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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 07.01.2019 um 10:30:30

Schuhmacher - Ein alter Handwerksberuf mit Familientradition bei "Schuster Rohr"

Eckhard Rohr ist einer der Traditionalisten im selten gewordenen Schuhmacherhandwerk, die kaputte Schuhe anderer gerne in die Hand nehmen, um diese frisch aufpoliert und repariert wieder aus der Hand zu legen. Doch das Handwerk hat es in der heutigen Zeit schwer, Nachwuchs ist kaum zu finden. Eckhard Rohr ist einer der Traditionalisten im selten gewordenen Schuhmacherhandwerk, die kaputte Schuhe anderer gerne in die Hand nehmen, um diese frisch aufpoliert und repariert wieder aus der Hand zu legen. Doch das Handwerk hat es in der heutigen Zeit schwer, Nachwuchs ist kaum zu finden.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder) Galerie (16 Bilder)
Der Orthopädieschuhmacher und Schuhmachermeister Eckhard Rohr betreibt altehrwürdiges Handwerk. Die Kundschaft bei Schuster Rohr: 2/3 weiblich und 1/3 männlich.

Wolfen (ts).
Die Schuhmacher-Tradition ist selten geworden und doch schätzen viele das altehrwürdige Handwerk nach wie vor. Eckhard Rohr ist einer der Traditionalisten, die kaputte Schuhe anderer gerne in die Hand nehmen, um diese frisch aufpoliert und repariert wieder aus der Hand zu legen.

Der Schuhmachermeister blickt nach vorne und auch gerne mal zurück. Vor 65 Jahren eröffnete Vater Gerhard Rohr die Schuhmacherwerkstatt in der Thalheimerstr. 5 in Wolfen. Auch Sohn Eckhard tritt in seine Fußstapfen und ist seit 1982 selbstständig. Ebenso sein Sohn Marcel, der das alte Handwerk ebenfalls erlernte.

Familientradition

Ab 1997 übernahm Schuhmachermeister Eckhard Rohr den väterlichen Betrieb. Zu DDR-Zeiten konnte er sich kaum retten vor Arbeit und lange Wartezeiten waren alltäglich und Realität. Die vom Staat vorgeschriebenen Regelleistungspreise machten die Schuhreparatur attraktiv für den Kunden.

Die Qualität der Schuhe war damals besser, meint Eckhard Rohr. Heutzutage sind gute Schuhe nicht billig. Doch beim Schuhkauf hat der Kunde es nicht leicht, den guten Schuh vom Wegwerfschuh zu unterscheiden. Oft versucht „Meister Rohr" den Kunden bei ihrer Kaufentscheidung zu helfen.

Hartes Handwerk

Die schwierige Zeit nach der Wende ist mittlerweile überstanden. Der Betrieb hat sich auf die neuzeitlichen marktwirtschaftlichen Verhältnisse eingestellt. Heute wird fast alles repariert, was aus Leder ist. Jede Woche werden Handtaschen, Brieftaschen, Jeans, Rucksäcke und vieles mehr repariert. Auch Schlüssel werden als Ergänzung gefertigt. Das Hauptgeschäft ist die Schuhreparatur. Die orthopädische Zurichtung von Schuhen, ob mit oder ohne Rezept, werden von den beiden gelernten Orthopädieschuhmachern fachgerecht erledigt.

Von einst sechs Arbeitskräften sind nur noch zwei übriggeblieben und die müssen auch erst mal entlohnt werden. Handwerksgeselle Uwe Voigt ist schon seit 14 Jahren Rohrs zuverlässiger Mitarbeiter. Sohn Marcel ist Orthopädieschuhmachermeister in einem größeren Betrieb in Halle. Bruder Michael ist in der Johannisstraße in Dessau Schuhmachermeister. So wird die Familientradition weiter ausgeführt und das Schuhmacherhandwerk hochgehalten.

Frauenversteher

Für Rohr zählt nicht nur die Reparatur, nein es werden auch auf Wunsch Einlagen oder Maßschuhe gefertigt. Was Rohr nicht mag, wenn Schuhe nicht abgeholt werden. Sein Spruch: „Machst du den Meister schon zur Pflicht, deine Schuhe zu besohlen, vergiss auch deine Pflicht dann nicht, sie pünktlich wieder abzuholen." – ist Gesetz und dennoch gibt es immer wieder vergessene Schuhe.

Was ihn allerdings weniger stört ist, wenn ein Schuh mal etwas kräftiger ausdünstet. „Auch wenn es manchmal hart ist, viele können nichts dafür und außerdem gibt es Schuhdeo, was wir übrigens auch mit anbieten", schmunzelt der gelernte Orthopädieschuhmacher. Seine Kundschaft ist zu 2/3 weiblich und 1/3 männlich.

Holzpantoffel

Sich selber sieht er schon als Frauenversteher und da wird schon mal mehr über den einen oder anderen Schuh oder über eine Handtasche philosophiert. „Bei Frauen werden die Absätze der Schuhe mit dem Alter meist kürzer, weil die Schmerzen ohne Tragekomfort größer werden (schmunzelt)!". Selber hat sich Eckhard Rohr auch schon mal „verrückte" Schuhe angefertigt.

„Als Lehrling habe ich mir mal Holzpantoffeln mit ausgefrästem Fußbett und einer Schnabelschuhspitze angefertigt und die Leute haben mich angeschaut, als wäre ich von einem anderen Stern", erinnert sich der Wolfener (die etwas eigenwilligen Pantoffeln hat er übrigens heute noch).

15 Paar eigene Schuhe

Selber nennt Schuhmacher Rohr in etwa 15 Paar Schuhe, von Sandaletten über Ausgehschuhe bis hin zu gefütterten Winterschuhen, sein Eigen. Vieles im Beruf hat sich verändert, vor allem der zusätzliche Aufwand an Bürokratie. Eines aber ist geblieben: Die vielen kleinen Handgriffe mit den gleichen Werkzeugen wie früher.

Meister Rohr übt seinen Beruf mit Freude aus, obwohl die Zukunftsaussichten um seinen Berufszweig schlecht stehen. Längst hat nicht mehr jede Stadt einen Schuhmacher. Und somit werden Schuhe und andere Lederartikel oft wegen kleiner Mängel weggeworfen. „Kaufen, kaufen, ohne an die Umwelt zu denken", das findet Rohr gar nicht gut und versucht daher dagegen anzukämpfen. In Zeiten der Digitalisierung gehen viele Reparaturleistungen mittlerweile über einen Online-Schuhreparaturservice.

Online-Service

Kunden füllen einen Onlineauftrag aus und senden den samt Schuhen nach Wolfen. Auf demselben Weg schicken die Rohrs die Schuhe repariert zurück. Für den gelernten Orthopädie-Schuhmacher und Schuhmachermeister ist die Beratung der Kunden ebenso wichtig, wie Qualität bei Material und Leistung. Egal ob auf elektronischem, telefonischem oder direktem Weg. „Schuster bleib bei deinen Leisten", diesen Vers hält Rohr übrigens für einen überalterten Spruch, denn je mehr Leisten, umso besser.

Je mehr Leisten um so besser

Nach der Arbeit und im Urlaub erfreut sich der „alte Handwerksmeister" - Rohr ist 62 Jahre jung - an seinen sportlichen Hobbys. Radfahren, etwas joggen und Tischtennis, damit er seinen kreativen Beruf noch lange ausüben kann.

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