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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.01.2020 um 10:44:35

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 52 - Reichardtswerben

Nach 308 Kilometern sind wir an unserem Jahresziel angekommen

Wir haben es geschafft! 52 Wochen haben wir Orte an der Kreisgrenze besucht.
Reichardtswerben (wm). 
Am 5. Januar war unsere erste Station Bäumchen. Im Laufe des Jahres sind wir die 308 Kilometer lange Kreisgrenze abgefahren und haben die Orte besucht, die im „Grenzgebiet“ liegen. Einige waren bekannt, von anderen hatte man noch nie etwas gehört. Wir haben nette Menschen getroffen, uns mit ihnen über ihr Leben, ihre Geschichte und zum Leben im Dorf oder der Stadt unterhalten. Einige Leserinnen und Leser haben unsere Jahresserie sogar gesammelt, wollen selbst einmal das Abenteuer „Entlang der Burgenlandkreisgrenze“ in Angriff nehmen.

Nur wenige Hundert Meter sind es von Bäumchen bis Reichardtswerben, unserem letzten Ziel. Bäckermeisterin Karola Henning-Hippe erwartet uns bereits. Die 48-Jährige ist hier geboren und lebt gern hier. Durch ihre Bäckerei hat sie natürlich viel Kontakt und kann viel erzählen.

„Wir fühlen uns hier richtig wohl, denn es ist ein hübscher Ort, der sich nach der Wende gut entwickelt hat. Durch mein Hobby, dem Motorradfahren, bin ich viel rumgekommen, aber ich bin immer wieder froh, wenn unsere Kirchturmspitze in Sichtweite ist“, so Henning-Hippe. Ihr gefällt besonders, dass der dörfliche Charakter vorhanden ist und es zahlreiche Betriebe und Geschäfte gibt. „Uns fehlt lediglich eine Apotheke und, was uns besonders schmerzt, die Sparkassenfiliale. Die fiel am  Rosenmontag Verbrechern zum Opfer. Sie soll nicht wieder aufgemacht werden. Gerade ältere Leute haben Schwierigkeiten in den Sparkassenbus mit den hohen Stufen einzusteigen“, so die Bäckermeisterin.

Sehr lobend erwähnt die Reichardtswerbenerin die Vereinsarbeit. Ob die Sportvereine, die Feuerwehr, der Diorama-Verein und die Vereine der Tierzüchter, alle engagieren sich für ihren Ort, der 2018 zum zehnten Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Silbermedaille erreicht hat. „In dem Zusammenhang würde ich mir wünschen, dass es 2020 wieder einen Frühjahrsputz im Ort geben würde. Das bringt wirklich etwas. Neben unserem Dorffest möchte ich auch noch das Osterfeuer der Handballer nennen, was immer ein Anziehungspunkt ist. Die Zusammenarbeit mit Tagewerben ist aus meiner Sicht auch gut und wir rücken immer enger zusammen. Eine gemeinsame Kita, eine Grundschule und auch die Vereine haben ihre Mitglieder aus beiden Orten. Und eine wirkliche Grenze gibt es auch nicht mehr, denn es steht Haus an Haus“, sagt Karola Henning-Hippe abschließend, verabschiedet sich und kümmert sich wieder um die Herstellung von 19 Plätzchensorten.

Jürgen Heuer von der Interessengemeinschaft Diorama „Schlacht bei Roßbach“ e.V.  erklärt: „Hier auf den Feldern von Reichardtswerben wurden am 5. November 1757 die Franzosen und die mit ihnen verbündete Reichsarmee vernichtend geschlagen. Mit dem Frieden von Hubertusburg im Jahre 1763 endete dann der dritte schlesische, auch genannt der Sieben-jährige Krieg. Die Kavallerie - und Infanterieschlacht vom 5. November 1757 wurde durch den Lehrer Max Brauer in einem Diorama dargestellt, das sich im Nebengebäude des Pfarrhauses befindet und zugänglich ist.“

Und wir treffen noch einen Mann, der für  tolle schräge Sachen zuständig ist.    Markus Wünsch von der Disco „Umpa Lumpa“ wohnt am oberen der drei Teiche des Dorfes.  Er und einige Mitbewohner hatten, weil der Teich im Sommer fast wasserleer war und über keinen natürlichen Zufluss verfügt, eine ’Teichfüllparty’ organisiert. Da ging die Post so richtig ab! Die Einwohner bewirteten die vielen Gäste und es kam soviel Geld dabei zusammen, dass Wasser von den Stadtwerken gekauft werden konnte und dazu noch eine solarbetriebene Pumpe für Wassernachschub aus einem Brunnen sorgt. Im Sommer wurde gesagt, dass auch 2020 ein Sommerfest am Teich organisiert werden soll. Nun wurde Markus Wünsch aber angesprochen, dass es bis zum Sommer so lange hin ist. Kurz überlegt - und so gibt es am 4. Januar 2020 ab 14 Uhr einen Neujahrsempfang am Teich. Wieder gibt es Getränke - heiß und kalt, Deftiges vom Grill, Kaffee und Kuchen, Musik usw. „Wir wollen nun für ein Entenhaus für den Teich Geld sammeln“, sagt der Organisator und sieht die hübschen Flattertiere schon auf dem Teich schwimmen und das Haus in Besitz nehmen.

Aus der Geschichte
In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Reichardtswerben als zehntpflichtiger Ort Vuirbina im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt. In Posendorf gründete sich um 900 eine Gemeinde, die eine Kirche erbaute. Wegen Baufälligkeit wurde 1840 eine neue Kirche erbaut, wobei der alte Turm erhalten blieb. Die Posendorfer Kirche fungiert als Katholische Kirche, während die benachbarte Kirche in Reichardtswerben evangelisch ist. 1687 wurde in Reichardtswerben eine Kirche als Nachfolgerin eines kleineren Baus aus dem Jahr 1565 eingeweiht. 1942 fiel sie einem Brand zum Opfer, 1951 wurde der rekonstruierte Bau eingeweiht.

Im Jahre 1757 schlug auf dem Gebiet von Reichardtswerben Friedrich der Große die französische Armee und Reichsarmee. Diese Schlacht ging unter dem Namen Schlacht bei Roßbach in die Geschichte ein.

Am 1. September 2010 wurde Reichardtswerben nach Weißenfels eingemeindet.
Jetzt sind wir ab 2020 an Ort und Stelle

Ab Januar werden wir verschiedene Orte besuchen und vorstellen. Das können Dörfer oder Städte sein, Plätze oder Straßen, Gebäude oder auch Vereine, wenn ein Jubiläum ansteht. Schreiben Sie uns einfach Ihre Ideen. Sollte es in einer Woche mehrere Termine geben, werden wir einen Ort aussuchen.

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