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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 15.04.2019 um 16:10:12

Rot und saftig, groß und knackig


Foto: Kerstin Eschke Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Rot und saftig, groß und knackig und natürlich süß sollte eine Kirsche sein, die in den Handel kommt, denn das ist Kundenwunsch, weiß Georg Hirschberger. Der Obstbauer führt den gleichnamigen landwirtschaftlichen Betrieb im Salzatal. Die Süßkirschen die Georg Hirschberger und seine Erntehelfer im Sommer ernten, erfüllen voll und ganz den Geschmack der Sachsen-Anhalter. Und ihr Appetit ist groß auf die schmackhaften Früchte. Das liegt sicher nicht an den romantischen Namen wie Cordia, Regina, Henriette oder Staccatto. Hirschberger: „Letzere ist eine sehr junge kanadische Sorte, die erst von Ende Juli bis Anfang August geerntet wird.“ Sondern und vor allem an den vielen Vitaminen, die in den Kirschen steckt. Sie sind reich an Vitamin B und C, an Eisen, Kalium und Magnesium und dienen zudem als Lieferant des Vitamins Folsäure.


„Das ganze Leben ist ein Geduldsspiel“

Die Wetterkapriolen des Jahres haben den Zeitplan der Obstbauern durcheinandergewirbelt. Ein früher Frühling, viel Sonne und warme Temperaturen ließen die süßen Früchte früher reifen. Der Frost im März verschonte die Kirschblüte glücklicherweise. Da war sie schon vorbei. Im Jahr 2016 führte er zu 50 Prozent Ernteausfällen in Sachsen-Anhalt. „Dafür hat es die Aprikosen erwischt“, so Hirschberger. Die Kirschernte beginnt zwei Wochen früher als üblich. Die Dürre schadete den Kirschbäumen in Beesenstedt und Kloschwitz glücklicherweise nicht. Tagsüber bekommen die rund 20 000 Kirschbäume dank künstlicher Bewässerung mit Brunnenwasser ausreichend Wasser. Über die Nacht füllt er sich wieder mit nachfließendem Oberflächenwasser. Dennoch wirkt der Obstbauer nachdenklich: „Der letzte Niederschlag war der Schnee. So hat sich ein Wasserdefizit von zirka 100 Liter auf den Quadratmeter angesammelt.“ Noch solch ein trockenes Jahr und die Brunnen sind leer.

Auch im Salzatal sind die Erntehelfer seit Mitte Juni im Einsatz. Geerntet wird die Süßkirsche mit Stiel. So bleibt sie unverletzt und gesund. Georg Hirschberger: „Die Kirschen sind in diesem Jahr etwas früher reif. Die Trockenheit hat den Früchten nicht geschadet. Die Haut ist wegen der fehlenden Nässe weniger empfindlich. Die Kirschen platzen nicht so schnell. Sie sind fest und knackig.“ Dennoch rät der Obstbauer, der Kirschplantagen auf einer Fläche von 20 Hektar im Salzatal bewirtschaftet, zu Beginn der Erntesaison zu Geduld. Diese zahlt sich aus. Das Wetter bleibt stabil. Die Ernte ist gut. Jeder Baum trägt rund zehn Kilogramm Früchte.

Ganz unproblematisch ist die frühe Ernte für die Obstbauern indes nicht. Jeder Bundesbürger isst im Jahr nur zwei Kilo Kirschen, informierte der Landesverband Sächsisches Obst zur Kirschsaison. Diese Abnahmemenge teilten sich die einheimischen Obstbauern im Juni mit den Kirschen aus der Türkei oder Spanien, die zur gleichen Zeit im Handel erhältlich waren. Normalerweise ist die Ernte der ausländischen Kirschen schon beendet, wenn die deutschen Kirschen auf den Markt kommen.

Die Kirschen verkauft der Familienbetrieb Hirschberger über die Obstgenossenschaft. Die sie dann weiter in den regionalen Handel verkauft. Wer sie ganz frisch genießen möchte, der kann zur Erntezeit den Hofladen in Beesenstedt besuchen. Liebhaber der roten Früchte erhalten die Kirschen hier direkt vom Erzeuger.

Georg Hirschberger gründete den Landwirtschaftsbetrieb 1992 aus der LPG Beesenstedt. Ursprünglich wurde nur Hopfen angebaut. Im Jahr 2006 stieg der Betrieb in den Obstanbau ein.


INFO
In Sachsen-Anhalt wird auf 1 103 Hektar Obst angebaut, davon auf 23,8 Prozent Süßkirschen und auf 6,2 Prozent Sauerkirschen. Die größten Obst-Anbau- flächen befinden sich in Mansfeld-Südharz mit 450 Hektar, gefolgt vom Saalekreis mit 320 Hektar

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt 2017

Die Obstanbaugebiete im Saalekreis und Mansfeld-Südharz gehören dem Verband Sächsisches Obst an. Die Obstbauern des Landesverbandes bewirtschaften 4 317 Hektar Fläche, auf 64 Prozent davon werden Äpfel angebaut, zwölf Prozent Sauerkirschen, acht Prozent Süßkirschen und sechs Prozent Erdbeeren.

Süßkirschen aus der Kirschregion Kloschwitz-Beesenstedt direkt kaufen beim Erzeuger. Mehr dazu im Internet unter:
www.kirschen-hirschberger.de und auf www.obstbau-sachsen-anhalt.de.

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