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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 24.10.2019 um 12:02:39

Zum Anbeißen…

Hella Schwannecke möchte auch in ihrer Heimat ein Netzwerk aufbauen.  

Hella Schwannecke sitzt an ihrem Tisch. Vor ihr liegen Buntstifte. Für den Laien sind es ganz normale Buntstifte, mit denen auch Kinder malen. Doch wer genau hinsieht, erkennt, dass sie sich leicht in Farben und Form unterscheiden. Und die braucht Hella Schwannecke auch. Die Froserin malt. Doch sie malt keine Landschaften oder Personen. Nein, Hella Schwannecke malt Obst. Vor allem Äpfel und Birnen. Ihre Zeichnungen wirken plastisch. 

Schaut man sich ihre Bilder an, möchte man am liebsten gleich in das gemalte Obst beißen, so realistisch werden Äpfel und Co. dargestellt. Hella Schwannecke malt detailgetreu, die eigentliche Frucht ist ihr Model. Jedes Detail nimmt sie mit den Augen auf und bringt es dann zu Papier.  
Doch wie kommt man dazu? Hella Schwannecke erklärt, was sie dazu brachte, verschiedene Sorten so detailgetreu wie möglich abzuzeichnen. „Ich war bis 1990 am Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, dem heutigen IPK, in Gatersleben beschäftigt“, erinnert sich die Froserin. Arbeitete sie zunächst in der Sojabohnen-Forschung, wechselte sie später in die Gen-Datenbank und beschäftigte sich mit dem Thema Erfassung und Erhaltung alter Obstsorten. Für ihre Arbeit erhielt Hella Schwannecke Obstatlanten. Allerdings nur leihweise. „Da es damals nur schwarz-weiß Kopien gab, setzte ich mich hin und malte zunächst die Abbildungen ab. Dann begann ich, vom Original abzuzeichnen“, erinnert sich die Froserin. 

Auf einer Tagung traf sie einen ehemaligen Mitstudenten, der an einem Buch über alte Obstsorten in der Altmark arbeitete. Man kam ins Gespräch und schon stieg Hella Schwannecke in das Projekt mit ein, ging mit auf Exkursion durch die Altmark und lieferte die Abbildungen für das Buch „Obst in der Altmark“ von Reinhard Heller. 

Irgendwann wurde das Zeichnen weniger, Hella Schwannecke wechselte in ein Planungsbüro, eine Krankheit warf sie komplett aus dem Ruder, führte sie jedoch wieder langsam an das Malen heran. 

„So kam es, dass ich 2013 das erste Mal die ‚Europom‘ besuchte“, erinnert sich Hella Schwannecke. Die Europom ist eine Obstsortenausstellung, die immer an anderen Orten stattfindet. Die Europom-Obstsortenausstellungen und -Tagungen beruhen auf der Zusammenarbeit von rund 20 Non-Profit-Organisationen aus 15 europäischen Ländern, die sich für die Erhaltung der Obstsortenvielfalt einsetzen. 

„In Hamburg wurde ich angesprochen, ob ich nicht auch nach Belgien kommen würde“, weiß Hella Schwannecke noch genau. Und das tat sie auch. Seit dem ist die Froserin auf Messen und Tagungen unterwegs, sammelt neue Eindrücke, stellt ihre Arbeit vor und ist auf der Suche nach neuen und natürlich alten Obstsorten. Das macht sie selbstverständlich auch rund um ihren Heimatort. Hella Schwannecke hält immer die Augen offen. Und so kommt es auch schon einmal vor, dass sie auf einem Feldweg anhält und sich dort die Bestände der Obstbäume genau anschaut. 

Alles wird dann notiert: Standort, Umgebung, Form und Farbe. Und dann wird gezeichnet. Dann nimmt sie ihre Buntstifte und vertieft sich vollkommen in ihre Arbeit „Für eine Zeichnung brauch ich zwischen zehn und zwölf Stunden. Bis der richtige Farbton der Früchte erreicht ist, kann es schon einmal vorkommen, dass zehn Schichten Farben übereinander aufgebracht werden müssen“, erklärt Hella Schwannecke. In einem großen Ordner sammelt sie ihre Zeichnungen. Sie kennt die Merkmale genau und weiß zum größten Teil auch, wie die Obstsorten schmecken. Rund 270 Apfel- und Birnensorten hat Hella Schwannecke schon gezeichnet. Wenn man aber bedenkt, dass es an die 5000 Apfelsorten gibt, ist sie noch lange nicht am Ende. 

Kontakt

Hella Schwannecke möchte auch nicht aufhören. Sie sucht  Leute aus der Gegend, die sich für Sortenbestimmung interessieren. Sie möchte eine Art Netzwerk aufbauen. Wer Interesse hat, kann sich bei Hella Schwannecke unter der E-Mail-Adresse daten@dr-schwannecke.de melden.

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