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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 18.11.2019 um 09:22:11

Ziegenkäse ist ein Naturprodukt


Foto: Martin Schumann
In Ebersroda produzieren vierbeinige „Familienmitglieder“ besonders leckeren Käse. 

Morgens halb vier beginnt der Tag von Sabine Oeppert. Dann steht sie auf und melkt ihre Ziegen, wie auch am späten Nachmittag noch einmal. Rund 30 Liter Milch geben die 15 Ziegen der Rasse „Anglo-Nubier“ am Tag. Die wird in der Hofkäserei täglich frisch verarbeitet. Was vor 20 Jahren mit drei Ziegen für den Eigenbedarf begann, ist mittlerweile ein ernsthaftes Nebenerwerbs-Standbein für die 50-Jährige geworden. Seit fünf Jahren betreibt sie einen eigenen kleinen Hofladen in Ebersroda bei Freyburg, wo sie ihre frischen Produkte verkauft. Geöffnet ist der immer donnerstags 16 bis 18 und samstags 10 bis 12 Uhr. Von Dezember bis Februar ist geschlossen. Dann sind die Mutterziegen trächtig und werden nicht gemolken - demzufolge gibt es auch keinen Käse. Die Saison 2019 wurde am 7. März eröffnet. 

Der Weg von der Milch bis zum Käse ist keine Hexerei. „Bei 72 Grad wird die Milch pasteurisiert, dann wieder heruntergekühlt, dann mache ich Käse daraus“, sagt Sabine Oeppert und zählt auf: „Frischkäse, traditioneller Ziegencamembert, Schnittkäse, Weichkäse mit verschiedenen Kräutern, Joghurt.“ Camembert dauert über eine Woche. 16 Stunden tropft er ab, bevor er aus der Form genommen und gesalzen wird. Dann muss er sieben Tage lagern. In dieser Zeit bildet sich der weiße Schimmel, der so typisch für Camembert ist. Dann erst wird er verpackt und gelangt in den Verkauf. „Anfangs ist er fest, mit der Zeit wird er weicher“, erklärt Sabine Oeppert. 

Ihre Weichkäse mit Kräutern macht sie „nach Lust und Laune“, je nachdem, welche Kräuter gerade Saison haben. Brennesselkäse ist zum Beispiel eine recht beliebte Sorte. Oepperts Käse ist ein reines Naturprodukt, Konservierungsstoffe haben da keinen Platz. Deswegen sind die meisten Sorten spätestens innerhalb von 14 Tagen zu verbrauchen, nur Camembert und Schnittkäse halten sich etwas länger. 

Die Hygienevorschriften sind streng - Fliesen, Edelstahl und Plastik bestimmen zumindest in der Käserei das Bild. Ansonsten dominiert eher ein bäuerlich-rustikales Ambiente den Hof. Die Ziegen sind weniger Nutzvieh, sondern fast schon Familienmitglieder. Alle haben Namen, die elfjährige Anuschka ist der Liebling von Sabine Oeppert. „Die Ziegen sind ganz brav, wie Hunde“, sagt sie. Nicht zuletzt durch das Melken von Hand ist die Bindung zwischen Mensch und Tier eng. Lämmer an andere Höfe abgeben oder gar mal ein Tier schlachten, das fällt schwer. „Jede Ziege hat einen Namen, das ist nicht so einfach“, räumt Sabine Oeppert ein.

Möglichst natürlich sollen die Ziegen leben. Sie werden nicht enthornt, bekommen täglich frisches Grünfutter und Heu. Abends gibt es eine Portion Kraftfutter, eine Mischung aus Gerste und Erbsen. Nicht zu vergessen sind aber vor allem Zuwendung und Liebe, die Sabine Oeppert ihren vierbeinigen Familienmitgliedern gibt. Und das schmeckt man auch am Käse, die treue Stammkundschaft aus der Region weiß das zu würdigen.


Anglo-Nubier-Ziege

Die Anglo-Nubier-Ziege entstand aus der Kreuzung von englischen Landziegen mit aus Afrika und Indien eingeführten Ziegenrassen. Die Milchleistung der Tiere beträgt im Jahr durchschnittlich 600 Liter, wobei Spitzenleistungen bis zu 1000 Liter und 5 % fettreicher Milch möglich sind. Die Anglo-Nubier-Ziege ist eine besonders großrahmige und langbeinige Ziege, mit geramsten Nasenrücken und Hängeohren. Ihr Fell ist kurz und seidig. Es treten alle Farbkombinationen von Braun, Schwarz, Weiß und Bunt auf. Die Tiere tragen zumeist Hörner.


Info:

Ziegenhof Sabine Oeppert
Dorfstraße 41
06632 Gleina 
OT Ebersroda
www.mein-kleiner-ziegenhof.de

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