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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 18.11.2019 um 13:34:51

Glück auf, Glück auf …!


Foto: Thomas Weißenborn
Der Salzabbau hat in und um Bernburg eine lange Geschichte, die eng mit Tradition verbunden ist. 

Salz begegnet uns im täglichen Leben. Das ist auch gut so. Denn Salz spielt für unseren Körper als Elektrolyt eine lebenswichtige Rolle. Und der Rohstoff Salz hat eine lange Tradition – gerade im Salzlandkreis. Wie der Name schon sagt, sind die Orte um Bernburg und Staßfurt seit Jahrhunderten eng mit dem Salz verbunden. Salz trieb die Industrialisierung voran, Salz schaffte Arbeitsplätze, Salz holte die Menschen in die Region – und das bis heute. Steinsalz ist der Rohstoff für geschätzt 70 Prozent des weltweit produzierten Speisesalzes. Und ein Teil davon kommt aus Bernburg. 

Jahrhundertelang war Anhalt von der Landwirtschaft geprägt. Bis zum Jahr 1868. Offensichtlich führte die Aufhebung des staatlichen Salzmonopols dazu, dass sich der Salzbergbau auch um Staßfurt und Bernburg weiter  entwickelte. Ab diesem Jahr war es mögliche, dass sich Private am Kalisalzgeschäft beteiligen. Im nahen Staßfurt wurden seit Ende der 50er/ Anfang der 60er Jahre bereits Stein- und Kalisalze abgebaut. Die Gesellschaft Solvay & Cie, die die erste deutsche Sodafabrik in Baden-Württemberg 1880 in Betrieb genommen hatte, glaubte, dass die Bedingungen in Mitteldeutschland – und besonders in Bernburg – günstiger für die Sodaproduktion waren. Dort waren alle Grundstoffe für die Sodaproduktion vereint: Salz und Kalkstein in der Nähe, die Lage inmitten eines Braunkohlengebietes zur billigen Beschaffung des Brennmaterials sowie die schiffbare Saale zum Abtransport des Sodas auf dem Wasserweg. Der Unternehmer Ernest Solvay entschied sich also nicht ohne Grund für den Standort Bernburg. 1880 wurde der Antrag gestellt, im Juli 1883 nahm die Sodafabrik dann mit 190 Mitarbeitern die Produktion auf. 

Solvay war Unternehmer durch und durch und wollte sich auch von Steinsalzlieferungen aus dem benachbarten Staßfurt unabhängig machen. Daher erteilte er den Auftrag auch in der Bernburger Umgebung nach Steinsalzvorkommen zu suchen. Damit wurde Carl Wessel beauftragt. Mit Erfolg. Man stieß auf Salze – sowohl auf Kalisalz als auch auf Steinsalz -  und bekam im Dezember 1881 die Genehmigung zum Abbau des Rohstoffs. Weitere Bohrungen in Bernburg folgten, die immer weitere Vorkommen ans Tageslicht brachten. Der Anhalt-Bernburger Salzbergbau entwickelte sich rasant. 

Nachdem die Unternehmung „Solvay“ um Bernburg zwei Bergwerke betrieb (Kali- und Steinsalzwerk Solvayhall und das Untertagesolbergwerk auf Steinsalz Plömnitz) gründeten sich in den Jahren 1911 und 1912 sechs Bergwerksgesellschaften, um drei Bergwerke zu erreichten. 


Führender Salzproduzent in Europa

Vorwiegend war die Gewinnung von Kalisalz Gegenstand der bergbaulichen Tätigkeit, seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde auch Steinsalz gefördert. Das jetzige Bernburger Salzwerk, das mehr oder weniger im Einzugsbereich der beiden anderen Bergwerksgesellschaften liegt, wurde im Jahr 2002 in die esco – european salt company GmbH & Co. KG eingegliedert und gehört seit dem innerhalb der K+S Gruppe als einer der leistungsfähigsten Standorte Europas führendem Salzproduzenten. Das Bernburger Salz ist von guter Qualität und einen Reinheitsgehalt von 98 bis 99,5 Prozent. Die Bergwerksfelder unter der Umgebung von Bernburg erstrecken sich über eine Fläche von 36 Quadratkilometern. 

Die Schächte Bernburg und Gröna stellen die Verbindung zwischen dem Bergwerk unter Tage und den Produktions- und Versorgungseinrichtungen über Tage her. Auch in Aderstedt und Ilberstedt befinden sich Schächte, die zum Betreiben des Bergwerks erforderlich sind.  Sie reichen bis in eine Tiefe von 582 Metern und dienen dem Ein- und Ausfahren der Bergleute, der Salzförderung sowie der Versorgung mit Betriebsmitteln und Frischluft. Das Bergwerk ist wie eine Stadt unter Tage mit allen wichtigen Einrichtungen, die den reibungslosen Ablauf des Betriebes gewährleisten. Mit einem rund 100 Kilometer langen Netz von Fahrstrecken verfügt das Werk unter Tage über das Streckennetz einer mittleren Kleinstadt. 

Vor der Schließung des Untertagesolbergwerks, welches hauptsächlich für die Versorgung der Sodafabrik mit Salz zuständig war, begann 1965 südlich des Bergbaubetriebes die Errichtung eines Solfeldes. Dort wurde über Bohrungen von der Tagesoberfläche bis ins Salinarsüßwasser eingebracht und in Wasser gelöstes Salz nach Übertage gebracht und in Rohrleitungen zu den Verbrauchern geleitet. Seit 1996 wird durch Verdampfung von Teilen der Sole auch Siedesalz erzeugt. 

Das Bernburger Salzwerk von esco ist ein reiner Produktionsbetrieb. Abnehmer des Bernburger Salzes sind unter anderem Lebensmittelhersteller, die pharmazeutische und chemische Industrie sowie Straßendienste. Die Produktionsschwerpunkte liegen in der Herstellung von Auftau-, Gewerbe- und Speisesalzen aus hochwertigem bergmännisch gewonnenen Steinsalz. Außerdem liefert das Werk Wasser­enthärtungsprodukte, die auf der Basis von Siedesalz hergestellt und wegen ihrer vollen Löslichkeit geschätzt werden. 


Viele Bergleute in Bernburg

Durch die Industrialisierung damals, stieg die Einwohnerzahl von Bernburg rasant an. Zahlreiche Bergleute fanden an der Saale ihr Zuhause. Sie waren es auch, die im März 1890 die Gründung eines Berg­knappenvereins beschlossen. Innerhalb kurzer Zeit gehörten diesem 51 Kumpel an. Ziel des Vereins war es und ist es bis heute, den Bergmannsstand stärker nach außen zu verkörpern und vor allem Traditionen zu bewahren und zu pflegen. Festumzüge, Mitgliederversammlung und vor allem die traditionelle Barbara­feier un­­ter Tage gehören zum Vereinsleben.

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