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Wochenspiegel > Unser Land > Generation um Generation für Qualität und Tradition >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 03.09.2018 um 12:19:30

Generation um Generation für Qualität und Tradition

Eine Reisegruppe nähert sich dem kleinen Geschäft im Steinweg in Naumburg. Der Gästeführer bleibt stehen und erklärt: „Hier sehen wir ein besonderes, altes Handwerkszeichen: das Zeichen des Bürstenmachers.“ Die Reisegruppe verweilt noch einen Moment. Hinter ihr steht in großer Schrift über einem liebevoll eingerichteten Schaufenster „Kurt Steinbrück – Pinsel- und Bürstenmacher“.

Seit dem 26. Mai 1885 befindet sich das Geschäft in der kleinen Seitengasse. Mit Betreten des kleinen, gemütlichen Ladens fühlt man dessen lange Geschichte. Die alten, verglasten Schränke sahen über ein Jahrhundert Leute kommen und gehen, kaufen und ausprobieren. Der Tresen begrüßt gar vom ersten Tage an die Kundschaft. In der Ecke steht ein kleiner Holztisch, umstellt und umhängt von Besen und Bürsten aller Art. Hinter diesem Tisch sitzt Ursula Römer und übt das alte Handwerk aus.

Die Unternehmerin ist mit Leben, Leib und Seele bei ihrer Arbeit. „Ich habe ein reines Gewissen und kann jedem Menschen, den ich treffe, aufrichtig ins Gesicht gucken“, erklärt die Bürstenmacherin, während sie aus dem Schaufenster sieht und nebenbei eine Glanzbürste bindet.

Zum Beruf des Bürstenmachers gehörte ursprünglich auch die Herstellung der Bürstenkörper aus Holz. Auch die 77-Jährige kann sich noch gut an die mühevolle Kleinarbeit erinnern. Heute bezieht sie, wie die meisten Bürstenhersteller, vorgefertigte „Rohlinge“. Hier achtet die Unternehmerin besonders auf Qualität und Material.


Als Luxus noch Qualität hieß

Der Handeinzug, bei dem jedes Faserbündel einzeln mit einem Draht in konische Löcher eingezogen wird, hat in den meisten Betrieben ausgedient. Nicht jedoch im Steinweg 29 in Naumburg. Trotz großer Schwielen an den Händen fädelt die sympathische Inhaberin rastlos den Draht durch die Löcher und schnürt die Haarbündel am Holzkörper fest. So entsteht Bündel für Bündel hochwertige Ware, welche in keinem Verhältnis zur Bürste oder zum Besen auf dem Baumarkt steht. Wie lange sie für eine Bürste durchschnittlich braucht, kann sie nicht genau sagen. Meist wird sie in ihrer Arbeit durch Kundschaft unterbrochen.  

Der Steinweg führt viele Besucher Richtung Dom. Fast im Minutentakt bleiben Touristen vor dem Schaufenster stehen und bestaunen die Vielfalt an Bürsten und Besen. Die Ladentür öffnet sich, ein schwäbisches Pärchen mittleren Alters sucht einen Rasierpinsel, einen Soßenpinsel und eine Tischbürste. Alle Produkte gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Bürstenmacherin erhebt sich, sucht kurz in den alten Vitrinen und legt die unterschiedlichen Variationen auf den Tresen. Neben ihren eigenen Produkten und angekaufter Qualitätsware gibt es auch je ein „Billigprodukt“ zur Auswahl. Ursula Römer erklärt gewissenhaft und herzlich die Vor- und Nachteile der Hölzer, Borsten und Herstellungsart. Mit ganzem Herzen bei der Sache bekommt man nahezu das Gefühl, die Geschäftsfrau würde mit langjährigen Freunden sprechen. Die Wahl der Kundschaft fällt am Ende auf die hochwertigen Produkte.

Ob Hutbürsten, Schuhbürsten, Kleiderbürsten, Straßenbesen, Handbesen, Heizungsbesen oder Flaschenbürsten. Für alles gibt es die passende Bürste. Denn nicht jede Flaschenbürste eignet sich zum Reinigen jeder Flaschenform. Ursula Römer ist schon ihr ganzes Leben in diesem Geschäft und hat es nie bereut. Deshalb will sie ihren Beruf auch weiterführen solange sie Zeit, Lust und Kraft dafür hat.


Info
Bürstenmanufaktur Steinbrück
Inhaberin Ursula Römer
Steinweg 29
06618 Naumburg
www.buerstensteinbrueck.de

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