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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.03.2020 um 15:38:54

„Für unser Auto ist immer ein Parkplatz frei!“


Foto: Falk Wenzel Galerie (1 Bild)
Die Geburtsstunde des Carsharings war in Halle. Carsharing ist in aller Munde. Diese neue Form der
nachhaltigen Mobilität ist gar nicht so neu. 1992 schlossen sich in Halle einige wenige Hallenser
zusammen, um sich ein Auto zu teilen. Das Carsharing war geboren. Die Autoteiler gründeten ein Jahr
später einen Verein und nannten ihn teilAuto.

Am Anfang standen die Frage, an wie vielen Stunden des Tages ein Auto wirklich genutzt wird und welche Kosten und welche negativen Umweltauswirkungen es verursacht, egal ob es steht oder fährt? Passen Auto und Nachhaltigkeit doch irgendwie zusammen? Zehn Hallenser beantworteten sich die Fragen 1992 selbst und befanden: Ja, wenn wir ein Fahrzeug gemeinschaftlich nutzen. Im Frühjahr gründeten sie den Verein teilAuto und kauften einen Skoda Favorit. Das Carsharing war geboren. Den Wagen reservierte man telefonisch auf einem Anrufbeantworter, der Autoschlüssel befand sich in einem Rohrtresor.

Heute, 27 Jahre später, nutzen rund 40 000 Privatleute und Geschäftskunden in 20 deutschen Städten eines oder mehrere der über 1 000 „teilAutos“. Mit Hilfe einer App findet sich das passende Fahrzeug in der Nähe. Je nachdem ob man mit der Familie einen Ausflug ins Grüne machen möchte, alleine eine Geschäftsreise unternimmt oder einen Einkauf im Baumarkt plant, Limousine, Cityflitzer oder Transporter stehen bereit.

Aus dem Verein ist mittlerweile eine GmbH geworden. Die Unternehmensstrategie von teilAuto beweist, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit durchaus zusammenpassen. Kooperation mit Nahverkehrsunternehmen und Fahrradvermietungen wurden eingegangen. Kurz nach der Jahrtausendwende stand der Verein vor der Entscheidung, wie es weitergeht. Überall schossen Carsharing-Anbieter wie Pilze aus dem Boden, erinnert sich Dr. Götz Meister, der Regionalleiter von teilAuto Sachsen-Anhalt. Nicht, dass diese zur Konkurrenz wurden für die Hallenser, so schnell wie sie gekommen waren, so schnell verschwanden sie auch wieder. Der ökologische Verein wollte nicht das gleiche Schicksal erleiden. Mit dem Übergang des Vereins in die teilAuto – Mobility Center GmbH im Jahr 2004 stellten die Vereinsmitglieder das Carsharing Angebot auf wirtschaftlich solide Füße.

Seitdem wächst das mittlerweile in Leipzig ansässige Unternehmen. Zwar langsam - aber gesund. Doch zurück zu den Anfängen. Achim Haufe und Roland Tröbner gehören zu den ersten Autoteilern in der Saalestadt. Die Hallenser sind seit über 25 Jahren dabei. Dr. Götz Meister: „Als Dankeschön widmet teilAuto den Carsharing-Pionieren jeweils einen Patenbaum. Wir haben nach einer nachhaltigen Anerkennung gesucht. Auf einen frisch gepflanzten Baum trifft das zu.“ Bei der Pflanzung der beiden Spitzahorne im Landrain in der Frohen Zukunft im Oktober des vorigen Jahres erinnerten sie sich an die Gründungszeit: Zehn Leute teilten sich damals ein Gemeinschaftsauto. Das war ein Skoda Favorit. Mal schnell und kurzentschlossen zum Einkaufen fahren, dass ging damals nicht. Jeder Fahrt ging eine genaue Planung voraus.

Heute findet sich dank der 50 Stationen in Halle und 85 Fahrzeugen in verschiedenen Größen, immer ein passendes Fahrzeug in der Nähe. Es ist durchaus praktisch, zwischen einem City-Flitzer oder einem Transporter wählen zu können. Und das Beste: Keine Parkplatzsuche. Wer die kritische Parkplatzsituation im halleschen Paulusviertel kennt, der weiß den eigenen Parkplatz in Wohnortnähe zu schätzen, freuen sich  Achim Haufe und Roland Tröbner. Nachhaltig und zukunftsweisend wird auch in Sachen Kraftstoff gedacht. 

„Im Januar 2018 wurde in Halle die erste E-Carsharing-Ladesäule installiert und ergänzt damit das erste E-Carsharing-Angebot. Das startete bereits ein halbes Jahr früher mit drei elektrisch angetriebenen Kleinwagen“, berichtet Dr. Götz Meister. Carsharing ist also in vielerlei Hinsicht eine Entlastung für den knappen öffentlichen Raum. Denn bis zu 20 private Pkw ersetzt ein Carsharing-Fahrzeug. Achim Haufe und Roland Tröbner sind typische Carsharing-Nutzer. Denn sie sind Menschen, die nur ab zu ein Auto benötigen, viel Fahrrad fahren oder Bahn und Bus nutzen. Für diese Menschen ist das Autoteilen eine umweltsparende und kostengünstige Alternative zum eigenen Auto. Und noch dazu, kann man sich durch den Mobilitätsmix ziemlich fix in der Stadt bewegen.

 

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