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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 13.12.2018 um 10:28:16

Auf‘s Sorbische Ei gekommen

Claudia Hoppe aus Zörbig hat sorbische Wurzeln und liebt das Verzieren von sorbischen Eiern und das nicht zur Oster-, nein auch besonders zur Weihnachtszeit. Denn die aufwendig verzierten Eier werden auch gern als Baumschmuck an den heimischen Weihnachtsbaum gehangen. Claudia Hoppe aus Zörbig hat sorbische Wurzeln und liebt das Verzieren von sorbischen Eiern und das nicht zur Oster-, nein auch besonders zur Weihnachtszeit. Denn die aufwendig verzierten Eier werden auch gern als Baumschmuck an den heimischen Weihnachtsbaum gehangen.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder)
Jedes Ei ist nicht Ei(n)erlei und somit auch in der Weihnachtszeit immer ein Unikat . Claudia Hoppe ist Hobbykünstlerin aus Überzeugung und mit Leidenschaft.

Zörbig (ts).
Ein zugegeben nicht gerade typisch regionaler Brauch ist das Gestalten von „Sorbischen Eiern“, doch Claudia Hoppe aus Zörbig ist das „Ei(n)erlei“. Die Mutter von vier Kindern hat sorbische Wurzeln, obwohl sie in Thüringen geboren und aufgewachsen ist.

Die Großeltern kommen mit der Mutter der Arbeit wegen aus dem sorbischen Gebiet zwischen Spreewald und Cottbus und mit der Familie ziehen die sorbischen Traditionen in die neue Heimat. Eine dieser Traditionen ist das Bemalen von Eiern nach sorbischer Art. Durch die Heirat gelangt dieser Brauch in die Region und damit auch nach Zörbig. Die 41-Jährige liebt diesen Brauch und das nicht nur zur Osterzeit. Die Eier aus Sachsen-Anhalt stammen von Hühnern, Enten und Gänsen, auch Straußeneier sind oft dabei. Dann werden die anhaltinischen zu sorbischen Eiern und das z. B. mit der Bossiertechnik.

Das Verzieren erfolgt mit erhitztem Wachs, welches als Ornamente und in verschiedenen Farben auf die Eier getupft wird. Im Gegensatz zur zweiten Haupttechnik, der Reserviertechnik, werden bei der Bassiertechnik die Ornamente bei dieser Wachsmaltechnik direkt mit dem Wachs in verschiedenen Farben auf das Ei gemalt. Dadurch entfällt das aufwändige Entfernen der Wachsschichten wie bei der Reserviertechnik. Der Nachteil dabei ist, das Wachs kann sich leicht ablösen, da es auf dem Ei verbleibt. Einer zu großen Hitze können die Eier auch nicht ausgesetzt werden. Bei der Reserviertechnik wird das Wachs auf das rohe Ei getupft. Dabei beginnt man mit der hellsten Farbe. Nach dem Trocknen wird erneut Wachs auf das Ei aufgebracht und es kommt die nächste dunklere Farbe an die Reihe. Das wiederholt sich dann fünf- bis sechsmal. Anschließend wird das Ei ausgeblasen und das Wachs vollständig entfernt.

Diese Technik ist allerdings sehr aufwendig. Claudia Hoppe bemalt die Eier mit der Bossiertechnik, wann immer sie Lust dazu hat, vorzugsweise in der Oster- und Weihnachtszeit und das mit der ganzen Familie. Dann sitzen, entweder am Karfreitag oder an den Adventssonntagen, die Kinder, ihr Mann und die Eltern am Tisch. Jeder benutzt einen alten Löffel, welcher kurz hinter dem Mundstück nach außen gebogen ist. Somit entsteht je Löffel eine Art „Schale“ für das Wachs. Dazu bekommt jede Farbe der Buntwachsfarben einen eigenen Löffel. Die gebogenen Löffel werden in je eine halbe Kartoffel gesteckt.

Die angeschnittene untere Fläche der Kartoffel dient hierbei als Standfuß. Als Wärmequelle wird in den meisten Fällen ein Teelicht benutzt. Für das Bemalen gibt es zwei Hauptutensilien als Tupfer. Entweder man verwendet eine Stecknadel mit einem kleinen Plastikkopf, dessen hinteres Ende in einen Bleistift gesteckt wird. Mit dem Stecknadelkopf kann man Punkte und Striche auf das Ei tupfen. Die zweite Tupfermöglichkeit sind Federkiele. Dazu schneidet man die Federkiele zurecht. Als Tupfermuster sind hier kleine Dreiecke, Rauten oder Pfeile möglich.

Dazu die Feder, bis auf die „Spitze“, von den kleinen Federchen links und rechts neben dem Kiel befreien. Aus der verbliebenen Spitze kann man nun mit einer Schere oder einem Messer ein Dreieck, eine Raute, Pfeile oder ähnliches kreativ schneiden.
Als sehr stabil erweisen sich Gänsefedern. Doch auch mit Hühnerfedern, Taubenfedern, Entenfedern und anderen Federarten funktioniert es... Die Wahlzörbigerin benutzt gerne Federkiele für das Verzieren der sorbischen Weihnachtseier.

Denn die aufwendig verzierten Eier werden oft auch als Baumschmuck, unter anderem für den heimischen Weihnachtsbaum, verwendet. Als Hauptsymbol nimmt man gern das Dreieck, es symbolisiert einen Wolfszahn und als Reihe auf dem Ei aufgetragen steht es als Schutzsymbol für den Beschenkten.

In der gemütlichen Karfreitags- oder Vorweihnachtsfamilienrunde wird dann den ganzen Tag bis in den Abend hinein getupft und verziert, erzählt, gelacht und zwischendurch auch mal etwas gegessen. Ein schöner sorbischer Brauch, der ins anhaltinische Zörbig Einzug gehalten hat. Claudia Hoppe erklärt die Symbolik der Eier. „Die Muster auf den Eiern sollen bestimmte magische Effekte haben.

Das Dreieck auf einem sorbischen Osterei symbolisiert einen Wolfszahn und der beschützt den Beschenkten vor allen bösen Dingen. Im Frühling geht die Feld- und Gartenarbeit wieder los, eine Bienenwabe steht für den Fleiß. Möchte man zu Weihnachten beste Wünsche für die Gesundheit verschenken, zeichnen Sie Kiefernzweige auf das Weihnachts-Ei. Es gibt noch die Blüte. Allein symbolisiert diese die Aussicht auf Wachstum, Entfaltung und eine gute Zukunft, genauso wie das Sonnenrad.
Das mit vier Dreiecken symbolisierte Kreuz ist zum Beispiel der Ausdruck für Festigkeit im Glauben“, erklärt die naturverbundene Hausfrau. Doch auch die Farben haben eine Bedeutung.

Gelb stellt die Sonne, die Wärme und den Wohlstand dar. Orange die Erkenntnis und das Wissen. Schwarz bedeutet Tradition, Beständigkeit und Glück. Claudia Hoppe ist eine Selbermacherin der ganz besonderen Art. Als naturverbundener Mensch liebt es die 41-Jährige in der Natur zu sein.

Mit der ganzen Familie geht die Hausfrau gerne im Herbst in die Pilze, im Frühjahr sammeln die fünf Wildkräuter, in der Erntezeit graben die Zörbiger Meerrettich, der an Wegrändern steht, aus und in der Adventszeit wird gemeinschaftlich verziert.
Zudem zeigt die Naturfrau ihren Kindern alles, was man in der Natur finden und essen, sowie, was man Schönes daraus basteln und gestalten kann, um die häusliche Atmosphäre zu verbessern. Doch das ist noch nicht alles. Claudia Hoppe liebt Wolle und mit ihr das Häkeln, das Stricken oder die Stickerei. Wenn es die Zeit zulässt, dann wird daraus formschöne Bekleidung selber gemacht.

Einen Fernseher braucht die Familie nicht, erwähnt der Familienmensch. Naturverbundenheit, wo man sich auch bei den Hoppes umschaut. Die gelernte Hauswirtschafterin liest gerne Fachbücher. Kochen, backen und Torten selber herstellen und kreieren gehören zu ihren liebsten Beschäftigungen, die sie sehr gerne für ihre Familie macht. Auch Naturseife stellt die Kreativfrau selbst nach dem Kaltrührverfahren her.

Bei Hoppes gibt es noch täglich selbst gebackenes Brot und Brötchen, ohne Fertigmischung. Fisch und Lende sowie Käse werden im Winter auch selbst geräuchert. In der Weihnachtszeit werden zudem traditionell Stollen und auch Naturplätzchen gebacken. Die weiteren Naturprodukte und Gewohnheiten aufzuzählen, das wäre wohl eine lange Liste. Kontakt: www.sorbisches-handwerk.de

 

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