Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Unser Land > Der Biohof am Hafertal >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 03.09.2018 um 10:41:53

Der Biohof am Hafertal

Sieht man sich im „Biohof am Hafertal“ in Schköna um, gelangt man schnell zu der Meinung, die Schweine hier haben echt Schwein gehabt. Stefan Kühnel und Gregor Weigt sind die beiden jungen Männer, die quasi alles auf Bio umstellen wollen. Dazu gehört nicht nur der Biohof am Hafertal, sondern auch die Landwirtschaftsgesellschaft Schmerz. Weil der Verbraucher Bio bevorzugt, wird die gesamte Landwirtschaft samt Tierzucht zum Bio-Betrieb komplett nach und nach umgestellt.
 

Keine
Massentierhaltung


Im bereits umgebauten „Hafertalstall“ geht es munter quiekend zu. Halbwüchsige rennen durchs Stroh und wuseln mit der Schweineschnauze zufrieden drinnen rum. Massentierhaltung ist hier tabu und schlimme Bilder von eingepferchten Tieren sieht man in Schköna nicht, ganz im Gegenteil. Die borstigen Vierbeiner, um die 200 Tiere, haben wirklich Schwein gehabt.

Doch was ist anders zur konventionellen Haltung auf Spaltböden? Kühnel und Weigt haben die Antwort sofort parat. Hier gibt es moderne und helle Schweineställe. Mit Stroh auf dem Boden und viel Platz für die Tiere, um richtig Auslauf zu haben, zu toben und zu spielen und auch um auszuruhen. Hier sollen sich Ferkel und Sauen drinnen wie draußen zusammen wohlfühlen oder Halbwüchsige untereinander spielerisch zu messen.


Biokreislauf

„Biohof am Hafertal“ ist ein Gemischtbetrieb, Schweinehaltung und Ackerbau, der nach Naturland-Richtlinien bewirtschaftet wird. Die Motivation der anspruchsvollen Arbeit, die hinter den beiden jungen Männern steckt, ist Ressourcen zu schützen und die Artenvielfalt zu fördern.

Daher setzen Stefan Kühnel und Gregor  Weigt ganz klar auf den „Biokreislauf“. Dahinter verbirgt sich ein geschlossener Nährstoffkreislauf, das heißt, aus betriebseigenen Ernteprodukten werden Futtermittel für die Tierhaltung hergestellt. Diese wiederum produzieren neben Nahrungsmitteln auch organischen Dünger in Form von Mist, Gülle/Jauche, welcher zur Düngung der Kulturpflanzen eingesetzt wird. Die beiden Männer wissen auch, dass diese Umstellung keine einfache Angelegenheit ist.
Zum einen, weil ein Umbruch der Generationen anstand und zum anderen, weil die Verbraucher den Tier- und Pflanzenschutz immer mehr bevorzugen. Vor gut fünf Jahren haben sie angefangen. Mit jugendlichem Enthusiasmus und einer Schippe Mut versuchen beide den Nerv der Zeit zu nutzen. Daher werden die Bestände bei Kühen und Schweinen reduziert, denn mehr Platz und bessere Bedingungen bedeuten weniger Tiere auf dem selben Raum.


Bio hat seinen Preis

Dafür können die Tiere ihren Tagesablauf selbst gestalten, ob Fressen, Aktivität oder Ruhen. Doch beide betonen auch, das alles hat seinen Preis. Lag der Erlös aus konventioneller Haltung bei 1,50 Euro/kg, so liegt der Bio-Schweinefleischpreis bei rund 3,70 Euro/kg. „Wer Bio möchte, der sollte auch den Bio-Preis akzeptieren, die Entwicklung zeigt dabei eher nach oben“, so Kühnel und Weigt.

Da stellt sich auch die Frage, sind Tiere in Bio-Haltung durch mehr Bewegung an frischer Luft, in Sonnenlicht und durch Bio-Futter gesünder als ihre konventionellen Artgenossen? „Sie sind nicht unbedingt gesünder als ihre konventionellen Artgenossen, sie haben aber ein besseres ‚Schweineleben‘, artgerecht mit Ringelschwanz, Auslauf und einem Strohbett. Sie haben eine andere Fütterung, Bewegung im Auslauf und das bedingt eine bessere Fleischqualität“, so die beiden Jungunternehmer. Damit ist klar, auch dem glücklichsten Schwein bleibt der Weg zum Schlachter nicht erspart.


Privates Schlachtefest

Doch das Selberschlachten und Vermarkten gibt es im firmeneigenen Heidehof nicht mehr. Das ist aufgrund der vielen Voraussetzungen und der damit verbunden Kosten sowie der personellen Aufwendungen auch nicht mehr gegeben, betonen Kühnel und Weigt. Dafür bietet das Unternehmen Schlachtungen im „Heidehof“ an. Dabei wird der Heidehof mit seinem Schlachthaus quasi an Kunden vermittelt. Der Konsument kauft das Bioschwein vom „Biohof am Hafertal“ und das Bio-Schwein wird am Schlachttag angeliefert. Es schlachtet der eigene Fleischer des Abnehmers oder ein vom Biohof empfohlener Fleischer. „Es ist somit ein ganz privates Schlachtefest des Verbrauchers“, betonen die Beiden. Die Bio-Fleisch-Gourmets schätzen vor allem den Fettgehalt und die Marmorierung des Fleisches sowie das Bratverhalten.


Naturland

Die überwiegenden Bio-Tiere und auch die Ernteerträge aus der Bio-Landwirtschaft werden über die „Naturland“ vermarktet. Naturland ist ein freiwilliger Bio-Verband mit strengeren Anforderungen und Richtlinien in der Produktion gegenüber der EU-Ökoverordnung, welche die gesetzliche Grundlage stellt. Stefan Kühnel und Gregor Weigt sind eine neue Generation an Machern. Kühnel hat in Bernburg Landwirtschaft studiert und Weigt in Dresden Forstwirtschaft. In Kürze werden die Beiden die Landwirtschaftsgesellschaft Schmerz leiten – quasi alles Bio.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Die Natur ist die größte Apotheke der Welt Die Natur ist die  größte Apotheke  der Welt In der Raßnitzer Gärtnerei, die von Uwe Melchior (Foto), seiner Frau Monika und Tochter Bianca seit 1992 geführt wird, wachsen im...
Anzeige
Sag Ja!
Edle Rinder machen Feinschmecker glücklich Edle Rinder machen Feinschmecker glücklich Der Winter ließ sich Zeit in diesem Jahr. Mitte März zeigt das Thermometer noch minus zwölf Grad. Obwohl die Sonne scheint, kriecht die...
Anzeige
Äpfel & Birnen Äpfel & Birnen In Köthen gibt es eine lange Tradition im Obstanbau. Bereits im Jahre 1794 wurde Anhalts Obstanbau vom bekannten Pomologen Pfarrer Johann Volkmar Sickler...
Anzeige
Trauerportal