Musikpavillon, eine Blumenuhr und das Palmen- und Vogelhaus ihrer Beliebtheit bei den Besuchern. Für Radfahrer öffnet in den warmen Monaten die Radservicestation (mit Duschen, Toiletten, Gepäck- und Fahrradaufbewahrung, Informationspunkt) direkt am Saaleradwanderweg, im Untergeschoss des Borlachturmes. Über die imposante Treppenanlage zwischen Borlachturm und „Altem Salzamt“ gelangen Fußgänger auf direktem Weg zum Kurpark und den Gradierwerken.


Info

Die Parkanlage ist im Rahmen der Öffnungszeiten täglich 8 bis 22 Uhr öffentlich und kostenfrei zugänglich. Auf das Gradierwerk kann man von April bis Oktober an den Wochenenden im Rahmen von Führungen aufsteigen und den herrlichen Blick in die Umgebung genießen.

Ebenso können Kurpark-Führungen bei der Bad Dürrenberger Tourist-Information (Tel. 03462/8 39 91) gebucht werden.

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