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Wochenspiegel > Unser Land > Der Ursprung der Vogelkunde >
Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 18.11.2019 um 10:27:19

Der Ursprung der Vogelkunde


Foto: Patrick Lange
Köthen kann mit dem weltweit einmaligen Gesamtwerk eines Naturwissenschaftlers aufwarten, das sich noch am Originalstandort befindet. Seit dem Jahr 2015 ist das Naumann-Museum als „National wertvolles Kulturerbe“ der Bundesrepublik Deutschland eingetragen.

Ein einzigartiges Museum im Herzen der Bachstadt Köthen, beherbergt im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses, ist immer einen Besuch wert. Das Naumann-Museum hat nicht nur für Vogelkundler viel zu bieten, sondern auch für alle Naturliebhaber und jene, die etwas über die systematische Aufarbeitung der Naturgeschichte der Vögel in Deutschland erfahren möchte.

Daniel Spielau, Fachbereichsleiter der Museen bei der Köthen Kultur und Marketing GmbH (Foto unten links), gewährt einen Einblick in die Welt der Vogelkundler und weiß auch viel Interessantes über Naumanns persönliche Geschichte zu berichten.

Johann Friedrich Naumann wurde 1780 in Ziebigk geboren, einem kleinen Ort etwa elf Kilometer südöstlich von Köthen. Er zeigt schon in frühen Jahren ein Talent für das Zeichnen von Tieren und im Besonderen von Vögeln. Als Sohn in einer Bauernfamilie verbrachte er viel Zeit in der Natur und hatte somit immer Kontakt mit den Vögeln der Umgebung. 

Bereits als Jugendlicher fing er an, Vögel zu kategorisieren, ihre Lebensräume zu erkunden und sie nach ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten. Sein erstes Buch erschien 1815 mit dem Namen Taxidermie, was aus dem Griechischen kommt und übersetzt so viel heißt wie „Gestaltung der Haut“. Hier beschreibt er die Methoden, um Vögel auszustopfen und zu präparieren.

1821 verkaufte er seine mittlerweile auf mehrere Hundert verschiedene Vögel angewachsene Sammlung an den Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen für 2 000 Taler, welcher sie dann im neu errichteten Ferdinandsbau des Schlosses Köthen unterbrachte. Naumann wurde gleich „mitgekauft“ und als Kurator eingestellt. 

Über die Jahre sammelte er so über 1.600 eigene Präparate an und stellte sie in seinen eigens dafür angefertigten Schaukästen im Museum aus.

Als zusätzlicher Meilenstein in Naumanns Wirken zählt die 13-bändige Abhandlung mit dem Namen „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“.

Im Zuge seiner ornithologischen Tätigkeit fand im Jahre 1845 auch ein Treffen von Ornithologen in Köthen statt. Naumann war einer der Gründer der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, welche 1850 in Leipzig ins Leben gerufen wurde. 1857 verstarb er und wurde in Prosigk bei Köthen beerdigt. Das Köthener Naumann-Museum beherbergt heute über 2.100 Präparate und ist das einzige Museum, in dem Präparate in den originalen Schaukästen aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern sind.

Über die Jahre sammelten sich 113 Schaukästen an. Diese haben die lange Zeit gut im Schloss Köthen überstanden, da sie liebevoll vom Personal gehegt und gepflegt werden. 

Viele persönliche Stücke aus dem Leben von Naumann befinden sich auch heute noch im Besitz des Museums, sind aber leider eingelagert und warten auf ihre Sichtung und Kategorisierung. Das Museum weiß zu begeistern, denn nicht nur Präparate hinter Glas sind zu bewundern. Besucher können selber bei der Präparation teilnehmen und sich noch jede Menge Geschichten erzählen lassen über die bunte Vogelwelt des Johann Friedrich Naumann. Bernhard Just als Experte vor Ort entführt die Gäste des Museums in eine andere Zeit und berichtet über vieles aus längst vergangen Tagen, so als ob er selbst dabei gewesen sei.


Info:

www.bachstadt-koethen.de/museen/naumann-museum

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