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Wochenspiegel > Unser Land > Edle Tropfen aus dem Saale-Unstrut-Triasland >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 23.04.2019 um 10:14:59

Edle Tropfen aus dem Saale-Unstrut-Triasland


Foto: Wolf-Eike Mardas Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Begünstigt durch das Klima und die Bodenbeschaffenheit wachsen in Burgwerben und Kriechau auf dem „Burgwerbener Herzogsberg“ und weiteren Weinbergen in der Saale-Unstrut-Region auf sonnigen Terrassen und Steillagen ausgezeichnete Weine. Und dass schon seit Ausgang des 11. Jahrhunderts.

Auf den Hängen der Weinbaugemeinschaft Burgwerben/ Kriechau e.V. im Rahmen des nördlichsten Weinanbaugebiets Europas reifen gegenwärtig auf 5,6 Hektar acht verschiedene Rebsorten: Silvaner, Müller-Thurgau, Gutedel, Portugieser, Dornfelder, Kerner, Riesling und Weißburgunder. Bewirtschaftet werden die Flächen von 28 Hobby- und Nebenerwerbswinzern, davon allein 22 aus Burgwerben und sechs aus Kriechau. Sie haben sich in der Weinbaugemeinschaft Burgwerben/Kriechau e.V. zusammengeschlossen. In den Zusammenkünften geht  es rund um das Thema Wein. Besonders Fragen der Jungwinzer stehen auf der Tagesordnung, denn für die sehr gute Weinqualität  ist ein umfangreiches Fachwissen notwendig, was die „alten Hasen“ gern weitergeben.

Einer von ihnen ist Thomas Schreiber, Vorstand der Weinbaugemeinschaft Burgwerben/Kriechau e.V.. In den vielen Jahren hat er die ausgezeichnete Arbeit der Gemeinschaft maßgeblich mitbestimmt. Und es gibt nahezu keine Situation, die er bisher noch nicht erlebt hat. Somit ist sein Rat sehr wertvoll, ganz gleich ob es sich bei den Fragen um das Aufreben, das Schneiden, die Lese, den Pflanzenschutz oder ein technisches Problem handelt. Gemeinsam wird hier jede Hürde gemeistert.

Der Erfolg ist sichtbar: Jedes Jahr werden Weine aus der Region bei den Gebiets-/Landes- und Bundesweinprämierungen ausgezeichnet. Die Liste dafür ist lang. Ausgezeichnete Ergebnisse für den „Burgwerbener Herzogsberg“ bringt besonders der Gutedel trocken. Von 1997 bis 2017 stehen allein 12 Auszeichnungen bei Landesweinprämierungen und vier bei DLG-Bundesweinprämierungen zu Buche, davon zweimal Gold, zehnmal Silber und viermal Bronze.

Mit einer Gold- (DLG-Bundesweinprämierung) und Silbermedaille (Landesweinprämierung) wurde 2016 auch der Silvaner halbtrocken ausgezeichnet. Eine weitere Goldmedaille (Landesweinprämierung) erhielt 2016 der Dornfelder Rose halbtrocken. Zudem gab es für diesen Wein noch zweimal Silber und zweimal Bronze. Doch auch die anderen Weinsorten glänzen mit zahlreichen Auszeichnungen in Silber und Bronze. Insgesamt wurden 53 Medaillen von 1996 bis 2017 vergeben.

Doch wird in Burgwerben und in Kriechau nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert. Die Weinbaugemeinschaft organisiert zahlreiche Veranstaltungen.


Weinfeste laden ein

So findet jedes Jahr in Burgwerben und Kriechau der „Tag des offenen Weinberges“ statt. Interessierte Besucher werden hier von den ansässigen Winzern fachkundig durch die Weinberge geführt. Die Winzer haben für jede Frage ein offenes Ohr und nehmen sich gern die Zeit für eine gesellige Weinprobe. Ein weiteres Fest ist das Dorf-, Wein- und Feuerwehrfest auf dem Festplatz in Kriechau. Das dreitägige Fest im August organisieren die Winzer gemeinsam mit der Feuerwehr des Ortes.

Höhepunkt des Jahres ist das Weinfest im Park in Burgwerben. Alle zwei Jahre wird bei dieser dreitägigen Veranstaltung die Weinprinzessin vom Weinanbaugebiet Burgwerben-Kriechau gekrönt. Die inzwischen elfte Majestät ist Ann-Kathrin Fischer, die allerdings in diesem Jahr zum Fest ihre Krone weitergeben muss. Wer ihre Nachfolge antritt, das ist bis zur Krönung ein streng gehütetes Geheimnis. Die Mitglieder der Weinbaugemeinschaft Burgwerben lassen sich immer wieder etwas Neues beim Einmarsch der neuen Majestät einfallen.

„Typisch für die Saale-Unstrut-Region ist der trockene Geschmack des Weins. Ausgenommen davon ist natürlich der Eiswein, der – je nach Wetterbedingungen – in kleinen Mengen produziert wird“, sagt Vorstand der Weinbaugemeinschaft Burgwerben/Kriechau e.V. Thomas Schreiber.


Folgende Weinsorten werden angebaut:

Portugieser
Die Rebe ist im 19. Jahrhundert über Österreich nach Deutschland gekommen und ist heute die drittwichtigste Rotweinsorte in Deutschland. Der Rebstock stellt geringe Ansprüche an Boden und Lage. Die Trauben reifen früh, meistens rubinrot in der Farbe, man erhält leichte Weine mit frischer Säure, wird häufig auch als Weißherbst ausgebaut.

Dornfelder
Die Rebsorte entstand 1955 aus der Kreuzung zwischen Heroldrebe und Helfen­steiner. Die Rebe stellt höhere Ansprüche an den Boden, liefert einen gehaltvollen, harmonischen und geschmeidigen Wein, der sich farbkräftig mit Kirscharoma, Brombeere, schwarze Johannisbeere, aber auch Vanille, Butter und grüner Paprika präsentiert.

Müller-Thurgau
Er wurde 1882 von Herrmann Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau in Geisenheim entdeckt und gezüchtet. Es ist eine Kreuzung zwischen Riesling und Madeleine Royal. Es handelt sich um eine fruchtbetonte Sorte, hat Aromen von grünem Apfel, Zitrone, Muskatnuss und frischen Wiesenblumen. Es ist ein leichter, frischer Wein, der vor allem für zartaromatische Speisen ge­­eignet ist.

Gutedel
Diese Reben waren schon vor ca. 5 000 Jahren im alten Ägypten bekannt, gehören somit zu den ältesten Rebsorten. Sie liefert die klassische Traube für Tafelweine, hat geringe Säure und ein nussiges Aroma. Die Rebe hat aufgrund niedriger Ansprüche an Boden und Klima eine hohe Lebensdauer.

Riesling
Die „Königin der Weißweine“ ist die alte deutsche Rebe, die 1430 erstmalig erwähnt wurde. Die Rebe ist eine empfindliche Sorte mit hohen Ansprüchen an Klima und Lage, hat aber einen geringen Bodenanspruch. Kennzeichen ist die meist pikante Säure  mit dem Duft von Pfirsich, Apfel und Grapefruit.

Kerner
Diese Sorte wurde 1929 gezüchtet und nach dem Dichter Justinus Kerner benannt. Es ist eine Kreuzung zwischen Trollinger und Riesling. Das Bukett erinnert an Riesling, ist meist fruchtig mit mittlerem Säuregehalt und verfügt über prägnante Aromen von Birne, Orange, Aprikose sowie grüne Bohnen und „Eisbonbon“.

Silvaner
Der Silvaner war bis Ende der 60er Jahre wichtigste Rebsorte Deutschlands. Er hat hohe Bodenansprüche und ist frostempfindlich. Es ist ein klassischer deutscher Weißwein, der angenehm unaufdringlich, aber nicht profillos ist. Die Aromen erinnern an Apfel, Mandel, Heu, Gras und Pfirsich.

Weißburgunder
Er hat seien Ursprung im 14. Jahrhundert, ist auch bekannt als Pinot Blanc. Entstanden ist er durch Mutation aus dem Grauburgunder. Die Reben haben einen hohen Anspruch an Boden und Klima, lieben warme, tiefgründige und kräftige Böden. Weine vom „Burgwerbener Herzogsberg“ und den anderen Weinbergen in der Region des nördlichsten Weinanbaugebietes wurden und werden von Weinliebhabern aus aller Welt hoch geschätzt.


INFO
www.weinbaugemeinschaft-burgwerben-kriechau.de

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