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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 12.04.2018 um 12:52:22

Gustav, Gössel, Gänsemagd oder ganz(s) nah an der Natur

Am frühen Morgen öffnet Silvia Birk die Tür zur Weide. Die zwölf Gänse gackern ungeduldig  und rennen hungrig auf sie zu. Die Gänse wissen, es gibt Frühstück. Die Gänsemagd streut die Getreidekörner auf den Rasen. Laut schnatternd und nicht ohne Gezänk klauben die Vögel das Futter auf. „Am liebsten fressen meine Gänse frisches Gras“, sagt Silvia Birk und zeigt auf den raspelkurzen Rasen. Dazu gibt es noch frisches Wasser aus einer umfunktionierten Sandmuschel. Ein tägliches Bad mögen die Wasservögel.

Silvia Birk zog es vor über fünfzehn Jahren aus der Millionenstadt Berlin in das Örtchen Schlettau. Der Liebe wegen. In dem Saalekreisdorf bei Wettin baute das Ehepaar Birk mit Bekannten und Freunden einen Vierseitenhof aus. „Für mich stellte sich die Frage, wie und ob man den Hof landwirtschaftlich nutzen könnte“, erinnert sich Silvia Birk und spannt den Bogen zum Martinsfest, als sie vor vielen Jahren als Gänsemagd verkleidet vor dem Altar saß, auf dem Schoß eine Stoffgans: „Ich fühlte mich wohl dabei und die Kinder waren begeistert. Warum nicht einfach mit echten Gänsen den Martinsumzug gestalten?“

Gesagt, getan! Silvia Birk kaufte ein Dutzend Gössel, zog die Kleider der Gänsemagd über und spazierte mit den kleinen gelben Gänseküken zur Fuhne. Die Familienmutter war nun auch Gänsemutter. Das Projekt „Gansnah“ war geboren. Die gelernte Erzieherin hütete von nun an Gänse: „Aber das möchte ich nicht alleine. Wer das frühere Dorfleben kennenlernen, die Natur spüren und ganz nah bei den Tieren sein will, der kommt nach Schlettau und macht bei einer Gänsewanderung mit.“

Die Gäste der Gänsemagd sind sehr verschieden. Kommen Kindergartengruppen oder Grundschulklassen nach Schlettau geht es sehr quirlig zu. Kinder und Gänse sind in den ersten Minuten der Begegnung sehr aufgeregt. Doch während des gegenseitigen Kennenlernens finden Kinder und Gänse Vertrauen zueinander. Silvia Birk erklärt den Kindern (und auch den betreuenden Erwachsenen) einige Regeln. Dann dürfen sich die jungen Gänsehüter einen Stock suchen. Wird er in die Höhe gehalten, weist sein Träger den Gänsen den Weg. „Vor allem die Jungs fühlen sich mit erhobenen Stock wie Könige.

Positiver Nebeneffekt: sie lernen den nützlichen Umgang mit Stöcken“, weiß Silvia Birk. Die schnatternden Gänse treiben die Kinder bedachtsam den Weg entlang. Die Wanderung führt durch das Dorf, vorbei an Apfelbäumen bis zum kleinen Flüsschen Fuhne, barfuß über Kopfsteinpflaster, Wiesen und Felder. Zwischendurch werden Kinderlieder gesungen, den Grashüpfern zugeschaut, den Vögeln zugehört und wunderschöne Steine und Stöcke gefunden. Nichts und niemand drängelt die Mädchen und Jungen.  

Am Ufer der Fuhne angekommen, werden die watschelnden Schritte der elf weißen Gänse und des grauen Gänserich Gustav immer schneller. Sie freuen sich auf das Bad im Fluss. Und schon ist die Schar im Wasser. Ganz zur Freude der menschlichen Zuschauer. Auf diese wartet ein ausgiebiges Picknick. „Das ist ein schönes Örtchen hier an der Fuhne“, so die Gänsemagd, „ideal zum Verweilen. Die Kinder schnitzen Hütestöcke, wir singen, machen Spiele oder beobachten die Natur.“ Silvia Birks Erfahrung als Erzieherin kommt ihr dabei zugute.

Aber auch Erwachsene kommen gern zur Gänsewanderung. „Sie genießen die Ruhe in der Natur, nutzen den Spaziergang zur Besinnung, der Abstand zum Alltag ist spürbar“, so Birk. „Ältere Gäste erinnern sich an ihre Kindheit auf dem Dorf, als frei umherlaufende Hausgänse zum gewohnten und akzeptierten Straßenbild gehörten.“

Die Gänsemagd Wettin ist auch hin und wieder im Land unterwegs. Man trifft sie mit ihrer Gänseschar auf Bauernmärkten, Stadt- und Dorffesten oder kleinen Weihnachtsmärkten. Und geht man mit ihren Gänsen ein Stück, so scheint es, als würde die Zeit stehenbleiben.


Info
„Gansnah“
Naturnahe Wanderungen, Gänse hüten,
Picknick mit den Gänsen

Silvia Birk
Schlettauer Bergstraße 5
06193 Wettin-Löbejün
E-Mail: gans-nah@web.de
Web: www.gansnah.de

 

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