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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 24.10.2019 um 15:34:11

Gesunde Milch von gesunden Kühen


Foto: Kerstin Eschke
Milch ist neben dem Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. 
Damit sich die Menschen darauf verlassen können, dafür sorgen in Sachsen-Anhalt die Mitarbeiter 
des Landeskontrollverbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfung. Den Prüfern geht es dabei 
auch um das Tierwohl.

Lebensmittel zu kontrollieren ist keine Erfindung der Neuzeit. Die erste Milchqualitätsprüfung reicht bis in das Jahr 1895 zurück. Diese wurde in Dänemark durchgeführt und ist aus dem sogenannten Probemelken hervorgegangen. Deutschland folgte zwei Jahre später, zuerst in Schleswig-Holstein. Auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt wurde der erste Kontrollverein 1905 in Zerbst gegründet. Das war der Vorgänger des heutigen Landeskontrollverbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfung Sachsen-Anhalt e.V. mit dem Sitz in Halles Norden.

Heute untersuchen seine Mitarbeiter die Milch in 93 Prozent aller milcherzeugenden Betriebe in Sachsen-Anhalt. Das sind im Jahr rund 10 000 Kilogramm Milch. „Mit der Qualitätskontrolle können wir wichtige Rückschlüsse auf die Tiergesundheit ziehen“, erläutert Dr. Lothar Döring, der Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes, „denn nur wenn es den Tieren gut geht, geben sie gesunde Milch.“ Zur Milchleistungsprüfung stehen den Prüfern modernste Analysegeräte in den Laboren in Halle-Trotha zur Verfügung.

Monatlich sucht der Prüfer den Milchviehbetrieb auf. Jeden Tag ist er an einem anderen Ort, von Osterburg im Norden bis Zeitz im Süden von Sachsen-Anhalt. Morgens und am späten Nachmittag, wenn die Kühe gemolken werden, nimmt er jeweils eine Milchprobe jeder einzelnen Kuh am Melkstand. In kleinen Röhrchen – die ein Konservierungsmittel enthalten, damit die Milch nicht sauer wird – werden die Proben im gekühlten Caddy am Abend ins Labor gebracht. Dort untersuchen die Laboranten unter anderem Fett-, Eiweiß und Lactosegehalt sowie Zellzahl und Harnstoffgehalt und natürlich die Menge. Dr. Lothar Döring: „Die Zellzahl ist Ausdruck der Eutergesundheit. Der Harnstoffgehalt hilft uns bei der Beurteilung der Fütterung.“ 

Die Milchkontrolle von Kühen, Schafen und Ziegen ist nicht die einzige Aufgabe des Verbandes. Auch die Mastkontrolle von Schwein, Mastrind und Lämmern gehört dazu. „Von Leistungsprüfung sprechen wir heute nicht mehr. Wir machen Kontrollen, denn es geht um die Gesundheit der Tiere“, so Dr. Lothar Döring. Die Ergebnisse erhält der Landwirt nach spätestens zwei Tagen. Sie geben ihm wichtige Hinweise darauf, ob die Tiere gesund sind. Die Daten helfen dem Landwirt auch dabei, das Futter optimal zusammenzustellen. Die Spezialisten vom Landeskontrollverband stehen dem Landwirt auf Wunsch beratend zur Seite.

Wenn die Rohmilch, in der  Fachsprachen heißt sie Anlieferungsmilch, vom Tanklastzug der Molkerei abgeholt wird, wird sie erneut untersucht. Hierbei fungiert der Landeskontrollverband als neutrale Stelle zwischen dem Landwirt und der Molkerei. Stimmt die Qualität der Milch nicht, ziehen die Einkäufer der Molkerei dem Milchbauern Geld vom vereinbarten Preis ab. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Antibiotika in der Milch festgestellt wird. Doch Dr. Lothar Döring gibt zu bedenken: „Das Tierwohl hängt auch vom Preis unserer Lebensmittel ab. Wenn der Bauer immer weniger Geld für die Milch erhält, wie sollen er das Tierwohl gewährleisten.“ Nur mit austräglichen Erlösen aus dem Milchverkauf, kann der Milchbauer gute Haltungsvoraussetzungen für seine Tiere schaffen.

Dr. Lothar Döring studierter Agraringenieur ist seit 1990 Chef des Verbandes. Der Verband ist in jenem Jahr aus dem VEB Tierzucht hervorgegangen. Die Gebäude in der Angerstraße wurden im Laufe der Jahre umfassend saniert. Auf dem Gelände war bis zur Wende der VEB Schafzucht angesiedelt. Im ehemaligen Schafstall ist heute ein modernes Labor untergebracht.


INFO:

- Durchschnittliche  Milchleistung 2018 rund 10 000 Kilogramm pro Kuh
- 11 Kälber bekommt eine Kuh in ihrem Leben
- Laktationsperiode durchschnittlich 305 Tage (die Zeit in der sie Milch gibt)
- 322 milchproduzierende Betriebe sind im Verband organisiert
- 108 000 Milchkühe leben in Sachsen-Anhalt

Quellen: Jubiläumsschriften des Landeskontrollverbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfung Sachsen-Anhalt e.V.

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