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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 26.02.2018 um 06:34:03

Frauen und Männer des Glaubens - Steffen Rogge: „Gott - ein intelligenter Designer“

Steffen Rogge leitet in Köthen gemeinsam mit seiner Frau seit zehn Jahren eine ehrenamtlich geführte „Christliche Medienbibliothek“. Steffen Rogge leitet in Köthen gemeinsam mit seiner Frau seit zehn Jahren eine ehrenamtlich geführte „Christliche Medienbibliothek“.
Foto: Thomas Ruttke Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Steffen Rogge (53) aus Köthen ist von Beruf Tischler und Kunstmaler.

Köthen (bh).
Seit 33 Jahren ist er verheiratet und hat drei Kinder und vier Enkel. Für das Leben als Christ entschied er sich mit 19 Jahren.

Steffen Rogge wurde 1984 in der Quellendorfer Kirche getauft. Mitglied sind er und seine Familie in der Jakobskirche Köthen.


In der Vielfalt liegt die Kraft


Seit zehn Jahren arbeitet Steffen Rogge ehrenamtlich im Gemeindekirchenrat und im Gemeindeaufbauausschuss.
Gemeindekirchenräte leiten die Gemeinde und das Gemeindeleben (Bau, Finanzen, Einrichtungen, Gottesdienste bis hin zu geistlichen Entscheidungen (Glaubensfragen, Glaubenskurse, Öffentlichkeitsarbeit etc.).

Weiterhin leitet das Ehepaar Rogge seit 2010 eine ehrenamtlich geführte „Christliche Medienbibliothek“. Diese ist eine Außenstelle der Köthener St. Jakobsgemeinde und hat zu festen Zeiten geöffnet. In der Bibliothek finden verschiedene Veranstaltungen statt.

Eine größere Anzahl an thematisch-künstlerischen Ausstellungen in verschiedenen Kirchen in Köthen (St. Jakob) beziehungsweise im Umland (Mosigkau, Elsnigk, Chörau, Osternienburg, Reppichau etc.) wurden von Steffen Rogge ebenso ehrenamtlich gestaltet.
Offene Kirchen mit den Bildern laden von Mai bis Oktober zum Innehalten und Verweilen ein. Somit ist ein bemerkenswerter Kirchenweg von ca. 20 Kilometern entstanden, gut erreichbar mit dem PKW, dem Fahrrad oder wer mag auch zu Fuß.
Des Weiteren ist auf seine Mitarbeit zu besonderen Anlässen, Gottesdiensten und im Projektchor zu zählen.


Ihre Tätigkeiten in und für die Kirche sind sehr vielfältig. Und alles aus dem Glauben heraus. Welchen Anhaltspunkt haben Sie hierfür?

Den Lebenssinn, den Halt und die Lebensfreude, die ich persönlich bei Gott und für Gott erfahren habe, möchte ich weitergeben und anderen Menschen davon berichten.


Was bedeutet der Glaube konkret für Sie?

Der Glaube ist für mich lebenswichtig geworden. Glaube heißt vertrauen. Ich habe in meinem Leben gelernt, Gott zu vertrauen und seinem Wort, der Bibel, zu glauben. Glaube bedeutet Hoffnung, Zuversicht und Kraft in guten wie auch in schweren Zeiten aus Gottes liebevollen Händen zu nehmen.


Was bedeutet der Glaube an ein höheres Wesen für Sie demnach?

Ich kann nur immer wieder staunen, wenn ich die Natur, alle Geschöpfe und das Universum betrachte. Ehrfurcht und Dankbarkeit erfüllen mein Herz.
Ich weiß genau, nichts kann aus Zufall, sondern durch einen intelligenten Designer geschaffen worden sein. Und zu diesem Schöpfer des Himmels und der Erde eine Beziehung zu haben, ist das Erfüllendste, was mir jetzt und in Ewigkeit passieren kann.


Wie sieht Gott für Sie aus?

In der Bibel steht, wir sollen uns kein Bild von Gott machen und wir können es auch nicht. Malen würde ich ihn auf keinen Fall. Gott ist höher als unser menschlicher Verstand. Wir können ihn uns gar nicht vorstellen. Nicht als Mann mit Rauschebart. Wichtig für mich ist die Beziehung. Er zeigt uns sein Wesen, seinen Charakter in der Bibel, schon im Alten Testament und durch Jesus Christus. Er kam uns Menschen so nah wie möglich - als Kind in der Krippe. Man bekommt von ihm Frieden und Seelenruhe. Das ist das Wichtigste.


Haben Sie eine Lieblingsstelle in der Bibel? Und warum?

Ich habe viele Lieblingsstellen in der Bibel; diese haben mein Leben beeinflusst.
Eine davon ist der Psalm 139. Darin steht: „Du hast meine Nieren bereitet ...“. Als junger Mensch, ich war erst 15 Jahre, litt ich an einer sehr schweren Nierenerkrankung und lag elf Wochen im Krankenhaus. In meiner Angst flehte ich Gott an, leben zu dürfen. Gott half. Ich wurde wieder gesund.
Auch Johannes 14,6 bedeutet mir sehr viel. Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Durch eine erfüllte Beziehung kann ich ein erfülltes, zufriedenes und glückliches Leben selbst durch schwierige Lebensphasen schon jetzt hier auf Erden und in alle Ewigkeit erfahren. Gott steht jedem Menschen liebevoll bei. Wenn wir unsere Herzen ihm öffnen, begleitet, korrigiert und beschenkt er uns mit seiner lebensbejahenden Liebe.


Welche Fragen würden Sie Gott gern einmal stellen?

Diese Frage ist so gestellt, als glaube ich an einen unnahbaren, fordernden oder leistungsbezogenen Gott. Das tue ich nicht. So ist nicht der Gott der Bibel. Fragen würde ich ihn nicht irgendwann einmal, sondern ich kann und tue es jetzt schon. Ich stelle Gott oft im Alltag Fragen, aber in einem freundlichen und geachteten Ton.
Auch ich kann nicht oder noch nicht alles verstehen, aber ich weiß, Gott meint es gut mit uns. Wir sehen nur Stücke, er sieht das Ganze. Gott ist der Schöpfer, ich bin das Geschöpf.


Wann und wofür haben Sie schon mal Kraft aus dem Glauben geschöpft?

Meine Herkunftsfamilie ist weitgehend nicht christlich geprägt. Durch meine Großmutter und in der Christenlehre, die ich von mir aus besuchte, wurde ein kleiner Samen gelegt.
Doch die Beziehung zu Gott änderte sich mit meiner Nierenerkrankung. Da bat ich Gott, noch leben zu dürfen und um eine Familie. Ab diesem Zeitpunkt war er mein vertrauensvoller Freund und Lebensberater. Ich öffnete Gott mein Herz und war bereit, im Glauben und Vertrauen zu wachsen. Viele andere Situationen folgten.
Meine Familie: Meine Frau wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Wir heirateten kirchlich und die Kinder legten wir mit der Taufe sofort in Gottes Hand. Sie wurden auch christlich erzogen. Wir fühlen uns als Familie in Gottes Hand geborgen.
Die Armeezeit und die Maueröffnung: Zum Tag der Maueröffnung war ich gerade in Oranienburg stationiert, aufgrund meiner Gabe, als Stabszeichner. Sie nahmen gern Familienväter; die flohen ja nicht. Der Einsatz in Berlin wurde vorbereitet. Sie dachten, aus Russland kommt der Befehl des Angriffs. Ich sollte in dieser Nacht auf Russisch oder Deutsch den Befehl weitergeben. Vor lauter Angst betete ich, dass das Telefon still bleibt. Früh um sechs kam der Stabschef, der sagte: „Es ist ein Wunder, dass keiner geschossen hat!“ Da merkte ich, Gott hatte seine Hand darüber.
Dann der Wechsel vom Tischler zum Kunstmaler: Die Kunst gilt als brotlose Kunst. Doch der Familienrat tagte. In der Tischlerfirma kriselte es und ich fragte mich, wie soll es weitergehen?
Das Malen war schon immer mein Hobby. Damals im Krankenhaus hat es Gott mir ans Herz gelegt. Mich erfüllen eine Lebensfreude, eine innere Zufriedenheit und große Dankbarkeit. Mir als Künstler ist es wichtig, dies in meinen Bildern auszudrücken.
Wir vertrauten Gott. Im September 1995 eröffneten wir das Geschäft „Kunstmalerei Rogge“; das Studium in Bochum als Maler und Grafiker war berufsbegleitend. Sicher gab es auch immer wieder Tiefen. Doch mit Gottes Hilfe ging es weiter.


Viele fragen sich: Wie kann Gott so etwas zulassen? Was meinen Sie?

Gott ist es nicht egal, was so alles an Schwerem und Traurigem passiert. Er lässt uns auch nicht allein im Leid, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Vieles erschließt sich erst im Nachhinein. Manches sogar erst in der Ewigkeit, wenn er unsere Tränen und das Leid wegnehmen wird, wie es sein Wort verheißt. Ich selber konnte es schon oft erfahren.
Auch lese ich es immer wieder in Biografien von Menschen, die von ihrem Leid und Glaubenserlebnissen berichten.
Gott leidet mit und hilft uns, wieder auf die Füße zu kommen.
Aber vieles passiert auch, weil wir von Gott nichts wissen wollen. Erst wenn wir hingefallen sind, klagen wir ihn an. Diese Erfahrungen stehen auch in der Bibel, unter anderem in den Psalmen. Diese sind immer noch aktuell. Die Psalmen können uns helfen, Frieden mit uns und Gott zu finden, auch in schlimmen Krisenzeiten.


Wie geben Sie Ihren Glauben an andere Menschen weiter?

Ich gebe Ausstellungen, zum Beispiel in offenen Kirchen. Diese sind thematisch unterschiedlich und sollen die aktuellen Lebensfragen und Situationen mit den Weisheiten der Bibel dem Betrachter näherbringen.
Die Bilder zeigen meine Lebens- und Glaubenserfahrungen und sind mit Texten ergänzt. Aber auch mit Menschen ganz normal im Gespräch von meinem Glauben erzählen, ist immer wieder mein Anliegen.
Ich versuche also, mit meinen von Gott geschenkten Gaben von ihm zu erzählen und danach zu handeln. Ich möchte seine Lebens- und Liebesbotschaft weitergeben und sichtbar machen und aktiv Menschen unterstützen.


Leben Sie immer nach den Geboten Gottes oder nehmen Sie sich da einen Spielraum?

Nach den Geboten Gottes zu leben ist natürlich mein Ziel. Aber auch ich scheitere immer wieder.
Es ist menschlich, sich Verletzungen zuzufügen, in einer Paarbeziehung zum Beispiel. Doch Gott schenkt uns auch seine Liebe und seine Gnade auf dem Weg, dass wir einander Vergebung aussprechen können. Er hilft einem zum Segen für beide, hilft, dass das Herz wieder rein wird und für einen Neuanfang bereit ist.
Mit seiner Hilfe können wir mit ehrlichem Herzen um Vergebung bitten und immer wieder neu anfangen. Gott gab uns seine Gebote als Lebensorientierung, und es wäre ein Vertrauensbruch, bewusst einen „Spielraum“ zu schaffen.


Wie können die Kirchen wieder voller werden?

Mit Angeboten, die den Lebenssituationen der Menschen entsprechen. Mit klarer biblischer Botschaft zur Lebensorientierung. Wenn sie in unseren Kirchen und Gemeinden den Halt und die Liebe Gottes entdecken.


Wie stellen Sie sich den Himmel vor? Und wie die Hölle?

Der Himmel wird wohl noch viel schöner und prächtiger, als wir es hier auf der Erde kennen. Das Wichtigste finden wir in der Bibel beschrieben. Ein Leben in Harmonie, Freude, Liebe und ohne Bosheit, Leid und Trauer kann ich mir super vorstellen.
Dem Gott, mit dem ich so viele Jahre meines Lebens so gute Erfahrungen gemacht habe, auch in schweren Zeiten möchte ich gern nahe sein.
Die Hölle dagegen ist das volle Gegenteil. Und Gott absolut fern sein, ist für mich auch hier auf Erden schon Hölle genug.


Was glauben Sie, passiert nach dem Tod?

Nach dem Tod wird meine Seele zurück zu Gott gehen. Mein Körper wird zerfallen und wieder zu Erde und Staub werden. Aber in der Bibel sagt Jesus Christus, dass er viele Wohnungen bereitet hat und wir unseren neuen geistlichen Körper bekommen.
Wenn wir mit unseren Gaben, die wir von Gott geschenkt bekommen haben, hier auf Erden „gewuchert“ haben und sie zum Wohl der Mitmenschen und zur Ehre Gottes eingesetzt haben, werden wir im Himmel noch viel mehr tun können.
Der Tod ist nicht das Ende. Das Beste kommt noch! Gott sei allem Dank.



Ein Wort von Autorin Béatrice Haas:

In den letzten Wochen interviewte ich Frauen und Männer, welche verschiedenen christlichen Konfessionen angehören. Das Chris­tentum ist bunt und vielfältig wie die Na­­tur, wie Gottes Schöpfung. Dies sollte sich unbedingt in den Interviews widerspiegeln. Drei Frauen sowie drei Männer werden über ihre Sicht des Glaubens erzählen. Alle Interviewpartner taten dies auf erfrischende Art und Weise. Trotz der Vielfalt innerhalb des Christentums eint alle der Glaube an Gott. Sie verbindet gemeinsame Schriften, Traditionen, Lebensweisen und Gebete. Ich danke allen Männern und Frauen des Glaubens für ihre offene Art.

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