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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 24.10.2019 um 14:02:59

Einfach erfrischend


Foto: Kerstin Eschke
Ein Landsberger nimmt man nicht mit in den Urlaub. Ein Landsberger trinkt man zu Hause. 
Denn es ist ein Stück zu Hause. Gemeint ist das Bier der gleichnamigen Brauerei im Saalekreis. 
Die Landsberger Brauerei ist etwas Besonderes: Sie ist jung, sie ist weiblich und sie ist erfrischend frech.

Bier ist neben dem Wein eines der ältesten alkoholischen Getränke in Europa. Im Mittelalter Grundnahrungsmittel, weil kalorienreich und keimarm, ist Bier heute, kühl getrunken nach getaner Arbeit oder mit Freunden, ein genussvoller Durstlöscher oder ein durstlöschender Genuss. 

Wesentlich jünger ist die Landsberger Familienbrauerei, geführt von jungen Chefs.   Jenny Thormann, eine der drei Töchter der Gründer Christoph und Heidemarie Thormann übernahm vor sechs Jahren die Brauerei. „Leider entwickelten sich die Absatzzahlen nicht zufriedenstellend.“ Jen-ny Thormann stand vor der Entscheidung: Die Landsberger Brauerei schließen oder einen Neuanfang wagen. „Ich wusste, wenn wir weitermachen, dann müssen wir uns verändern“, erinnert sich die studierte Brauerin, „wir entschieden uns für eine radikale Neugestaltung der Marke. Wir selbst sind jung, die Brauerei ist jung – das wollten wir zeigen.“ 

Sie holten Profis ins Boot.  Und so spannen sich Geschichten über Heimat, ländliche Idylle und die Leute vom Land zusammen. Zum Land gehören Tiere. Und so kam dem Brauereiteam der Gedanke, tierische Geschichten zu erzählen. Der Stolze Hahn war geboren. Und der musste nun noch gut verpackt werden. „Wir wollten weg von den dunkeln Bierkästen und den goldenen verschnörkelten Etiketten. Also kauften wir im Baumarkt verschiedene Farben und überstrichen die Bierkästen. Eine Mischung aus Mint und Türkis hat uns schließlich überzeugt.“ 


Landsberger macht nicht nur Bier. „Süßer Krabbler“, eine Fassbrause aus frechen Früchtchen.

Heute stechen die hellen farbigen Bierkästen im dunklen Kasteneinerlei der Getränkemärkte hervor. Auf türkisem Grund sind scherenschnittartig Tiere vom Land dargestellt. Haustiere mit außergewöhnlichen Namen: „Zarte Henne“, „Freche Ziege“, „Sanfter Ochse“ – Jedes steht für eine Sorte der aus regionalen Zutaten gebrauten Bieres, für das Schwarzbier, für den Mai-Bock oder das Bockbier. Sogar eine Fassbrause mit dem Namen „Süßer Krabbler“ gehört zum Angebot der Brauerei. Selbstverständlich in Landsberg abgefüllt. Doch das ist nicht alles. Hinter jedem Namen verbirgt sich eine Geschichte. Wer eine Flasche Bier oder die Fassbrause von Landsberger in den Händen hält, liest auf dem Etikett eine Geschichte vom Land. Da ist die Rede von einer heimlichen Liebe, von Rosi, die quietschend Traktor fährt oder von Bernd, der eine Flasche mit den High Heels seiner Frau öffnen kann. 

Dank des mutigen neuen Designs steigen die Absatzzahlen in der Brauerei und Mälzerei heute wieder. Derweil wird an neuen Tiernamen getüftelt, damit die Kunst des Bierbrauens noch lange im südlichen Sachsen-Anhalt erhalten bleibt.


Landsberger - Ein Stück Heimat

Die Geschichte der Landsberger Brauerei reicht bis in das Jahr 1871 zurück. Damals wurde in Landsberg eine Malzfabrik gegründet. Weil die Lage der Malzfabrik in den 1990-er Jahren immer prekärer wurde, kaufte der damalige langjährige Mitarbeiter Christoph Thormann die Malzfabrik von der Treuhand. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Heidemarie baute er nebenan eine Brauerei. Am 18. März 1997 wurde das erste Bier in Flaschen gefüllt. Heute wird die Familienbrauerei, eine der letzten in der Region, von Tochter Jenny und ihrem Mann Cem Schwarz-Thormann geführt. Auch die beiden anderen Töchter der Eheleute arbeiten hier. Sandra Thormann ist die Braumeisterin und Claudia Thormann-Abst arbeitet in der Buchhaltung. In der Brauerei wird neben dem Landsberger Bier auch das Hansebier und das Merseburger Kellerbräu gebraut. Heute arbeiten in der Brauerei, der Malzfabrik und der Gastronomie 30 Mitarbeiter.

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