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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 31.08.2018 um 14:09:58

Die Natur ist die größte Apotheke der Welt

Zu den Lieblingskräutern von Gärtnermeister Uwe Melchior zählt  das Basilikum Zu den Lieblingskräutern von Gärtnermeister Uwe Melchior zählt das Basilikum
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
In der Raßnitzer Gärtnerei, die von Uwe Melchior (Foto), seiner Frau Monika und Tochter Bianca seit 1992 geführt wird, wachsen im Freigelände und unter Glas nicht nur Schnittblumen, Stauden, Balkon- und Beetpflanzen – angetan haben es dem Raßnitzer Gärtnermeister saisonale Gewächse wie Kürbisse, oder auch Kräuter.

Die heimischen „Kräutlein“ sowieso, aber auch solche aus aller Welt und Neuheiten, wie beispielsweise in diesem Jahr ganz angesagt: Lakritz-Tagetes, Katzenschwanz-Bulbine oder Apfelminze. Sie sind es, die Uwe Melchiors „grünen Daumen“ besonders herausfordern.


Sanfte Pflege, feine Würze, Heilkräuter

Dass sich Uwe Melchior so für Kräuter interessiert, hat damit zu tun, dass viele dieser Pflanzen wahre medizinische Hausmittelchen sind, dass sie (z.B. an Stelle von Salz) als Gewürze unseren Speiseplan sehr bereichern können oder auch einfach nur wunderbar duften. Nicht zuletzt sind sie Nahrung für Bienen und andere Insekten.


Kräuterwissen ist schon sehr alt

Kräuterwissen ist sehr alt, doch in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ist vieles davon in Vergessenheit geraten. Dabei hatte schon Karl der Große, ab 800 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in seinem „Capitulare de villis“ genannten Pflanzenverzeichnis beschreiben lassen, wie der Anbau von Obstbäumen, Weinreben, Gemüse und eben Küchen- und Heilkräutern zu erfolgen habe.


Nach dem Vorbild der Kräutergärten der Klöster

Diese erste Land- und Wirtschaftsordnung des Mittelalters regelte Verwaltung und Bewirtschaftung der Hofgüter Karls des Großen und sicherte das königliche Einkommen. An diese Regeln hielten sich alle späteren Kaiser bis ins hohe Mittelalter. Die Liste der Capitulare umfasst 73 Pflanzenarten; Nutzpflanzen wie Gemüse, Heilkräuter und 16 verschiedene Sorten von Obstbäumen, die in allen kaiserlichen Gütern angepflanzt werden sollten. Im letzten Kapitel sind 89 Pflanzen und Heilkräuter aufgelistet, die die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung innerhalb des Frankenreichs verbessern sollten.


Gegen jedes Zipperlein ist ein Kraut gewachsen

Vorbild für die Pflanzensammlung im „Capitulare de villis“ waren die Kräutergärten der Klöster, die die Nonnen und Mönche für den Eigenbedarf nach der Vorgabe des Ordensgründers Heiligen Benedikt      von Nursia angelegt hatten.  Gegen jedes „Zipperlein“ hatten sie ein Kraut in ihrem Garten. Heute erlebt das „Capitulare“ eine Renaissance. Traditionsbewusste Gärtner versuchen heute wieder, die darin genannten Sorten zu pflegen und zu kultivieren, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren. Das tut auch Uwe Melchior in seiner Raßnitzer Gärtnerei mit Freude und Engagement.


Basilikum in allen „Varianten“

Ganz besonders gerne hat der Gärtnermeister die vielen, vielen Sorten Basilikum mit ihrer Farb- und Formenvielfalt. Basilikum sieht sogar als Beetbepflanzung toll aus, das wussten schon die Garten- und Landschaftsgestalter solcher berühmter barocker Zier- und Schlossgärten wie Sanssouci, die für den „Alten Fritz“ Gartenkunst auf höchstem Niveau entstehen ließen. „Oder auch die so genannte Katzenschwanz-Bulbine ist eine tolle Heil- und Wildpflanze, die gerade zurzeit immer mehr auf dem Vormarsch ist“, verweist Uwe Melchior auf eine Pflanze, die auf den ersten Blick ein wenig an Schalotten erinnert.

Diese sukkulente Zimmerpflanze stammt aus Afrika, ist sehr pflegeleicht und arrangiert sich sogar mit dem Nordfenster. An langen Ähren erscheinen orange und gelbe Blüten. Ähnlich der Aloe wird der gelartige Pflanzensaft auch zur Hautpflege bei Sonnenbrand, Verbrennungen oder Insektenstichen verwendet. Auch bei Herpes-Schüben soll das Gel starke Linderung bewirken.  „Meine siebenjährige Enkelin Florentine schwört auf diese Pflanze“, freut sich Uwe Melchior darüber, dass bereits die jüngste Generation seiner Familie den Kräutern und Heilpflanzen zugetan ist. Und er ergänzt: „Als Kübelpflanze sieht die Bulbine obendrein noch sehr dekorativ aus und ist pflegeleicht.“

Hierzulande noch wenig bekannt ist auch Jiaogulan (genannt auch „Kraut der Unsterblichkeit“ oder „Kraut des Lebens“).
Die mehrjährige Kletterpflanze stammt ursprünglich aus China und man verwendet hauptsächlich die Blätter und trinkt diese als Tee. „Wirkt wie Ginseng, ist aber fast noch besser!“, so der kräuterkundige Gärtnermeister. Aufmerksam wurde die Wissenschaft auf diese ausdauernde Schlingpflanze, weil in der chinesischen Provinz Guizhou der Anteil der über 100-Jährigen weit über dem allgemeinen Bevölkerungsschnitt liegt, was man auf den regelmäßigen Genuss dieses Tees zurückführte.

Zugeschrieben werden dem Kraut unter anderem solche guten Eigenschaften, wie dass es stressbedingte Krankheiten verhindert, ein Herzstärkungsmittel ist, gegen Bluthochdruck hilft, Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugt, das Immunsystem stärkt, blutbildend ist, den Blutzucker senkt oder sogar auch  Schlafstörungen lindert und manches mehr.
„Die Triebspitzen erinnern im Geschmack an Lakritz und können auch als knackiger und wohlschmeckender Salat zubereitet werden“, weiß Uwe Melchior außerdem.

Wenn der Gärtnermeister im Frühjahr alljährlich seinen 0,8 Hektar großen Betrieb anlässlich des „Tages der offenen Gärtnerei“ für interessierte Besucher öffnet, stellt er diesen gerne seine umfangreiche „Kräuter-Sammlung“ vor. Begegnen Sie also Sauerampfer, Wasabi-Rauke, Senfblattsalat, Tautropfensalat, Zitronengras, Brunnenkresse und Co.! Schmecken Sie, schnuppern Sie und fühlen Sie sich durch die Gewächshausreihen! Sogar eine für Diabetiker geeignete Sorte Süßkartoffeln hat der Raßnitzer Gärtnermeister in diesem Jahr erstmalig angebaut. Wer plant, sich selbst einen Kräutergarten anzulegen, findet dafür das passende Pflanzgut, inklusive Tipps zu Pflege, Ernte, Standort usw., beim Gärtner seines Vertrauens bzw. im gut sortierten Fachhandel.


INFO
Gartenbaubetrieb Uwe Melchior
Gärtnerei und Floristik
Thomas-Müntzer-Straße 4 | 06258 Schkopau, Ortsteil Raßnitz

 

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