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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 22.03.2019 um 11:46:27

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 12 - Staschwitz

Staschwitz in der Gemeinde Elsteraue ist ein gemütliches, naturnahes Dorf. Staschwitz in der Gemeinde Elsteraue ist ein gemütliches, naturnahes Dorf.
Foto: Margit Herrmann Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
In unserer Serie „Rund um den Burgenlandkreis“ entdecken wir heute gemeinsam den Ort Staschwitz.

Staschwitz (mh).
Die ersten Frühblüher sind gesetzt. Ge-meinsam mit seiner Frau Beate sorgt Eckhard Fenn für die Erhaltung der Denkmale der Opfer aus den Weltkriegen in Staschwitz. Die beiden Weltkriege gingen an dem Ort nicht spurlos vorüber. Während des 2. Weltkrieges ließen in einigen Familien gleich Vater und mehrere Söhne ihr Leben.

Der heutige Ortschronist war von 2001 bis 2003 Bürgermeister von Langendorf und von 2003 bis 2009 Ortsbürgermeister. Die Ortschaft Langendorf setzt sich seit 1950 aus den Ortsteilen Langendorf, Döbitzschen und Staschwitz zusammen. Seit 2003 gehören die Orte zur Gemeinde Elsteraue. Eckhard Fenn stammt aus Thüringen und ist der Liebe wegen als junger Mann in den Ort gezogen. Er arbeitete beim Bergbau, beim Straßenwesen sowie in der chemischen Industrie. „Früher haben wir viele Feste gefeiert“, erinnert er sich an die DDR-Zeiten. „Damals hat der Dorfclub viele kulturelle Höhepunkte organisiert. Das gehört leider der Vergangenheit an.“ Ein wenig wehmütig blättert der Rentner die Festschrift zur 850-Jahrfeier durch; das ist auch schon wieder 15 Jahre her. Er erzählt: „Erstmals erwähnt wurde Staschwitz in einer Urkunde im Jahre 1154. Laut Kirchenvisitationsbericht von 1565 gab es in Staschwitz 13 Häuser. Im Jahre 1659 zählte man 16 Grundstücke einschließlich Rittergut. 1823 hatte Staschwitz 36 Häuser und 178 Einwohner. Die meisten Einwohner verzeichnete das Dorf im Jahr 1946 mit 44 Wohnhäusern und 443 Einwohnern. Heute gibt es über 70 Häuser mit circa 250 Einwohnern.

Die Geschichte des Rittergutes
Das Rittergut, vor 1673 auch Edelhof genannt, war bis 1839 im Besitz des Geschlechtes der von Minckwitz. Salomon, Rudolph und Hanns Rudolph waren die Besitzer des Edelhofes. Im Jahr 1717 erbaute Adam Heinrich eine Schenke sowie ein Malz- und Brauhaus. Während der Bodenreform 1945/46 kam es zur Enteignung und Aufteilung des Rittergutes. Die Gebäude wurden später von der Maschinen-Ausleih-Station, dem Landtechnischen Anlagenbau und der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft ‚21. Dezember‘ als Stützpunkt genutzt. Das Herrenhaus wurde 1962 bis 1967 umgebaut und bis 1993 als Gaststätte „Zur Einkehr“ genutzt. Seit dem sind alle Gebäude, bis auf eine Wohnung, leerstehend.

Landwirtschaft und Handel
In der Gemarkung Staschwitz sind hochwertige Böden, die für die Landwirtschaft gut geeignet sind, zu finden. Im Jahr 1951 fanden knapp 40 Prozent der Einwohner eine Beschäftigung in der Landwirtschaft. Nach der Einheit Deutschlands wurden nach und nach die LPGs aufgelöst.

Das Handwerk in Staschwitz war größtenteils auf Familien-tradition ausgerichtet. 1913 gab es einen Maschinenbauer, einen Schmied, einen Bäcker, zwei Kaufläden und zwei Gastwirte, wovon einer eine Schweineschlächterei betrieb. Bis zum Jahr 1982 war in Staschwitz auch eine Poststelle angesiedelt. Heute gibt es im Ort noch einen kleinen Lebensmittelhandel.

Turnverein und Raucherclub
Ein Kegelclub ‚Gut Holz Staschwitz‘ hatte sein Domizil in der Kegelbahn des Gasthauses Stolze. Auch ein Fußball- und Turnverein sollen im Ort existiert haben. Erinnert wird sich auch an einen Fahrradverein und an einen Raucherclub. Nach dem 2. Weltkrieg wure der Gartenverein „Erholung“ gegründet, den es heute aber nicht mehr gibt. Ende der 1960er Jahre gab es auch eine Kindervolkstanzgruppe. Im Jahr 1968 wurde der Dorfklub ins Leben gerufen, der Tanzveranstaltungen, Skatturniere Buchlesungen und Kinderfeste organisierte. Die Dorffestspiele fanden zuerst im Saal und später auf der Festwiese, wo auch ein Gebäude errichtet wurde, statt. Mit der Schließung der Gaststätte ‚Zur Einkehr‘ im Jahr 1993 und den Schwierigkeiten nach der Wende ebbte die Lust an dieser Tradition ab. Der Dorfklub löste sich auf. Heute gibt es nur noch den Heimatverein.

Die Kinder im Dorf
Früher hatte Staschwitz einen eigenen Kindergarten, der zuerst auf dem Eisert`schen Gehöft und dann im ehemaligen Herrenhaus des Rittergutes untergebracht war. Im Jahr 1955 wurde durch die Gemeinde eine Barracke gekauft, in die die Kinder 1957 einzogen. Bestand hatte die Einrichtung bis 1994. Danach gingen die Kinder in die Einrichtung nach Langendorf, die 2012 schloss. Heute werden die Kinder überwiegend nach Rehmsdorf und Könderitz gebracht. Bis zur vierten Klasse besuchen die Schüler die Rehmsdorfer Schule; danach gehen sie in die Sekundarschule Reuden.  

Feuerwehr
Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Staschwitz reicht bis ins Jahr 1776 zurück. 1995 wurde eine neue Wehr für die Gemeinde Langendorf gegründet. Die Feuerwehr mit Gerätehaus ist funktionstüchtig. Leider fehlt es jedoch am Nachwuchs.“
Eckhard Fenn schlägt die Chronik zu: „Auch wenn vieles im Ort nicht mehr existiert: es ist dennoch lebenswert, hier zu wohnen.“ Er hofft jedoch, dass die Politiker die kleinen Ortschaften nicht vergessen.

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