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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 24.05.2019 um 13:10:52

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 21 - Kleinpörthen

Mit der Jahreszahl 1530 und der Textzeile „Das Wort sie sollen lassen stahn“ aus einem Kirchenlied von Martin Luther 1527  verfasst, erinnert der Stein (li.) an Augsburger Reichstag von 1530. In der Mitte des Steins die Lutherrose. Im Jahr 2017 kam die Luthersäule (re.) hinzu. Mit der Jahreszahl 1530 und der Textzeile „Das Wort sie sollen lassen stahn“ aus einem Kirchenlied von Martin Luther 1527 verfasst, erinnert der Stein (li.) an Augsburger Reichstag von 1530. In der Mitte des Steins die Lutherrose. Im Jahr 2017 kam die Luthersäule (re.) hinzu.
Foto: M. Herrmann Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Das Dorf, das Reformator Martin Luther streifte

In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute gemeinsam den Ort Kleinpörthen.

Kleinpörthen (mh). Michaela Böttger hat den Rasenmäher angeschmissen um Bahn für Bahn die Wiese vor dem Einfamilienhaus in Kleinpörthen zu mähen. Im Jahr 1996 ist sie mit ihrem Mann, der aus dem Ort stammt, hierher gezogen. „Der Zusammenhalt der rund 160 Einwohner im Dorf ist gut“, erzählt sie, nachdem sie den Rasenmäher ausgeschaltet hat. „Früher fanden viele Feste statt. Heute feiern wir nur noch im kleinen Kreis.“

Schräg gegenüber wohnt Ursula Buchholz. Auch sie verbringt ihre Freizeit gern im Garten zwischen den bunten Blumen, Tomaten und Gurken. Die gelernte Floristin ist im Dorf aufgewachsen. In ihrem Elternhaus lebt jetzt ihr Sohn. Seit 1986 wohnt sie nur wenige Meter von ihm entfernt. „Ich habe die Schule von der ersten bis zur achten Klasse in Kleinpörthen besucht“, erinnert sich Ursula Buchholz. „In meiner Klasse waren ungefähr 20 Kinder. Am Anfang haben wir noch mit Kreide auf kleine Tafeln geschrieben.“ Am Nachmittag trafen sich die Kinder am Teich und spielten Kreiselpeitsche, Gummihopse und Puppenmutti. Im Konsum an der Dorfstraße kauften sie sich süße Bonbons. Einen Bäcker und einen Fleischer gab es im Dorf nicht - der musste in Heuckewalde aufgesucht werden. Ursula Buchholz erzählt von bunten Kinderfesten mit Karussell und Zuckerwatte. Noch bis vor wenigen Jahren fanden diese Feste in Kleinpörthen statt. Der krönende Abschluss war immer ein Fackelumzug mit anschließendem Feuerwerk. Doch aus Kostengründen wird auf die Feste verzichtet.

Ingeborg Hubeny ist eine weitere Einwohnerin des 733 Jahre alten Dorfes. Auch sie ist in Kleinpörthen geboren und sammelt heute alles zur Geschichte und setzt sich für den Erhalt der Kirche und des Lehrergrabes ein: „Moritz Noack war vor vielen Jahrzehnten 45 Jahre lang Lehrer im Dorf. Er hat die Chronik angefangen. Sein Grabstein ist immer noch auf dem Friedhof zu finden.“ Während ihrer Kindheit gab es Gaststätten, Einkaufsmöglichkeiten, Handwerker und viele Bauern im Dorf. Etliche Bewohner waren Selbstversorger. Früher gab es keinen Busverkehr und somit fuhren Klein und Groß mit dem Fahrrad zur Schule beziehungsweise auf Arbeit. So auch Ingeborg Hubeny, die in der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft im Dorf, später in Wittgendorf, gearbeitet hat. „Nach der Wende gab es viele Veränderungen“, erzählt sie. „Es gab keine Post, keine Schule und keinen Arzt mehr.“ Die 89-Jährige ist über ihren guten Gesundheitszustand froh, denn zum Arzt kommt man von hier nur noch mit dem Taxi.

„Früher herrschte im Dorf ein reges Leben. Die ältere Generation hat die Kleinen gehütet. Heute hat keiner mehr Zeit. Das Dorf ist tot.“ Dennoch hofft Ingeborg Hubeny ihren Heimatort nie verlassen zu müssen: „Ich bin hier geboren und möchte auch hier sterben.“

Zur jungen Geschichte
Am 1. Juli 1950 wurde Kleinpörthen nach Wittgendorf eingemeindet. Mit der Verwaltungsreform in der DDR am 25. Juli 1952 kam Kleinpörthen als Ortsteil der Gemeinde Wittgendorf an den Kreis Zeitz im Bezirk Halle, der seit 1990 als Landkreis Zeitz im Land Sachsen-Anhalt fortgeführt wurde und 1994 zum Burgenlandkreis kam. Durch Fusion der Gemeinde Wittgendorf mit der Gemeinde Bröckau kam Kleinpörthen am 1. Januar 2010 zur Gemeinde Schnaudertal. Seitdem gehört Kleinpörthen zum Ortsteil Wittgendorf.

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