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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 18.11.2019 um 10:19:15

Industriegeschichte hautnah erleben


Foto: Thomas Schmidt
Das Industrie- und Filmmuseum (IFM) in Wolfen ist ein Denkmal deutscher 
Entwicklungs- und Industriegeschichte.

Es ist ein Denkmal an Industriegeschichte in Bitterfeld-Wolfen. Das IFM steht für die traditionsreiche Geschichte der einst zweitgrößten Rohfilmfabrik der Welt. Das Museum (gegründet im Dezember 1993) ist weltweit die einzige Einrichtung, welche am Originalstandort mit Originalmaschinen die Produktion von Rohfilm (Foto- und Kinefilm, Schwarz/Weiß und Farbe) dokumentiert. 

Den Besucher des Industrie- und Filmmuseums Wolfen erwartet ein interessanter Einblick in die Produktionsbedingungen eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude aus der Gründungszeit der Filmfabrik Wolfen. Die Begießerei I vermittelt mit ihren weiß gefliesten Räumen zum Aufschmelzen der Emulsion, den gewaltigen Begießmaschinen aus den 30er und 50er Jahren sowie den großen dunklen Gängen zum Transportieren der mit Emulsion begossenen Unterlage einen eigenwilligen Hauch von Industrieromantik.


Erster Farbfilm aus Wolfen

In dem heutigen Museumsgebäude wurde Fotografie- und Filmgeschichte geschrieben: Die Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation (AGFA), seit 1873 unter dieser Bezeichnung in Berlin künstliche Farben und ab 1887 Fotochemikalien produzierend, errichtete im Jahre 1909 den noch heute teilweise erhaltenen Gebäudekomplex. Ursprünglich als reine Kinofilmproduktionsstätte geplant, erweiterte sich die Produktionspalette auf Foto-, Röntgen-, Flieger- bis hin zu Schmalfilm. An der zu besichtigenden Begießmaschine gossen die Filmwerker 1936 den ersten universell einsetzbaren Mehrschichtenfarbfilm der Welt. Im Jahre 1941 gelangte der erste Farbfilm aus Wolfener Material in Deutschlands Kinos zur Aufführung – der Streifen „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ mit Marika Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Weitere, auf AGFA-Rohfilmmaterial gedrehte Filme, wie z.B. „Münchhausen“ mit Hans Albers, folgten. Seit 1964 wurden die fotografischen Aufnahmematerialien unter den Namen ORWO (ORiginal WOlfen) vertrieben.


Die Geschichte von AGFA und ORWO

Eine lebendige Vermittlung des Prozesses der Filmherstellung haben sich ehemalige Mitarbeiter der Filmfabrik zum Leitgedanken gemacht. Sie erzählen nicht nur interessante Aspekte über die einst schwere Arbeit in den Dunkelräumen, sondern auch über die Geschichte von AGFA und ORWO. In den Führungen fließt außerdem die eine oder andere unterhaltsame Anekdote aus den Produktionszeiten ein.

Ein Höhepunkt für Freunde der Fotografie ist die „Schatzkammer“ des Museums: Die mit über 800 Fotoapparaten größte öffentlich zugängliche Sammlung Sachsen-Anhalts zeigt einen Querschnitt vorwiegend deutscher Kameraproduktion Das IFM ist seit 2019 Mitglied als Ankerpunkt im Verein ERIH (European Route of Industrial Heritage/Route der europäischen Industriekultur). Das ist ein Verein mit mehr als 1 800 Standorten in Europa, darunter 106 Ankerpunkten.

Der Verein widmet sich der Pflege und dem Erhalt europäischer Industriekultur. Mit dem IFM kann das Land Sachsen-Anhalt neben Ferropolis nun auf zwei ERIH Ankerpunkte verweisen. Ankerpunkte erfüllen besondere Ansprüche hinsichtlich Zugänglichkeit, Besucherbetreuung und touristischer Anbindung. Mit der Mitgliedschaft wird die Bedeutung der Industriekultur im Land Sachsen-Anhalt betont und auf technik- und industriegeschichtliche Beiträge des Landes von Weltruf hingewiesen. 

Zudem bietet das Industrie- und Filmmuseum Wolfen nun auch seit 2019 Führungen durch den Ausstellungsbereich Film-Herstellung in leichter Sprache an. Was ist leichte Sprache ...? Leichte Sprache ist kurz und prägnant ohne Fremdwörter auf den Punkt zu kommen und keine langen Schachtelsätze ... die sprachliche Ausdrucksweise des Deutschen zielt dabei auf die besonders leichte Verständlichkeit. 


Veranstaltungen + Ausstellungen

8. Wolfener Filmtage 
„30 Jahre Herbst 1989 – Von Mauerbau bis Mauerfall im DEFA-Film“, Programm vom 23. bis 27. Oktober 2019.
Die 8. Wolfener Filmtage erinnern an den langen und schmerzhaften Weg vom Mauerbau bis zum Mauerfall im Spiegel von sechs ausgewählten DEFA-Filmen und einer Filmproduktion aus dem Jahr 1995.

Ein ungewöhnlicher Streifzug durch das Periodensystem der Elemente
Eine Ausstellung im Industrie- und Filmmuseum Wolfen noch bis zum 17. November 2019. Das Industrie- und Filmmuseum Wolfen zeigt eine Ausstellung zum Periodensystem der Elemente (PSE), welches in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Das Industrie- und Filmmuseum Wolfen ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.


Info: 

www.ifm-wolfen.de

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